veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners


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Der Reschenseelauf und die „verdammten Komma 3“

Die Ankunft am Reschensee (inkl. beginnender Panik)

Gute zwei Stunden Fahrtzeit bei 30°C Außentemperatur. Vier Mädels, ein Kofferraum voller Gepäck (das meiste davon meins, da ich Verpflegung für ungefähr 2 Wochen eingepackt hatte, man weiß ja nie) und die Vorfreude auf den Reschenseelauf. Tja, und da kam er dann. Der wunderschöne Reschensee. Mit ihm die sagenhafte Kirche, die im See steht. Besser gesagt: unter Wasser steht. Ein faszinierendes Bild. Einige Zeit war es still im Vier-Mäderl-Auto. Andächtig betrachteten wir die beeindruckende Landschaft. Jede hing ihren Gedanken nach. Bis endlich eine aussprach, was wir uns alle dachten: „Also, wenn das der See ist, um den wir rundum laufen – dann krieg ich jetzt Panik!“

Und ja, genau das war der See. Doch der sah irgendwie sehr viel größer als wir es uns vorgestellt hatten. Waren das wirklich nur 15,3 Kilometer? Vom ersten Gefühl her hätte ich auf rund 50 Kilometer getippt. Leichte Beunruhigung breitete sich aus. Aber naja, was soll ich sagen. Jetzt, wo wir schon mal da waren …

Am Reschensee.

Beim Startnummern abholen trafen wir dann die anderen unserer „Crew“. Und dann wurde es Zeit für das wichtigste vor einem Lauf bei knapp 30°C auf 1500 Höhenmeter: Essen! Ohne Treibstoff läuft nichts und so vereinbarten wir, uns am Start wiederzutreffen, während mein Vierer-Kleeblatt sich wieder auf den Weg zum Futter-Mobil machten. Im Schatten futterte jeder seine favorisierte Energiequelle und die Bandbreite reichte von Müsliriegel über Risotto, Fladenbrot und Kuchen bis hin zum Apfel. Man könnte sagen, wir waren wirklich gut vorbereitet, was den Proviant anging. Ich kaute so an meinem Fladenbrot, als ich Sarah sagen höre: „Also die 15 Kilometer, darauf bin ich eingestellt, das krieg ich hin. Aber diese verdammten Komma 3, ich glaube, das sind die, die uns zum Schluss dann noch fertig machen!“ Ich verschluckte mich beinahe an meinem Brötchen. Die 15 km sind ok? Aber die 0,3 am Schluss sind dann zuviel des Guten? Ich musste lachen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass sie die Lage ziemlich gut einschätzte.

Der Start

Es hatte ein wenig was vom Viehtrieb, wie wir uns da so eingepfercht in unsere Startblöcke vorwärts bewegten. Besser gesagt: vorwärts getrieben wurden. Zwischen unserem Startblock und den Nordic Walkern war nur ein hauchdünnes Absperrband in rot-weiß. Wir bekamen 1 Minute Vorsprung. Dann ging es los. Die Sonne heizte uns ordentlich ein und die ersten paar Meter über die Wiese waren ein wenig holprig. Es ging über die Brücke, immer entlang am Reschensee. Ein frische Wind, wehte mir um die Ohren, die ich vorsorglich mit einem Tuch bedeckt hatte. Mit Sarah an der Seite hatte ich eine a) passende Laufpartnerin, der ich nicht zu langsam war – wir pendelten uns bei gut 8 km/h ein und b) passende Gesprächspartnerin, dank der ich eine Weile nicht mal merkte, dass wir mal wieder von den Abschlussradfahrern begleitet wurden.

Der Lauf

Immer wieder kamen uns Läufer entgegen, die abgebrochen oder aufgegeben hatten – zumindest machte es so den Anschein. Ich denke, einige hatten die Sonne doch etwas unterschätzt und sind vielleicht zu schnell losgelaufen. Von hinten hörte ich plötzlich ein Klack-Klack-Klack und ich wusste: es war soweit! Der erste Nordic Walker ging zum Angriff über. Roberto (sein Name stand auf dem Shirt) stöckelte in einem Affenzahn an uns vorbei. Sarah und ich waren uns einig. Der gute Mann darf das, der sieht von hinten so gut aus, dass wir kein Problem damit haben, ihn direkt vor unserer Nase zu haben. Der schöne Anblick hielt leider nicht lange an – er war zu schnell für uns. Aber man kann ja nicht alles haben.

