veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners


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Laufmantra

Laufen macht den Kopf frei. Heißt es immer.

Bei mir ist das genau andersrum. Ich hab danach immer dermaßen viele Gedanken im Kopf, dass ich sie aufschreiben muss. Denn ich lerne unheimlich viel während des Laufens. Über mich. Was für Ängste ich habe, welche Zweifel da sind … und wie man es schafft, den ganzen Blödsinn abzustellen. Also die Ängste und die Zweifel.

Da ich selbst aber meistens in Gedanken bin und außerdem damit beschäftigt, halbwegs vernünftig atmen zu können und einen mehr oder minder aufrechten Gang zu bewahren, während ich laufe, brauche ich dabei manchmal einen Schubser von außen. Mental gesehen natürlich. Ein tatsächlicher Schubser während des Laufens hätte fatale Folgen, die ich mir gar nicht ausmalen möchte. Denn so gefestigt bin ich ja noch nicht in meinem neuen Training.

So geschehen letzten Montag. Intervall-Training. Alleine das Wort lässt mir momentan die Nackenhaare zu Berge stehen. Nicht, dass ich davon viele hätte, aber sagt man halt so. Es scheint eine Art Trauma zu sein. Das vorletzte Intervall-Training (iiih, da ist es schon wieder!) war ja nicht gerade mein angenehmstes. Aber soll ein Intervall-Training (ah, jetzt langt’s aber!)  überhaupt angenehm sein? Soll überhaupt irgendein Training angenehm sein? Ich sag jetzt einfach mal: nein. Und außerdem ist alles unangenehm bevor es angenehm wird. Zumindest die Sachen, die einen Überwindung kosten. So entwickelt man sich weiter. Als Sportler. Als Mensch. Und überhaupt. Denke ich. Hoffe ich. Glaube ich.

Zurück zum Inter … nein, ich schreib’s jetzt nicht nochmal. Ich werde es ab sofort „Grenzen-Überwindungs-Training“ nennen. Letzten Montag stand also das GÜ-Training auf dem Plan. Zur mentalen und körperlichen Unterstützung begleitet mich beim GÜT immer mein Mann. Und um zu verstehen, wieso das hier so wichtig für mich ist, muss man folgendes wissen: Er ist kein Mann großer Worte (für die Worte bin ich zuständig, meine reichen für uns beide), aber wenn er was sagt, dann nie ohne Grund. Ich also mal wieder leichte Panikattacken kurz vor dem Grenzen-Überwindungs-Training: „Schaffe ich das?“ „2 Kilometer in dem Pulsbereich? Das ist aber schon hart.“ „Ich weiß nicht, ob ich den Puls so schnell hochkriege …“  Blablabla … ich sag ja, meine Worte reichen für uns beide. Wenn nicht sogar noch für 2-3 weitere Familienangehörige.

Und alles was er dazu sagt ist:

Du musst nur rennen. Sonst nichts.

Und das mit einer Gelassenheit, die selbst einen Pandabären beim Mittagsschlaf vor Neid erblassen lassen würde. „Du musst nur rennen? Sehr witzig“, giftete ich zurück. Aber dann, das Einlaufen ging los, die Atmung wurde schneller – Sprechen war nicht mehr ganz so lustig – begann ich, wie immer beim Laufen, nachzudenken. Stimmt ja eigentlich. Ich muss nur rennen. Sonst nichts. Nicht denken. Nicht zweifeln. Nicht reden. Nicht durchdrehen. Nicht ängstlich sein. Einfach nur rennen. Wie früher. Als ich klein war. Da bin ich auch ständig gerannt. Wäre mir nie in den Sinn gekommen, dass das irgendwie beängstigend wäre. Und nur weil ich heute mit GPS-Uhr, Pulszonen und einem Wettkampfziel ausgestattet bin, hat sich an der grundlegenden Sache überhaupt nichts geändert.

Ich muss nur rennen. Sonst nichts.

Und das ist so kinderleicht, dass ich schon wieder lachen muss. Über meine Kompliziertheit. Nur rennen. Ganz einfach.

Einfach nur rennen. Kinderleicht!

Dieses Bild stammt übrigens von der wunderbaren Fotografin und Journalistin Susi Donner, die mit mir ein Interview für die Schwäbische Zeitung geführt hat. Danke, liebe Susi!

