veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners


Ein Kommentar

Wälderlauf oder Was sich seit 2012 getan hat

Im Juli 2012 ging ich gemeinsam mit meiner Schwester und rund 30 Kilo Übergewicht im Gepäck, an den Start beim Wälderlauf von Mellau nach Schoppernau. Rund 13 Kilometer gab es zu bewältigen Damals hatte ich bereits Probleme mit der Hüftsehne und wusste, ich werde nicht laufen können. Aber walken sollte drin sein.

Ich beim Wälderlauf 2012

Ich beim Wälderlauf 2012

Schlussendlich kam ich nach 2 Stunden und 20 Minuten völlig erledigt ins Ziel – aber mächtig beeindruckt von der tollen Atmosphäre beim Wälderlauf. Tolle Menschen, tolle Organisation und die landschaftliche Kulisse kann sowieso nichts toppen.

Wie vor 2 Jahren habe ich mich in der Klasse „mit tau“ (mitgemacht für Nicht-Bregenzerwälder“) angemeldet. Das ist der letzte Startblock für die Genussläufer, in dem auch Walker, Wanderer und ganze Musikvereine starten. Da ich mir dachte, ich möchte die schnelleren Läufer nicht behindern, gesellte ich mich also zu der Spaß-Fun-Truppe am Ende des Läuferfeldes. Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte.

Als es endlich losging war erstmal eine Mauer, bestehend aus Spaziergängern, Walkern, Nordic Walkern und Wanderern vor mir. Irgendwie hat wohl keiner mehr damit gerechnet, dass in diesem Startblock auch noch jemand gerne rennen würde. Ich musste Stock über Stein springen, rechts vorbei über die Wiese sprinten, um überhaupt ein Stückchen Straße zu ergattern, auf der ich laufen konnte. Ich glaube, ich habe die wirklichen Genussläufer (bzw. Wanderer) ziemlich genervt, als ich im Zick-Zack-Hindernislauf zwischen ihnen durchgesprungen bin. Was aber die eigentliche Sensation war: ich war in der Lage, das zu tun! Klar, der Puls ging hoch, aber ich war fit. Nachdem ich mir den Weg freigekämpft hatte, ging ich es etwas ruhiger an – Puls pendelte sich bei rund 170 Schlägen ein.

Beständig leicht aufwärts ging die Strecke, teils Asphalt, teils Waldboden, teils Weg mit groben Steinen darauf – einfach zu laufen war es nicht. Aber so schön! An soviele Stellen konnte ich mich erinnern, als ich vor 2 Jahren mit meiner Schwester dort gelaufen bin, und wie fertig ich war. Und dieses Jahr flog ich nur so dran vorbei – alleine dieses Gefühl, körperlich zu erleben, was sich die letzten 24 Monate verändert hat, das ist unbezahlbar!

Mittendrin laufe ich an jemandem vorbei.

Judith? Bist du das?

Ja, ich bin das! Genauso bin ich jetzt. Ich kann 13 Kilometer laufen. Ich brauche 1 Stunde und 32 Minuten dafür und kann nebenbei noch locker Gespräche führen und lachen. Wie üblich werden mir beim Erblicken des Ziels, so 200 m vorher, die Knie so weich, dass ich fast stehenbleiben muss. Ins Ziel habe ich es trotzdem geschafft. Weil mein Mann, der mich auf den 13 Kilometern begleitete, meine Hand nahm und mich förmlich über die Ziellinie geschleift hat. Ich glaube, ich wäre glatt davor stehengeblieben. Zum Dank dafür habe ich ihm mein Laufshirt vom Team vegan.at vermacht. Ok, ich geb’s zu: es ist mir zu groß geworden. Aber an ihm sieht’s einfach viel besser aus.

Laufshirt von meinem Verein Team vegan.at

Im Ziel treffe ich Ariane, Gitti, Ina, Evi und Ulli – alles tolle, wilde Läuferinnen. Manche von ihnen treffe ich hin und wieder bei Läufen, manche auf Facebook – es war einfach toll. Und zuguterletzt hatte es doch etwas Lustiges, dass ich mich in der Genussläufer-Klasse angemeldet habe:

Ich bin doch tatsächlich auf Rang 39 von über 400 Genussläufern gelaufen und damit auf Rang 400 von knapp 1000 angemeldeten Frauen in der Gesamtwertung gekommen. Wer hätte das gedacht!

Ina, ich, Ariane und Gitti (von links nach rechts)

Ina, ich, Ariane und Gitti (von links nach rechts)

 

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Ich bin ein No Meat Athlete!