Der Buckel

Ich wurde bereits noch in heimatlichen Gefilden vor dem bösen Buckel zwischen Kilometer 9 und 10 gewarnt. Der wäre soooo steil und der hätte es in sich. Bei jedem minimalen Anstieg meinte Sarah: „Das war er jetzt, oder?“ und ich antwortete jedes Mal: „Ich fürchte, nein.“ So liefen wir weiter, mein Puls stetig bei knapp 160 Schlägen, was für einen Wettlauf schon fast eine kleine Sensation ist, denn unter 175 geht da normal nix bei mir. Ich hatte ein richtig gutes Laufgefühl. Ich mochte die Strecke, die Strecke mochte mich. Wir liefen über die Staumauer, auf Schotterwegen, an seltsamen Riesenbottichen vorbei, die im Stausee standen (wir stellten uns vor, wir könnten daraus prickelnde Holder-Bowle schlürfen aus einem Riesenstrohhalm). Und dann, aus dem Nichts heraus, hörten wir Samba-Klänge. Ein wildes Getrommel, rhythmisch, stampfend, mitreißend. Da war er plötzlich. Der Buckel, vor dem mich alle gewarnt hatten – und mittendrin vier Burschen mit Trommeln, die den Läufern praktisch den Takt vorgaben. Alle, die vor uns waren, gingen den Anstieg hinauf. Ich wollte eigentlich auch gehen. Aber erstens habe ich Bergläufe trainiert und zweitens hatte auch Sarah extra für diesen Lauf Hügellauf trainiert und drittens … ach was weiß ich, was mich da geritten hat. „Ich überhole aufwärts aber niemanden, das ist mir zu stressig“, gab ich Sarah noch schnell bekannt, bevor die Luft fürs Reden zu knapp wurde. Schweigend liefen wir im Samba-Rhythmus die etwa 500 Meter lange Passage noch oben.

Ein Fuß vor dem anderen. Einatmen, ausatmen. Und ich gestehe: ich hatte noch nie in meinem kurzen Läuferleben sowas wie ein Runner’s High. Noch nie. Aber dieser Buckel, kam dem schon ziemlich nahe. Denn ich merkte, nachdem der Puls bei gut 170 Schlägen lag, dass ich lief, wie ein gut funktionierendes Uhrwerk. Es war anstrengend, aber es überforderte mich nicht. Das machte mich sowas von glücklich, das ich gar nicht merkte, wie ich ein Pärchen überholte, das vor mir immer langsamer wurde. „Ich dachte, du überholst bergauf nicht“, sagte Sarah später. Stimmt, hatte ich ganz vergessen. Berglauftraining, ich liebe dich! Das hat ja sowas von funktioniert!

Die verdammten Komma 3 und weiche Knie

Einige Kilometer verflogen, ohne dass ich sie wirklich registriert habe. Ich bin einfach gelaufen, dank Sarah abgelenkt von eventuellen Wehwehchen, wie die linke, mittlere Zehe, die zwischendrin mal wieder Aufmerksamkeit einforderte. Wir liefen durch einen extra aufgestellten Rasensprenger mitten auf der Straße hindurch, klatschten uns mit dem Streckenposten ab, der uns anfeuerte, holten uns Wasser und Melone beim Verpflegungsstand und liefen und liefen. Wir liefen vorbei am Schild mit KM 14 und dann kam das Ziel in Sichtweite. „Mist, ich hab das Ziel gesehen“, sagte Sarah. In dem Moment sah ich es auch und es passierte, was immer passiert: ich bekam weiche Knie. Und das seltsame Verlangen, einfach mittendrin stehenzubleiben und aufzuhören, schlug wieder zu. Wir stellten fest, dass es uns beiden genau gleich ging. Ziel in Sicht? Alles klar, dann können wir ja jetzt aufhören. Zumindest scheint das im Gehirn so abzulaufen. Natürlich rannten wir weiter. Das Schild mit KM 15 kam in Sichtweite. Und ab da war es dann tatsächlich so, als würden wir die letzten 300 Meter durch Pudding waten. Natürlich sahen wir dabei äußerst entspannt und vollkommen athletisch aus, denn dieses seltsame Empfinden existiert ja nur in meinem Kopf – und scheinbar auch in Sarah’s. Mein Puls sprang auf hübsche 180 Schläge, was auch schon wieder eine Sensation für sich ist, denn normalerweise verbringe ich Zieleinläufe in einem Zustand ganz knapp vor dem Koma, bei rund 190 Schlägen.

