veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners


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Brendan Brazier, die Küchenmaschine und ich

Brendan Brazier „Vegan in Topform – Das Kochbuch“

Vor einigen Wochen erschien Brendan Braziers zweites Buch auf Deutsch im Unimedica-Verlag: „Vegan in Topform – Das Kochbuch“.  Da Brendan ja bereits seit Erscheinen seines ersten Buches „Vegan in Topform“ (ebenfalls Unimedica-Verlag) ja sowas wie ständiger Gast in meiner Küche ist, musste ich natürlich auch dieses Buch lesen.

Was heißt hier „lesen“? Verschlungen haben ich es!

Im wahrsten Sinne des Wortes. Oder wenigstens so in etwa. Das Buch ist noch ganz, hat jetzt Flecken vom Kochen und Knicke vom Umblättern, aber das muss ein gutes Kochbuch wegstecken. Und das hat Mr. Brazier hier, meiner Meinung nach, eindeutig vollbracht: ein gutes Kochbuch.

Chiapudding

Eins vornweg: es wird immer wieder gefragt, ob man denn zuerst sein erstes Buch lesen sollte oder ob man gleich mit dem zweiten Buch beginnen kann. Ja, es ist möglich direkt mit dem zweiten Buch zu starten, denn Brendan erklärt das komplette Prinzip seiner Thrive-Diät im ersten, theoretischen Teil des Buches. Seine Theorie ist für mich sehr gut nachvollziehbar und – was mir am wichtigsten ist – sie ist für mich logisch. Ganz grob und in meinen eigenen Worten würde ich es so beschreiben:

Mein Körper hat mehr Energie zur Verfügung für Training & Regeneration, wenn er Nahrung bekommt, für deren Verdauung er nicht soviel Energie aufwenden muss.

Die genauen Hintergründe, lasst ihr euch am besten vom Meister selbst erklären – er schreibt wirklich so, dass man gut versteht, worum es geht. Er geht außerdem im Theorie-Teil auf die Auswirkungen einer rein pflanzlichen Ernährung auf die Umwelt ein. Und dann geht’s auch schon los!

Wirsing-Buchweizen-Wrap

Die Vielzahl an Rezepten ist unglaublich!

Ich glaube, ich könnte ohne weiteres 2 Monate aus diesem Buch kochen und jeden Tag was anderes essen, bis ich alle Rezepte einmal ausprobiert habe. Hier findet ihr Pancakes, Smoothies, Reisgerichte, Pizzas, Suppen, Gemüsegerichte, Energieriegel, Nachtisch, Snacks, Kuchen, … und vieles mehr.

Für mich als Fan der Brazier-Thrive-Diät ist es das reinste Schlaraffenland! Es sind teils aufwändigere Rezepte drin aber auch sehr viele, die wirklich ruck-ruck gehen, was mir persönlich sehr wichtig ist.

Ein kleines Manko

hat das Buch für mich und ich wäre sehr glücklich, wenn mir jemand diese Frage beantworten könnte: Lieber Brendan, lieber Verlag! Ihr schreibt immer von einer Küchenmaschine. Dieses Teil muss ja wahre Wunder vollbringen, denn scheinbar kann sie aus den trockensten Zutaten wie Nüssen, Kerne etc. einen Teig herstellen! Ich brauche unbedingt sowas in meiner Küche – nur leider ist mit keinem Wort erwähnt, was genau für ein Gerät damit gemeint ist. Also ihr Lieben, welches geheimnisvolle Küchengerät kann alle diese Wunder vollbringen, die im Buch dargestellt werden?

Ich hab mich in dem Fall dann immer mit meinem alten Pürierstab abgemüht. Hat auch funktioniert. Ginge aber bestimmt bequemer. Für alles, was flüssiger ist, benutze ich meinen Vitamix und bin glücklich damit. Vom Equipment her, kommt ihr also mit einem Stabmixer/Mixer durch – es gibt eine Handvoll Rezepte, die nach einem Dörrapparat verlangen, teils wird aber auch die Alternative der Zubereitung im Backofen angeboten.

Coole-Kokos-Orangenschnitten

Worin dieses Buch (wie auch das letzte Buch) unschlagbar ist:

es macht mich satt, zufrieden und glücklich wie es bisher kein anderes Kochbuch bzw. keine andere Ernährungsform geschafft hat. Brendans Rezepte schaffen es, dass ich kaum mehr Heißhunger habe. Kein Verlangen mehr nach anderen Süßigkeiten als Datteln und Obst.