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Schiff auf zwei Beinen oder Wie ich nochmal laufen lerne

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Intervalltraining

Ich trabe im Warmmach-Tempo vor mich hin. Noch 20 Sekunden bis zum Intervall meldet der Garmin. Noch 10 Sekunden. Ich laufe ein wenig schneller, schließlich will ich vom Intervall-Tempo nicht überrumpelt werden. Noch 3, 2, 1 … LOS! „1. Intervall für 800 Meter in der Pulszone 172 – 181“, befiehlt der Garmin mit einem nervigen Piepsen, vibrierend am Armgelenk. Ich laufe schneller, atme schneller. Nach 10 Sekunden habe ich das Gefühl, ich kann nicht mehr schlucken. Irgendwie ist alles so trocken. Nach 30 Sekunden habe ich das Gefühl, ich kann nicht mehr atmen. Kein Rhythmus. Der Garmin vibriert genervt: „Puls zu niedrig“. Ich laufe weiter, will nicht zu sehr beschleunigen, denn schließlich muss ich 800 Meter durchhalten. Das kann verdammt lang sein. Bei jedem Ausatmen ist inzwischen ein seltsamer Ton  hinzugekommen, nicht vom Garmin, sondern von mir. Eine Art Ächzen. Ich keuche. Vor lauter Speed (gefühlter Speed, in Wirklichkeit war’s wohl irgendwas um die 10 km/h) werde ich unkonzentriert, muss aufpassen, dass ich nicht stolpere. Wie ein Schluck Wasser in der Kurve, versuche ich, meine Bahn zu halten. Atmen geht immer noch nicht geräuschlos. Nur durch den Mund. Koordiniertes Laufen sieht auch anders aus – ich schwanke, wie ein Schiff auf zwei Beinen. Nach rund 300 Metern habe ich endlich diesen verdammten Pulsbereich erreicht. Allerdings nur die unterste Grenze davon.

Was ist passiert?

Ganz grob kann man sagen, mein Körper muss nun mit einer Geschwindigkeit laufen, um den angestrebten Pulsbereich zu erreichen, die er noch nicht kennt. Die Beine müssen sich schneller bewegen, die Atmung muss sich anpassen, Muskeln, Sehnen, Bänder – das Zusammenspiel funktioniert noch nicht wirklich in dem Bereich. Wir haben uns daran gewöhnt, gemütlich mit 7 km/h vor uns hinzutrotten. Darin sind wir inzwischen großartig und beinahe unschlagbar! Aber das hier? Das ist neu. Nachdem ich mich deswegen bei meinem Trainer ausgeheult habe und ihm mitgeteilt habe, dass ich fürchte, ich bin nicht dazu gemacht, so schnell zu laufen, hat er es mir dann erklärt.

Es ist ein bisschen so,  wie wenn du nochmal Gehen lernst.

Dein Körper lernt jetzt, sich mit einer neuen, schnelleren Geschwindigkeit fortzubewegen – er ist es nicht gewohnt, da er es bisher nie musste. Neue Abläufe werden mit jedem Training innerhalb des Körpers programmiert. Anfangs kann das unkoordiniert sein, die Atmung passt nicht – eigentlich passt gar nix. Aber der Körper lernt. Jedes Mal. Jedes verfluchte Intervalltraining. Und ja, geflucht habe ich in den Trabpausen wie ein Weltmeister (darin bin ich ausgesprochen gut). Das ändert nix daran, dass ich gestern hätte heulen mögen. Ich fühlte mich, wie ganz am Anfang. Kaugummi unter den Füßen, Waten durch ein Meer aus flüssigem Zement. Anstrengung, Schweiß, zeitweise Überforderung – und immer wieder kurz der Gedankenblitz: „Lass es sein. Das kannst du nicht!“ Aber genau das stimmt nicht. Ich kann es sehr wohl. Als ich klein war und laufen lernte, bin ich auch oft auf die Schnauze gefallen. Habe ich damals meinem inneren Kritiker geglaubt? Nein. Ich bin so oft wieder aufgestanden, bis das Laufen von selber ging. Bis ich nicht mehr drüber nachdenken musste. Und deswegen bin ich gestern diese doofen 6 Intervalle gelaufen. Zornig, wütend, erschöpft und atemlos. Aber ich bin gelaufen. Werden wir schon noch sehen, wer hier den längeren Atem hat. In einem Jahr werde ich dann hier zu diesem Eintrag zurückblättern. Dann schauen wir mal, was sich bis dahin getan hat. Aber eins ist sicher: liegenbleiben gilt nicht!