Und um es kurz zu machen (der Artikel ist eh schon viel zu lang, aber he, es waren immerhin 15 Kilometer und die verdammten Komma 3 noch dazu – freut euch auf meinen Halbmarathonbericht): es war ein wunderschöner Lauf, auf den ich mich körperlich so gut eingestellt hatte, dass ich heute – einen Tag später – weder Muskelkater habe noch sonstige Beschwerden. Ich weiß, ich kann morgen mein HM-Training fortsetzen, ohne zu pausieren. Ich fühle mich pudelwohl. Und das habe ich, neben vielen anderen Erkenntnissen, aus diesem Lauf gestern mitgenommen:

Ich möchte zukünftig jeden Wettkampf so laufen, dass ich hinterher sagen kann: Schön war’s. Anstrengend war’s. Ich habe es genossen. Ich habe mich gefordert, aber nicht überfordert. Mein Körper kommt mit der Anstrengung klar und braucht keine Woche zum Regenerieren. Und wenn ich dafür halt 1h 52 min. auf 15,3 Kilometer brauche, dann ist das perfekt.

Einfach perfekt.

Danke an Ina (perfekte Chauffeurin) , Sarah (perfekte Laufbegleitung), Katharina (perfekter Roadie)! Und danke an Elke mit Roland und Sandra mit Markus, die extra diese weite Anfahrt auf sich genommen haben und unser Team vor Ort komplettiert haben. Perfekt!

Die perfekte Truppe!

 


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Gipfelstürmerin

14,4 Kilometer bin ich heute gelaufen, gewalkt, gewandert – wie immer ihr es nennen wollt. Insgesamt war ich über 3 Stunden unterwegs. Ca. 270 Höhenmeter auf den Hochberg mit einer Höhe von 1059 Metern. Einen Teil der Strecke mit den Hunden, dann kurze Pause daheim, den Rest ohne Vierbeiner in Begleitung meines Mannes. Mit Rucksack, 3 Litern Wasser, Soja-Cappuccino und Pulsgurt ausgestattet ging es los.

Teilweise sehr steil nach oben, zwischendrin musste ich auch stehen bleiben, um Luft zu holen. Aber mein Puls war vorbildlich: blieb immer brav im Bereich zwischen 1-2 (110 – 140 Schläge). Die Aussicht war bombastisch – über den ganzen Bodensee.

Ich hab die knapp 15 Kilometer gut geschafft, war nachmittags dann aber schon etwas müde. Aber ich denke, das ist ok! Angeblich hab ich ca. 1020 kcal verbrannt, was mir ein gutes Gefühl verschafft, denn gestern bin ich heillos meinen selbstgemachten Erdnuss-Choco-Crunch-Bällchen verfallen. Man kann schließlich nicht immer diszipliniert sein.

Ein bisschen Quatsch zwischendrin muss natürlich auch sein: ich wollte ein Klischee bestätigen und bat meinen Mann, ein Foto zu schießen, auf dem wir beweisen, dass Veganer von Gras und Heu leben. Fazit: Also ich für meinen Teil bleib lieber bei gegrillten Auberginen mit Tofu-Bolognese (das habe ich heute in rauen Mengen verdrückt), das Heu ist nicht mein Fall, wenn auch schön vegan.

Die lange Einheit dieser Woche habe ich brav absolviert – ich bin stolz auf mich. Es ist so ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man was für sich getan hat und vor allem wieviel. Ich bin heute am Samstag schon über 50 Kilometer gelaufen in dieser Woche und morgen kommen bestimmt noch 2-3 Kilometer dazu. Da können’s dann auch mal ein paar Erdnuss-Choco-Bällchen mehr sein … oder?

Gipfelstürmerin!


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Sommer, See & Kräuterbutter

Ein schöner Sommer-Sonne-Lauf-und-Grilltag geht zu Ende. Gestartet bin ich heute morgen für meine Verhältnisse ungewöhnlich früh an einem Wochenende. Nämlich schon vor 7.30 Uhr. Die geplanten 4 Kilometer schaffte ich zwar locker, dennoch machte mir die Sonne bereits um diese frühe Uhrzeit schon zu schaffen.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, welche Uhrzeit bei dieser Hitze am sinnvollsten ist fürs Laufen. Halb acht morgens ist jedenfalls zu spät. Werde meinen inneren Schweinehund wieder auf die Probe stellen und morgen eine weitere halbe Stunde früher aufstehen.

Wieso laufe ich eigentlich morgens? 

Zum einen, weil ich gerade austeste, welches für mich die beste Uhrzeit ist. Zum anderen, weil es toll ist, wenn man vormittags alles „erledigt“ hat. Außerdem macht das Essen umso mehr Spaß, wenn ich weiß, ich habe heute schon was in Sachen Sport & Bewegung für meinen Körper getan. Ein herrliches Gefühl!

