veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners


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Zuckerzicke

Wer immer heute das zweifelhafte Vergnügen hatte, in meine Nähe zu gelangen: Ich entschuldige mich für alles. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen: ich stand heute unter (legalen) Drogen und war nicht Herrin meiner Sinne, geschweige denn meiner Umgangsformen.

Werfen wir einen Blick zurück zum Anfang der Woche. Montag, der Tag an dem das Elend seinen Lauf nahm. Meine zuckersüße Nichte feierte ihren 4. Geburtstag. Ich beging den folgenschweren Fehler, nach monatelanger Zuckerabstinenz, ein Stück des großartigen, wunderbaren, herrlichen Schoko-Kirsch-Streuselkuchens zu essen, der selbstverständlich vegan war – aber nicht weniger teuflisch für ehemalige Zucker-Junkies wie mich. Kleines Stückchen geht schon … wurden dann zwei. Der Tag endete damit, dass ich mir abends die Reste des Kuchens nach Hause holte.

In einem Anfall völliger Maßlosigkeit fiel ich in ein uraltes Muster zurück und schaufelte mit verklärtem Blick, völlig entrückt die süße Köstlichkeit in mich hinein. Ergebnis: Bauchschmerzen. Was mich nicht daran hinderte, am folgenden Tag in einer Bäckerei, die veganen Marzipan-Kirsch-Schokokuchen im Angebot hatte, meinen Zuckerrausch fortzusetzen. Schlussendlich habe ich es durch meine Fähigkeit, andere Menschen zu überzeugen, geschafft, meiner Mutter einzureden, dass sie unbedingt vegane Nussecken backen sollte. Freitag und Samstag verbrachte ich also im Nussecken-Zuckerrausch. Ein kurzes, herrliches Vergnügen, das ich bitter bezahlen muss – ganz zu schweigen von meiner Umwelt. Denn ich verwandle mich regelrecht in eine Zuckerzicke, wenn ich auf dem Zeug bin. Da müssen sich meine Schulkollegen schonmal damit abfinden, dass ich sie keines Blickes würdige, weil ich zwischen Frühstückszuckerstückchen und Nachtisch quasi auf „Entzug“ bin und auch einem Ehestreit würde ich nicht aus dem Weg gehen, um das letzte Krümelchen Kuchen zu bekommen.

Jetzt ist alles aufgefuttert. Was bleibt, ist ein leeres Gefühl. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, aber ich spüre, dass ich mir damit nichts Gutes tue. Und ob es der kurze Anstieg des Blutzuckerspiegels jetzt wirklich wert ist, dass ich vor lauter Frust, dass kein Kuchen mehr da ist, schnell 5 Datteln mit Haselnussmus gefüllt habe, und mir reingezogen habe … ich weiß es nicht. Ach, Quatsch natürlich weiß ich es! Ich führe mich auf wie eine Irre, wenn ich Zucker esse, ich habe schlechte Laune, bin zickig, maßlos und unausstehlich.

Notiz an mich selbst: diesen Beitrag lesen, bevor ich das nächste Mal in ein Stück Kuchen beiße. Und vorbeugend schon mal eine Strategie zum Umgang mit diesen äußerst fiesen Suchtmitteln überlegen. Oder einfach weglassen. Bis zum nächsten Geburtstag. Oder eine Alternative dazu überlegen, oder …

Ich hab euch das hier mal bildlich dargestellt: Zuckerzicken-badmoodfood-Map

Zuckerzickenmap

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Experimente

Ein ziemlich schlauer Mann, genau genommen Alf Ramsey, hat mal gesagt:

Never change a winning team!

Und er hat ja sowas von recht damit. Vor einiger Zeit beschloss ich, mich mit Brendan Brazier zusammen zu tun. Morgens, mittags, abends haben Brendan und ich zusammen gekocht. Bin ich gelaufen, habe ich anschließend auf Brendans Empfehlung hin meinen Regenerationsdrink gemixt. Meine Energie bezog ich aus seinen Energieriegeln und auch sonst waren wir ein wirklich gutes Team. Alles spitzenmäßig!

