veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners


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Traditionsbeginn

Ich beginne heute und hier eine Tradition. Eigentlich hab ich sie schon vor zwei Jahren begonnen, aber letztes Jahr hab ich pausiert. Die Rede ist von meinem Geburtstagslauf.

Heute werde ich 34 Jahre alt und vor zwei Jahren habe ich zum ersten Mal einen Geburtstagslauf gemacht.

Kurz zurückgeblättert ins Jahr 2012:

6 Minuten Laufen; 1,5 Minuten Gehen – Dauer: 45 Minuten.

Heute, 5. Mai 2014:

10 min. Warmlaufen – 25 Minuten Laufen im Bereich GA3 (172 – 181 Herzfrequenz) – 10 min. Auslaufen – Dauer: 45 min., 6,35 km bei strahlendem Sonnenschein

Wäre eigentlich perfekt. Wenn da nicht dieses doofe Kratzen wäre. Nein, an meiner neuen Skinfit-Laufshorts liegt’s nicht. Die sitzt perfekt und ich liebe sie jetzt schon, auch wenn ich sie erst 2x getragen habe. Es geht um meinen Hals. Der kratzt seit heute morgen. Ganz leicht. Kann ja mal vorkommen. Vielleicht Heuschnupfen.

Jetzt ist es Abend und ich habe das Gefühl, es ist irgendwie doch nicht nur Heuschnupfen. Denn die Nase läuft und ich niese dauernd. Obwohl … klingt doch wie Heuschnupfen. Aber leichtes Kopfweh hab ich auch. Hat man das bei Heuschnupfen?

Egal, was es ist, es kommt grad ziemlich ungelegen. Denn ganz spontan laufe ich kommenden Samstag beim Oberreitnauer Teamlauf mit zugunsten des Kinderschutzbundes Lindau (es werden übrigens noch Läufer gesucht, Anmeldung ist bis 7.5. online möglich – wer macht noch mit?). Man läuft immer als 2-er-Team, abwechselnd eine Runde von 800 m und das für max. 60 Minuten. Ich laufe mit meinem Mann zusammen. Darauf freue ich mich wie ein Tofuschnitzel!

Und nun werde ich also krank. Sehr schön. Als ich schrieb, ich möchte eine Tradition beginnen, meinte ich damit nicht, die Tradition „ich-werde-kurz-vor-dem-Lauf-krank-oder-breche-mir-die-Zehe“ weiterzuführen, sondern eigentlich wollte ich nur einen traditionellen, jährlichen Geburtstagslauf einführen. Aber gut, man nimmt, was man kommt. Bin ich halt krank. So richtig bin ich es ja noch nicht. Und ich tue auch alles dafür, dass es so bleibt bzw. nicht schlimmer wird. Und was tue ich:

  • ich inhaliere mehrmals täglich mit Salzwasser
  • ich trinke viel
  • ich ströme mir den Energiepunkt 2

Bisher hat mich diese Kombi immer vor einer richtigen Erkältung bewahrt. Meist blieb es so bei 1-2 schlappen Tagen. Wer noch nie geströmt hat, mag es vielleicht mal testen. Ist wirklich einfach und ihr müsst auch nicht dran glauben – funktioniert auch ohne. Dazu stemmt man einfach die Hände in die Hüften und die Finger liegen automatisch dort, wo geströmt wird (mit Klamotten oder ohne, wie es euch besser gefällt). Finger einfach für einige Minuten liegen lassen (ohne Druck). Geht im Stehen, im Sitzen und im Liegen. Manches davon ist bequemer, manches nicht. Ausprobieren.

Energiepunkt 2 strömen

So und nun wünsche ich mir, weil ich heute Geburtstag habe, das diese seltsame Befindlichkeit flugs verschwindet, denn schließlich habe ich am Samstag einen Lauf! Und ich brauche die kommenden Tage, um nervös zu sein, mich verrückt zu machen und ordentlich in eine leichte Lauf-Hysterie reinzusteigern! Da kann ich keine Schnupfennase brauchen.

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Zum Heulen

Manchmal sind die Dinge einfach nur zum Heulen. Wir heulen, wenn was weh tut (gut, nicht wir alle). Wir heulen, wenn etwas blöd gelaufen ist (auch nicht wir alle). Wir heulen, wenn etwas Trauriges passiert (die meisten von uns).

Nach den letzten grenzüberschreitenden Trainingsintervallen, als ich neben meinem bestens gelaunten Mann heimwärts kroch auf allen vieren (ok, das ist übertrieben, aber kommt der Wahrheit schon ziemlich nahe), versuchte er mich aufzumuntern und meinte: „He, letztes Jahr hättest du auf der Strecke noch heulen können!“

Was heißt denn hier „letztes Jahr“? Das tue ich heute noch! Jede Woche mindestens einmal. Zumindest gedanklich. Aber vielleicht ist das auch gar nicht das Verkehrteste. Denn heulen tun wir ja auch, wenn wir glücklich sind (manche von uns). Wir heulen, wenn wir etwas Wichtiges geschafft haben (ja, nicht jeder von uns, aber einige). Wir heulen, wenn uns etwas überwältigt. Zumindest ich.

Und das geschah am 1. Mai 2014. Also vorgestern. Ich saß am Computer (was öfters vorkommt, wenn ich nicht gerade laufe) und bekam eine Mail. Von einem Menschen, dessen Namen ich vorher nie gehört hatte, der mir gänzlich unbekannt war. Und dieser Mensch schrieb folgendes:

Einen wunderschönen guten Morgen!

Warum schreibe ich Dir?

Ich habe mich im Dezember im Internet ein bisschen schlau machen wollen von wegen gesunder Rezepte und so……! Da bin ich durch Zufall auf Deine Seite gekommen und war ganz begeistert von Deiner Story.
Nun, wie gesagt es war Dezember. Weihnachten vor der Tür, mein Geburtstag am 21.12. und anschließend Silvester……..also der richtige Zeitpunkt seine Essensgewohnheiten neu zu strukturieren!

Natürlich mit Hintertürl, so quasi „Vegan hört sich super an, aber vielleicht halt nur 3x die Woche und auf Käse wird schwer zu verzichten sein, na dann schau mer mal!“ (wie der Kaiser Franz das so schön auszudrücken weiß).

Kurze Rede, langer Sinn: kein Problem mit Käse oder sonstigen Sündenfällen, kein Gramm Wurst, kein Gramm Fleisch – Smoothies bis zum abwinken, Salate Gemüse und sämtliche erlaubte Dinge, die das Veganerleben so erfreulich machen. Ich habe wieder zu laufen begonnen, laufe am Sonntag, 04.05. meinen ersten Lauf seit 6 Jahren und habe mein Gewicht in diesen 5 Monaten auf 82kg herunter“gefressen“ (von über 90kg).

Also ein Ganz festes DANKE an Dich liebe Judith, I feel good!!!!

Ach ja, der Geburtstag im Dezember war mein 63er, also es gibt sicherlich keine Grenzen und keine Ausreden!!!

Und an diese Zeilen werde ich nächstes Mal denken, wenn ich mal wieder heulen konnte. Vor Frust oder Wut. Denn da draußen sind wirklich Menschen, die wegen mir etwas verändern. Das kriege ich vielleicht gar nicht immer mit, denn nicht jeder schreibt mir oder macht sich bemerkbar. Aber alleine der Gedanke daran, dass so etwas möglich ist, macht mich so glücklich, dass ich glatt schon wieder heulen könnte.