Heute sah mein Tagesablauf zum Beispiel folgendermaßen aus: 

07.00 Uhr aufstehen, eine Banane zum Frühstück
07.30 Uhr Schuhe an und los, Ziel mind. 4 km Walking
09.00 Uhr Bikini an und los zum Bodensee, Ziel mind. 4 Std. Sonne & Wasser + viel Obst
15.00 Uhr Einkaufen fürs vegane Grillvergnügen
17.00 Uhr Vorbereiten von Tofu-Grillpäckchen, Salaten, Tomaten-Salsa und Grillkartoffeln
17.30 Uhr Tschüß, Megglè – ich mach mir meine Kräuterbutter jetzt selber!
18.30 Uhr veganen Grillteller genießen und mit gesundem Appetit speisen
20.30 Uhr die drei Möpse Gassi führen und in der Wiese toben lassen
21.00 Uhr Tori’s Abendrunde bei angenehmen Temperaturen

Vegane Kräuterbutter ist übrigens ganz einfach, selber zu machen. Und ihr braucht, wie gestern schon beim Eis, nicht mehr als DREI Zutaten, die man zumeist auch noch im Haus hat:

  • vegane Butter (zB Alsan) oder Pflanzenmargarine (zB Sojola)
  • Kräuter, frisch oder TK
  • Meersalz + andere Gewürze auf Wunsch

Butter bzw. Margarine aus dem Kühlschrank nehmen, etwas weich werden lassen, Meersalz und Kräuter unterrühren und wieder ab in den Kühlschrank. 1 Löffel davon habe ich übrigens in die Tofu-Grillpäckchen gegeben. Lecker!

Ziel für morgen: früher aufstehen, früher laufen – und dann wieder ab an den See! Wenn man schon so wunderbar wohnt wie wir im Dreiländer-Eck, dann sollte man das unbedingt ausnutzen.

Sommer, See & Kräuterbutter


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Alles mit Maß und Ziel.

Dieser Spruch gilt vermutlich für viele Bereiche des Lebens. Natürlich auch für Essen und Sport. Und da muss ich mich selber an der Nase fassen: Ich habe oft die Tendenz zu übertreiben. Ob es nun darum geht zuviel zu essen oder zuviel Sport zu treiben, das Thema „Maß halten“ fällt mir grundsätzlich schwer.

Das habe ich diese Woche gemerkt: 4 Laufeinheiten – 2 davon sehr anstrengend, bei denen ich an mein Limit gegangen bin (das ehrlicherweise sehr schnell erreicht ist, aber deswegen trainiere ich ja). Eine Einheit Muskelaufbautraining mit dem eigenen Körpergewicht und am Freitag noch eine Runde Yoga. Und eben dieses Yoga brachte mich zum Nachdenken. Ich hatte am nächsten Tag einen unglaublichen Muskelkater an Stellen, die normalerweise selten schmerzen, wie zum Beispiel die Rückseite des Oberschenkels und die Muskulatur rund um die Taille.

Bei der nächsten Laufeinheit spürte ich das bei jedem Schritt. Es war nicht wirklich angenehm. Eigentlich hätte heute der längste Lauf der Woche werden sollen, bei dem ich nochmal versuche mein Tempo zu verbessern. Kurzerhand habe ich heute morgen beschlossen: Länge ja, Power nein. Ich war über 1 Stunde unterwegs, habe zwischendurch Balance-Übungen auf Steinen im Bach gemacht und es fühlte sich besser an, mich etwas zurückzunehmen, gemütlicher zu laufen bzw. zu walken und nicht schon wieder alles von mir selbst abzuverlangen.

Jetzt muss ich nur noch mit dem kleinen, schlechten Gewissen klarkommen, dass sich schon wieder meldet und sagt: Da wär doch noch mehr gegangen heute!

Nein, eben nicht … manchmal ist ein Gang zurück genau richtig. Ich wünsche euch einen schönen, entspannten Sonntag!

P.S. Habe heute noch spontan einen Mini-Protein-Shake kreiert mit puddingartiger Konsistenz. Wer mag, probiert’s!


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Mein Körper, mein Freund.

Gerade eben komme ich von einer Runde Yoga zurück. Weit muss ich dafür nicht gehen, nur ein Stockwerk höher in mein, nennen wir es mal „Büro-Kinderzimmer-Sportraum-Gruschtkammer“. Seit längerer Zeit habe ich kein Yoga mehr gemacht. Wieso eigentlich nicht? Andere Interessen, zuwenig Zeit (denkt man ja meist), mehr Lust auf Muskelaufbau-DVD’s, lieber laufen, … und so weiter.