Dann hatte ich die Idee, dass es immer noch ein wenig besser gehen könnte. Und schließlich mache ich ja jetzt auch Krafttraining, da brauche ich viel mehr Eiweißquellen und muss ganz andere Dinge essen – Brendan reichte nicht mehr aus. Dachte ich. Und schickte ihn für 2 Wochen auf Urlaub.

Diese 2 Wochen waren voll mit Vollkornnudeln, Sojadrinks und -joghurt, Tofu und dem Zählen von Eiweiß und Kalorien. Dazu gesellten sich Bauchschmerzen, Völlegefühl, ein Blähbauch,  lähmende Müdigkeit, Unlust auf so ziemlich alles und Frust. Frust, das ich nicht das essen konnte, worauf ich Lust hatte, weil mein „Plan“ es nicht erlaubte. Wehmütig dachte ich an meinen alten Trainingspartner zurück …

Seit dieser Woche ist er endlich wieder aus dem Urlaub zurück und wir kochen, essen und trainieren wieder gemeinsam. „Vegan in Topform“ sozusagen! Ich futtere wieder Trockenfrüchte, esse Pseudogetreide, Hanfprotein, backe Cracker und Pizza aus Kernen und Samen und Pancakes aus Buchweizenmehl, die ich dann mit Nussmus und Banane esse, trinke „fette“ Smoothies und fühle mich wohl in meiner Haut.

Und das Miststück? (wer es vergessen oder überlesen hat: Das ist meine Waage). Die freut sich auch. Es geht bergab mit ihr – freiwillig hat sie 1 kg herausgerückt (das ich mir übrigens vorher draufgefuttert habe dank zuvieler Lebensmittel, die ich einfach nicht vertrage).

Notiz für mich selbst: Wenn es mir gutgeht, muss ich nicht zwingend etwas suchen, von dem ich glaube, dass es mir damit noch besser gehen könnte. Einfach mal zufrieden sein, mit dem was man hat bzw. is(s)t. Ist doch ganz einfach, oder?

Keep calm!


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Meine 7 Superfoods gegen Heißhunger

Nachtrag: Auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen habe ich die Superfoods für euch auch noch schriftlich zusammengestellt. Hier geht’s zum Download:  Meine 7 Superfoods.

Heute habe ich was ganz Besonderes für euch: meinen ersten Podcast! Darin verrate ich euch meine 7 persönlichen Superfoods, die täglich auf dem Speisezettel stehen und denen ich es verdanke, dass ich keinen Heißhunger mehr verspüre. Keine Schokoladengelüste und auch sonst keine Essensdramen mehr. Ziemlich gutes Gefühl!

Vielleicht funktioniert das bei euch auch?
Viel Spaß beim Zuhören. Ach ja, Versprecher inklusive. Ich werde noch viel an meiner Sprechtechnik üben müssen, damit alles gut klingt. Wie war das noch? „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen … “

 


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Judith’s ganz spezielle Spezialbratkartoffeln

War heute im Bio-Laden und hatte Lust auf Süßkartoffel. Und Bratkartoffeln.

Zuhause dann in Windeseile ganz spezielle Superbratkartoffeln mit Soße gemacht. Kann ich euch nicht vorenthalten. Warum schreib ich so kurz und abgehackt? Weil sie neben mir stehen und gegessen werden wollen. Wieso esse ich nicht zuerst? Weil ich dann nicht mehr weiß, was alles drin war. 😉

Legen wir los:

  • 2 kleine Süßkartoffel
  • 1 Fenchel
  • 1 kleine Zucchini
  • 1 Handvoll Champignons (oder andere Pilze)
  • 1 großer EL Kokosöl

Pfanne warm werden lassen, Kokosöl drin schmelzen. Süßkartoffel schälen und mit einem Hobel in dünne, dünne Scheiben hobeln. In das Öl geben. Passt auf, dass sie nicht in Schichten übereinander liegen – dann lieber 2 x hintereinander braten, wenn nicht alle Scheibchen einen Extraplatz in der Pfanne haben. Dauert nur ein paar Minuten bis sie dunkelorange werden und anfangen zu knuspern. Wenn alle eine gute Farbe haben kommt der Fenchel dazu. Der wird natürlich auch in ganz hauchdünne Scheibchen geschnitten (wer vorher noch nie einen gegessen geschweige denn verarbeitet hat: denkt dran, den Strunk rauszuschneiden). Zucchini mit dem Hobel auch in dünne Scheibchen verzaubern und ab in die Pfanne. Die Pilze schneiden oder mit den Fingern zerrupfen und dazugeben. Immer wieder umrühren, damit auch alles Wärme abkriegt. Salzen und pfeffern nach Geschmack. Ich hab außerdem ein Bratkartoffelgewürz mit Kümmel drangegeben.