Bauchschmerzen, Völlegefühl oder den Drang, sich vollzustopfen – gibt es nicht bei diesen Rezepten. Ich fühle mich zu 100% gut ernährt, wenn ich nach seinen Prinzipien koche und esse. Wie ihr wisst, trainiere ich rund 6 x die Woche (Laufen & Krafttraining) – und ich habe das Gefühl, wirklich optimal versorgt zu sein. Keine Hungerlöcher – dafür ein kontinuierlich gutes Gefühl beim Sport.

Deswegen  bekommt auch jeder, der mir schreibt und sich über Schokofrust und Heißhungerattacken beschwert, den Tipp, sich Brendans Bücher zu besorgen. Ich kenne nichts Vergleichbares und bin froh, endlich eine Ernährung gefunden zu haben, die mich zufriedenstellt.

Hier geht’s zu einer Leseprobe (inklusive Rezepten)direkt beim Verlag und ich würde euch auch ans Herz legen, das Buch direkt beim Verlag zu bestellen, denn obwohl ich in Österreich wohne und das Buch aus Deutschland kam, wurde ich noch nie so schnell beliefert. Außerdem arbeiten dort lauter nette Menschen, die äußerst freundlich und schnell auf e-Mails reagieren. Und außerdem gibt es dort einen Shop, wo ihr euch z.B. Hanfprotein bestellen könnte – und alles, was ihr sonst noch in dem Buch findet, und nicht wisst, wo man es besorgen kann – dort bekommt ihr es.

Buchweizen-Sonnenblumen-Pizza

 


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Experimente

Ein ziemlich schlauer Mann, genau genommen Alf Ramsey, hat mal gesagt:

Never change a winning team!

Und er hat ja sowas von recht damit. Vor einiger Zeit beschloss ich, mich mit Brendan Brazier zusammen zu tun. Morgens, mittags, abends haben Brendan und ich zusammen gekocht. Bin ich gelaufen, habe ich anschließend auf Brendans Empfehlung hin meinen Regenerationsdrink gemixt. Meine Energie bezog ich aus seinen Energieriegeln und auch sonst waren wir ein wirklich gutes Team. Alles spitzenmäßig!

Dann hatte ich die Idee, dass es immer noch ein wenig besser gehen könnte. Und schließlich mache ich ja jetzt auch Krafttraining, da brauche ich viel mehr Eiweißquellen und muss ganz andere Dinge essen – Brendan reichte nicht mehr aus. Dachte ich. Und schickte ihn für 2 Wochen auf Urlaub.

Diese 2 Wochen waren voll mit Vollkornnudeln, Sojadrinks und -joghurt, Tofu und dem Zählen von Eiweiß und Kalorien. Dazu gesellten sich Bauchschmerzen, Völlegefühl, ein Blähbauch,  lähmende Müdigkeit, Unlust auf so ziemlich alles und Frust. Frust, das ich nicht das essen konnte, worauf ich Lust hatte, weil mein „Plan“ es nicht erlaubte. Wehmütig dachte ich an meinen alten Trainingspartner zurück …

Seit dieser Woche ist er endlich wieder aus dem Urlaub zurück und wir kochen, essen und trainieren wieder gemeinsam. „Vegan in Topform“ sozusagen! Ich futtere wieder Trockenfrüchte, esse Pseudogetreide, Hanfprotein, backe Cracker und Pizza aus Kernen und Samen und Pancakes aus Buchweizenmehl, die ich dann mit Nussmus und Banane esse, trinke „fette“ Smoothies und fühle mich wohl in meiner Haut.

Und das Miststück? (wer es vergessen oder überlesen hat: Das ist meine Waage). Die freut sich auch. Es geht bergab mit ihr – freiwillig hat sie 1 kg herausgerückt (das ich mir übrigens vorher draufgefuttert habe dank zuvieler Lebensmittel, die ich einfach nicht vertrage).

Notiz für mich selbst: Wenn es mir gutgeht, muss ich nicht zwingend etwas suchen, von dem ich glaube, dass es mir damit noch besser gehen könnte. Einfach mal zufrieden sein, mit dem was man hat bzw. is(s)t. Ist doch ganz einfach, oder?

Keep calm!