Aber heute – eigentlich Ruhetag – dachte ich mir, ich leg mal eine Runde „Harter Hund“ ein. So heißt die anstrengendste Sequenz in Susanne Fröhlich’s erster Yoga-DVD. Dieser harte Hund machte mir von Anfang an zu schaffen, denn der ist nicht ohne. Im herabschauenden Hund zu stehen und dann noch ein Bein gestreckt nach hinten zu heben (das nennt sich dann Taube), war für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Bis heute.

Heute lief das ohne gröbere Schwierigkeiten. Und dann kam das Ende. Nämlich der Schulterstand. Sowas wie eine Kerze – kennt ihr vielleicht noch aus dem Turnunterricht (wie ich das gehasst habe). Seit 1,5 Jahren habe ich nun dieses DVD. Den Schulterstand konnte ich nie mitmachen. Zuwenig Bauch- und Rückenmuskulatur und auch sonst zuwenig von allem was man so dafür braucht. Heute also zum Schluss wieder Schulterstand: ich probierte es zumindest. Langsam hob sich mein Körper in die Höhe und tatsächlich schaffte ich einen – ich vermute in etwa halben – Schulterstand, der dem schiefen Turm von Pisa glich.

Kann euch kaum sagen, was für ein sensationelles Gefühl das ist. Nein, es war gar nicht nur ein Gefühl. Es waren gleich mehrere: Erschrecken, Freude, Verblüffung, Faszination, Überraschung … noch viel mehr und vor allem eins: Stolz.

Stolz auf meinen Körper, der nach jahrelanger Jojo-Tortur immer noch zu mir hält. Der immer noch in der Lage und gewillt ist, sich zu verändern. Mitzumachen bei dem, was ich vorhabe. Der so wandelbar ist, dass ich es nie geglaubt hätte. Der nicht perfekt ist, aber der beste – und der einzige – den ich habe. Ja, darauf bin ich wirklich stolz!

Ich & mein Körper im Juni 2013


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Treibjagd

Ich habe mein Ziel also gestern tatsächlich noch erreicht: endlich einen Pace von unter 10 Minuten. Genauer genommen: 9 min. 16 sec. war das Ergebnis.

Ok, für die Läufer unter euch ist das natürlich keine großartige Leistung – eher ein Spaziergang im wahrsten Sinne des Wortes – für mich war es anstrengend und ich musste dafür an einige Grenzen gehen. Und weil ich das so toll fand, erzähle ich jetzt einfach mal für diejenigen, die vielleicht auch noch in der Schneckenklasse kämpfen, wie ich das gemacht habe:

  1. ich hab mir jemanden gesucht der schneller ist als ich (also quasi jeder – in meinem Fall mein Mann)
  2. hab ihn gebeten, meine Pulswerte etc. im Auge zu behalten
  3. wenn Puls ok – wird gejoggt
  4. wenn Puls im roten Bereich – wird gewalkt
  5. wenn gewalkt wird, dann trotzdem Pace < 10 min. einhalten
  6. er muss drauf achten, dass ich nicht langsamer werde
  7. Zielzeit war 50 Minuten – auch darauf achtet er

Mein Mann hat den Vorteil, dass seine Beine in etwa 2,50 lang sind und er einen Schritt macht, wo ich drei Schritte mache. Eindeutig sein Vorteil. Es war mir – sogar vor ihm – fast ein wenig peinlich, wenn die gute Frau aus der Runtastic-App beim kleinsten Anstieg monoton und äußerst öffentlich verkündet:“Bereich 2″. Was soviel bedeutet, wie dass mein Puls jetzt jenseits die 140-er-Marke klettert.

Ich fühlte mich zeitweise wirklich ein wenig wie bei einer Treibjagd. Dadurch war ich auch etwas gestresst. Aber im Endeffekt hat es sich für mich gelohnt, auch wenn ich nicht gedacht hätte, dass ich so hart arbeiten muss, um diese eine, winzig kleine, verdammte Minute reinzuholen. Dazu kamen fiese Ohrenschmerzen wegen dem Wind, der gestern sein Unwesen trieb. Alles in allem war meine Laune danach nicht greifbar. Weder gut noch schlecht. Einfach erschöpft, aber auch ein wenig stolz, dass ich so richtig zum Schwitzen gekommen bin. Denke, dass werden wir jetzt so 1x die Woche weiterführen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass mein Mann es gar nicht so schlecht findet, wenn ich zur Abwechslung mal ihm folge …