Ich hatte zum Glück noch eine fertige Hefe-Schmelz-Soße daheim, die ich nur drüberkippen musste. Gehe davon aus, dass ihr das momentan nicht im Kühlschrank habt, deswegen:

  • Wasser
  • ein paar EL Hefeflocken
  • ein paar EL Sonnenblumenkerne
  • etwas Balsamicoessig
  • Paprikapulver
  • Salz
  • Pfeffer

und was euch sonst noch so einfällt (habe auch schon Pilze mitgemixt und Paprika und solche Dinge) durch den Mixer jagen. Ich hab keine Mengenangaben dabei, weil ich das nie abmesse. Ich geb es nach Gefühl in den Mixer und wenn mir die Konsistenz gefällt, dann passt’s! Normalerweise wird die Soße separat in einer Pfanne eine Zeitlang leicht geköchelt, damit sie eindickt, aber wenn ihr sie über die Bratkartoffeln gebt, reicht das auch.

Wie lange das Ganze dauert, weiß ich nicht, hab nicht auf die Uhr gesehen (ich hatte Hunger). Ausprobieren.
Schmeckt jedenfalls grandios! Finde ich.
Feedback erwünscht, falls sich jemand traut das Chaos-Rezept nachzukochen 🙂

Mahlzeit! 

Spezialbratkartoffeln


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Gastbeitrag: Rohkostexperiment & Glücksgenuss

Blogs und soziale Netzwerke sind eine tolle Sache! Man erfährt interessante Dinge und lernt wunderbare neue Menschen kennen. Einer davon ist die fabelhafte Daniela von „Glücksgenuss„. Kennengelernt haben wir uns über meine Facebook-Seite und ich durfte vor einiger Zeit einen Gastbeitrag für ihren Blog schreiben. Nun hat Daniela für veganmarathon einen Bericht ihres Rohkost-Experiments zur Verfügung gestellt. Denn, wie ihr euch vielleicht erinnert, mein Rohkostprojekt fiel ja stellenweise ins Wasser – zumindest was die grünen Smoothies angeht (nein, ich mag sie immer noch nicht).

So, jetzt kommt Daniela zu Wort! Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen:

Ernährung spielt in meinem Leben schon immer eine große Rolle.

Ich war 16 Jahre lang Vegetarier und habe mich bereits in dieser Zeit mit biologisch- wie ökonomisch- wertvollen Lebensmitteln beschäftigt. Seit einem Jahr lebe ich vegan und fühle mich damit großartig.

Die rein pflanzliche Ernährungsweise begeistert mich durch  ihre Vielfältigkeit  immer wieder aufs Neue.  Ich fühle mich fit, ausgeglichen und bin zudem viel seltener krank. Der Aspekt der Gesundheit ist dadurch immer mehr in den Vordergrund gerückt.

Um als Veganer alle Vitamine, Mineralien und Spurenelemente abzudecken, ist es wichtig sich ausreichend zu informieren. Dazu habe ich viele Bücher gelesen, im Internet recherchiert und Leute befragt die sich mit veganer Ernährung auskennen.

Immer wieder bin ich dabei auf das Thema Rohkost gestoßen.

Die ursprünglichste Ernährungsform.
Nahrungsmittel in Rohkostqualität dürfen nicht mehr als 42 Grad erhitzt werden, da die Eiweißverbindungen gerinnen und sich somit das Lebensmittel verändert. Man spricht dann nicht mehr von organischer Nahrung. Auch ein Großteil an Vitaminen geht verloren.