Ach, es könnte alles so schön sein! Endlich habe ich den Halbmarathon-Trainingsplan von Matt Frazier aus dem Buch „No Meat Athlete“, das diese Woche im compassion media Verlag erscheint. Ich darf offiziell für den Verlag als Testläuferin voranstürmen und mich mit Matts 21-Kilometer-Plan auf meinen eigenen Halbmarathon im September vorbereiten.

Der Fitness-Plan zum Halbmarathon

Seit gestern hab ich den Plan inklusive dem kompletten Kapitel 9 des Buches, das erst morgen so richtig offiziell erscheint. Und das ist irgendwie schon spannend, als ob man ein Geschenk als erstes aufmachen darf – und mein erster Eindruck ist durchaus positiv. Ich mag den Schreibstil, und auch die abwechslungsreiche Gestaltung – schon interessant, wenn man bedenkt, dass ich bisher nur 1 Kapitel davon gelesen habe. In dem Buch sind Trainingspläne für 5 Kilometer, für 10 Kilometer und gleich zwei Pläne für den Halbmarathon – einmal der „Ins-Ziel-kommen“-Plan und einmal der „Fitness“-Plan. Letzterer ist etwas intensiver vom Training her und enthält zusätzlich Bergläufe. Also genau das Richtige für mich.

Trainingsplan aus "No Meat Athlete"

Nach Rücksprache mit meinem Trainer Kristof werden wir den Plan ein wenig an mein Laufpensum anpassen, denn Matt’s Pläne sind auf ca. 18-20 Wochenkilometer (bei den Halbmarathon-Plänen) ausgelegt. Da ich bisher schon 40-45 Wochenkilometer laufe, werde ich die Umfänge etwas steigern. Grundsätzlich gefällt mir die Einteilung aber spitzenmäßig, denn ich glaube, das dieser Plan wirklich zu schaffen ist – auch mit einem vollgepackten Alltag.

Ich bin ab sofort ein No Meat Athlete und ich krieg sogar noch das passende Trikot dazu!

So und nun zurück zur momentanen Realität.

Alle Jahre wieder

Ich befinde mich in meiner letzten Trainingswoche vor dem Wälderlauf, der kommenden Samstag stattfindet. 13 Kilometer durch den wunderbaren Bregenzerwald – und ich bin endlich wieder dabei! 2012 war ich zum ersten Mal am Start und konnte nur walken, damals noch mit ca. 96 Kilogramm. Letztes Jahr war ich nicht zuhause an diesem Datum und dieses Jahr, mit Kampfgewicht 67 Kilogramm, will ich endlich wieder ran an den Start beim Wälderlauf.

Tja, und was passiert mir normalerweise 3-4 Tage vor einem für mich wichtigen Lauf?

Richtig! Ich verletze mich oder werde krank. Magen-Darm-Infektion, Zehenbruch, entzündete Hüftsehne  – fehlt noch was? Ja, doch, da fehlt was. Eindeutig! Eine kleine Zerrung wäre doch mal nett, zur Abwechslung. Gestern beim Fahrtspiel passiert. Einfach so. Von einem Schritt auf den nächsten. Meine Kehrseite wollte nicht mehr so, wie ich wollte. Die letzten 1,5 Kilometer humpelte ich nach Hause und haderte mit meinem Schicksal. Und ich tue es immer noch.

Wieso immer ich?

So, jetzt ist es raus, denn das ist es, was ich denke. Himmel, das muss doch echt nicht jedes Mal sein. Jetzt laufe ich seit Monaten schmerz- und verletzungsfrei – und dann einfach so von jetzt auf gleich? Und warum kann es nicht irgendwas Cooleres sein, als sich den Po-Muskel zu zerren?

Jammer-Modus aus. Weiter geht’s mit Blackroll, Dehnen, Cremen, Beleuchten und am Freitag wird mich mein Bruder noch unter die Lupe nehmen, der sich als medizinischer Masseur mit genervten Muskeln aller Art auskennt. Noch gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass ich am Samstag laufe. Denn heute ist es schon wesentlich besser als gestern, aber ein Risiko werde ich nicht eingehen.

Ach ja, und zu allem Überfluss schreibe ich direkt vor dem Wälderlauf (genaugenommen 4 Stunden vorher) meine Mathe-Matura. Aber vor der kann ich mich nicht drücken. Zumindest nicht wegen eines gezerrten Po-Muskels. Obwohl, probieren könnte ich es ja mal 😉

Das Dehnen der Kehrseite nicht vergessen