Das alles erschien mir plausibel. Doch wirklich angesprochen hat mich die Vorstellung nicht, den ganzen Tag an rohem Gemüse zu knabbern. Dennoch habe ich mich dazu entschieden dieses „Experiment“ einzugehen:

Eine Woche rein vegan-rohköstliche Ernährung.

Vorbereitung:
Im Vorfeld habe ich mir zahlreiche Rezepte herausgesucht.  Das Internet ist voll davon. Hier könnt ihr euch das ein oder andere ansehen, ohne viel Geld für Bücher auszugeben.

Am Vortag habe ich auf dem Markt frisches Obst und Gemüse eingekauft. Des Weiteren bekam mein Mixer einen Stammplatz in der Küche zugewiesen.

Start:
Die Tage haben für mich mit einem Guten-Morgen-Smoothie begonnen. Solch ein Smoothie enthält die konzentrierte Dosis an Nährstoffen und Vitaminen. Er ist einfach und schnell zubereitet und hält sehr lange an.

Als Zwischenmahlzeit gab es immer wieder Nüsse oder Obst.

Für das Mittag- und Abendessen habe ich mir immer sehr viel Zeit eingeplant.

Nicht dass die Zubereitung aufwendiger gewesen wäre, aber ich wollte die Lebensmittel bewusster erLeben. Durch die bewusste Wertschätzung der reinen Produkte, entwickelt sich interessanterweise ein intensiver Bezug zum Lebensmittel. Die Sinne schärften sich, was sich bspw. durch langsames und gründliches kauen bemerkbar macht.

Besonders überrascht war ich, als ich die rohköstliche Falafel von Megan Elisabeth ausprobiert habe. Ich hätte nie gedacht, dass roher Rotkohl so lecker schmeckt.

Veränderungen:
Bereits nach 2 Tagen sind mir die ersten Veränderungen aufgefallen. Mein Geschmackssinn hatte sich verfeinert und ist viel intensiver geworden. Karotten waren auf einmal süß, das Herbe der Kräuter würzig und angenehm, von roten Trauben bekam ich fast  einen Zuckerschock 🙂

Bereits am dritten Tag bin ich voller Energie nach nur 6 Stunden Schlaf aufgewacht. Müdigkeitsphasen gab es tagsüber überhaupt keine mehr.

Allerdings habe ich ab Tag 5 immer wieder Lust auf eine warme Mahlzeit verspürt. Auch das genießen eines heißen Tee mit einem veganen Cupcake erschien mir immer verlockender. Auf der einen Seite hat mir die rohköstliche  Zufuhr der vielen Vitamine u. Mineralstoffe einen Kick versetzt. Andererseits hat mir mein Körper immer wieder signalisiert, dass ihm etwas fehlt.

Was genau konnte ich allerdings nicht ausmachen. Gemerkt habe ich es dann als das Experiment zu Ende war. Bei einem Teller Pasta mit frisch gegrilltem Gemüse wurde es mir bewusst:

Für mich ist eine warme Mahlzeit auch Seelennahrung die von innen wärmt.

 Das Experiment war für mich ein voller Erfolg!

Mittlerweile sind Teile der rohköstlichen Ernährung in meine vegane Lebensweise mit eingeflossen. Die Woche hat mir gezeigt was genau mein Körper benötigt, um sich wohl zu fühlen.

Darauf zu hören  was einem der Körper mitteilen möchte, spielt für mich noch immer die entscheidende Rolle. Einen wundervollen sowie ausführlichen Artikel zu “Ganzheitliche Ernährung- dein Körper weiß, was er braucht“ findet ihr hier.

Weitere Info-Links zum Thema Rohkost findet ihr hier:

www.rohkost.de

www.rohfasten.de

www.roh-akademie.de

www.keimling.de


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Rohköstliche Ölquelle entdeckt!

Meine Regenerationswoche nach dem Viertelmarathon neigt sich dem Ende zu, meine Kondition kommt langsam wieder zurück. Anfang der Woche konnte ich nicht laufen, ohne dass der Puls schwindelnde Höhen erklomm. Mittlerweile hat er sich wieder beruhigt – allerdings sprang er dann heute doch kurz vor Freude!

Ich habe nämlich die Ölmühle Sailer für mich entdeckt. Zu meinem Lebenselixier gehören ja neben dem Laufen vor allen Dingen Nüsse, Samen und gute Öle. Am liebsten alles in Rohkost. Gar nicht so einfach zu finden, wenn man in einem kleinen Dorf in Westösterreich wohnt.

Aber heute – keine 12 Kilometer von mir zuhause entfernt im schönen Lochau am Bodensee (quasi nur einen Viertelmarathon entfernt, vielleicht jogge ich das nächste Mal hin) – hab ich meine persönliche Ölquelle entdeckt. Nussmuse, verschiedene Öle in großen und kleine Flaschen, Sonnenblumen-, Sesam-, und Aprikosenkerne, Nüsse und Hanfsamen – alles in Rohkostqualität … kurzum: ich war im Paradies!

Ich konnte sogar einen Blick auf die Herstellung von rohköstlichem, frischem Leinöl werfen und wurde von Barbara Sailer äußerst kompetent und freundlich beraten. Meinen Leinsamen bekam ich direkt vor Ort geschrotet und mein geliebtes Hanföl wird in den nächsten Tagen ganz frisch gepresst und ich bekomme eine extragroße Flasche abgefüllt!

Also wenn das nicht toll ist, dann weiß ich auch nicht. Ich werde dort meine Bestände regelmäßig auffüllen und freue mich sehr, diesen liebenswerten Laden mit hochwertigen Ölen und vielem mehr entdeckt zu haben!

Habt ihr da jetzt auch Lust drauf? Dazu müsst ihr nämlich nicht in Vorarlberg wohnen – denn Barbara und Christian Sailer versenden ihre Schätze auch in andere Länder. Besucht doch einfach mal ihre Website „Ölmühle Sailer“ !

Mit soviel gutem Treibstoff versorgt, geht es morgen in meine längste Laufeinheit dieser Woche! 70 – 80 Minuten im niedrigen Pulsbereich sind geplant und ganz nebenbei : ich habe heute die 30-kg-Marke geknackt! Vor 1,5 Jahren hat dieses Projekt begonnen und mittlerweile sind 30 Kilo auf der Strecke geblieben. Ich fühl mich gut und möchte meinen pflanzlichen Treibstoff nicht mehr missen! Umso mehr freue ich mich, dass ich nun neue Schätze ganz in meiner Nähe gefunden habe.

Hier ein paar Bilder von meinem heutigen Ausflug für euch:


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Low-Carb-Rohkost-Basenüberschüssige-Supernahrung, oder was?

Vor lauter Euphorie über meinen 10-km-Lauf hab ich wohl vergessen, dass auch angehende Läufer zwischendurch was essen sollten. Mein Kühlschrank war leer. Bis auf eine Portion Reis, ein bisschen Obst, eine halb zerdrückte Paprika und eine Sojasahne, die verschlossen und mit eiserner Miene seit Monaten auf ihren Verzehr wartete, war nicht allzuviel vorrätig.

Da stellte sich mir dann doch die Frage: wie ernähre ich mich überhaupt? Klar, in jedem Fall vegan, aber gibt es einen Trend? Bin ich ein Rohköstler? Esse ich kohlenhydratreduziert und bin ein Low-Carbler? Oder doch eher ein Clean Eater? Achte ich auf meinen Säure-Basen-Haushalt? Gibt es ein Konzept nach dem ich lebe?

Eigentlich gab es jahrelang immer irgendein Konzept nach dem ich lebte. Mal war es Weight Watcher’s fröhliches Punktezählen oder ich hielt metabolische Balance. Mal wurde ich schlank im Schlaf (was irgendwie nie so richtig funktionierte, obwohl ich extra viel geschlafen habe – denn dann kann man schon nicht essen), mal trennte ich die Speisen auf meinem Teller in Kohlenhydrate und Fette und Eiweiß. Eine Zeit lang war das auch alles ganz LOGIsch. Aber immer kam nach ein paar Wochen der Punkt, an dem ich alles in Frage stellte. Und vor allen Dingen hatte ich irgendwann keine Lust mehr, einem Konzept zu folgen. Vor allem, wenn es nicht mein eigenes war. Immer aufschreiben, was du isst? Immer alles grammgenau abwiegen? Abends keine Kartoffel, wenn alles was du auf dieser Welt haben willst, genau diese eine Kartoffel ist?

Zum ersten Mal bin ich nun seit einigen Tagen konzeptlos und ohne Aufschreiben unterwegs. Einerseits ist das sehr befreiend. Andererseits seltsam. Ich weiß oft nicht, was ich essen möchte und experimentiere viel – und nein, es ist nicht alles toll! Ihr kriegt nur die tollen Sachen zu sehen – die nicht so tollen kriegt mein Mann zum Probieren, dessen Urteil meist eintönig ausfällt. „Hm.“

Ich kämpfe mich also durch die Konzepte, suche meinen eigenen Weg durch den veganen Ernährungsdschungel und kann zumindest ein paar Dinge zusammenfassen, die mir für meine Ernährung wichtig sind und passen:

  • meine Ernährung ist vegan
  • meine Ernährung besteht zu einem wachsenden Teil aus Rohkost, derzeit etwa 40-50%
  • meine Ernährung mag ich oft basisch (d.h. vorrangig Obst & Gemüse, kleine Portionen Nudeln, Reis, etc.)
  • meine Ernährung besteht aus möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln
  • meine Ernährung kommt gut ohne herkömmlichen Zucker und Weißmehl aus

So sieht es momentan aus. Ich glaube, wenn ich ein Konzept oder einen Namen dafür bräuchte, trifft es am ehesten der Begriff „Clean Eating“. Aber ich glaube, das ist auch mehr eine Art der Ernährung als ein Konzept. Von mir aus auch ein Lifestyle. Ich mag mich selbst ja auch am liebsten natürlich und ungeschminkt. Warum sollte mein Essen dann anders sein?

Der Tag heute lief dann wie folgt ab – und den zähle ich teilweise durchaus, zwecks mangelndem Kühlschrank und Vorratsschrank-Inhalt zu den 5 miesen Prozent dazu:

Frühstück: 

Zwetschgen-Banane-Zimt-Smoothie (der war noch 100% genial)
Rest Naturreis angebraten, mit einem Schluck Reissirup und Zimt (ging ja auch noch gerade so …)

Mittags:

Vollkornnudeln mit Paprika und Zwiebel angebraten in Olivenöl, abgelöscht mit der äußerst verschlossenen Sojasahne
– das war für mich schon fast ein bisschen wie Fast Food – machte mich übrigens auch nicht satt.

Und da es so nicht weitergehen konnte, beschloss ich, die umliegenden Obstbauern am Bodensee zu unterstützen und was für meine Vorratshaltung zu tun. Nun habe ich also Erdmandelmüsli im Schrank, das ich nur heiß aufgießen muss, dazu Unmengen an Zwetschgen, Marillen, Äpfel und Pfirsiche. Außerdem frischen Kopfsalat, Zucchinis und Radieschen.

So geht’s dann halt weiter im Lern-Modus: Als jahrelang diätgeschädigte Jojo-Frau musst du das erst mal auf die Reihe bekommen, dass dir keiner sagt, was du essen sollst. Bisher endete das immer in 3-4 Kleidergrößen mehr. Aber diesmal nicht. Denn inzwischen bin ich eine Läuferin.

Und Läufer essen nun mal gute Dinge. Dann wenn sie Hunger haben. Hören auf damit, wenn sie satt sind und wissen genau, was der Körper jetzt braucht – und was er braucht, um 100 Kilometer Ultramarathon durchzustehen. Zumindest bilde ich mir das ein und habe es als Ziel für mich auserkoren, was meinen Speiseplan angeht.

Falls ihr mal was für den süßen Zahn braucht und das verdammt schnell, kann ich übrigens eines wärmstens empfehlen:

1 Medjoule-Dattel
1 TL Mandelmus
– beides in Rohkost-Qualität, wer mag –

Die Dattel halbieren, Kern raus und die Dattel mit dem Nussmus füllen. Gibt fast nix, was besser schmeckt.
Außer vielleicht … die Rohkost-Schokolade-Creme mit Kokosöl, also die ist schon mega … ich glaube, dafür hab ich noch alle Zutaten da. Ich bin dann mal weg!
Mahlzeit.

Pflanzentreibstoff