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Turtlerunner 2.0

Was für ein grandioser Tag! Dabei gäbe es gleich mehrere Gründe, ihn überhaupt nicht zu mögen:

  1. es regnet wie aus Kübeln
  2. ich habe heute Matheunterricht
  3. ich habe heute Deutschunterricht und verweigert, die Hausaufgabe zu machen
  4. ich habe heute Ruhetag = kein Training!

 

An Ruhetagen bin ich meist etwas, sagen wir mal: unausgeglichen. Aber heute war ein besonderer Ruhetag.

Der Tag meiner 3. Leistungsdiagnostik seit Beginn meiner Läuferkarriere

Kurzer Überblick zum bisherigen Verlauf: 2012 im Juni startete ich mit ärztlicher Untersuchung, Rundum-Check und Leistungsdiagnostik bei rund 96 Kilogramm und mit relativ voluminösem Ausmaß. Ergebnis: eine kleine Katastrophe. Vereinbarung lautete: Walken, walken, walken – Grundlagenausdauer aufbauen.

Zeitsprung ins Jahr 2013 – Juli: inzwischen 25 kg leichter, ohne nennenswertes Training, da ich verletzungsbedingt pausieren musste, fand die 2. Diagnostik statt – Ergebnis: ernüchternd bis niederschmetternd. Trotz Gewichtsabnahme war ich nicht wesentlich fitter geworden. Wieso auch? Naja, ich hätte mir schon erwartet, dass das im Gesamtpaket irgendwie enthalten wäre à la „25 kg weniger, dafür 5 km/h schneller“. Aber so funktioniert das leider nicht. Weitere Vereinbarung: walken, walken, walken, max. 1 x pro Woche 30 min. laufen wegen der immer noch gefährdeten Hüftsehne, Grundlagenausdauer aufbauen!

Brav und stur wie ich bin, habe ich mich daran gehalten. Und heute, 8. April 2014, fand die 3. Leistungsdiagnostik im Diagnostikzentrums meines Vertrauens statt. Diesmal mit Markus, der mich bereits die letzten beiden Male schon gequält … äh, begleitet hat und Assistent Rainer. Rainer stellte kurz vor Beginn des Laufbandabenteuers fest, dass etwas nicht stimmte. „Du bist schon die Judith, oder?“ wollte er wissen. Soweit mir bewusst war, hatte sich zumindest daran nichts geändert. Ich nickte. „Da stimmt was nicht“, murmelte er. Ja wie denn? Jetzt schon? Das bei mir so manches nicht stimmte, war mir im Verlaufe der letzten beiden Jahre immer wieder deutlich bewusst geworden, aber jetzt lief das Laufband noch nicht mal! „Auf dem Formular steht zwar dein Name, aber beim Gewicht steht 96 kg. Das kann nicht sein!“ HA! Stimmt, das kann nicht sein. Nicht mehr. Markus meinte dazu: „Ja, das war einmal! Heute wird uns Judith mit sensationellen Leistungen überraschen!“

Setzte mich kaum unter Druck. Meine größte Sorge war nämlich, dass sich schlicht und ergreifend gar nichts verändert hat seit letztem Jahr. Klar, ich war weitere 5-6 kg leichter und trainierte wie jemand, dessen Lieblingsbeschäftigung das Laufen war, aber bei meinem verrückten Körper muss man sich auf alles gefasst machen. Dann ging’s los. Markus und Rainer hatten sich die Rollen derweil aufgeteilt in „guter Cop“ und „böser Cop“. Rainer, stoppte die Zeit und kümmerte sich um mein Wohlbefinden („du hast schon die Hälfte geschafft“ – „wie anstrengend ist das auf der BORG-Skala“ – „Alles ok?“), während Markus der Mann mit der Nadel war. Und die mit den Nadeln sind immer die Bösen. Alle 3 Minuten wurde mein Ohr gepikst und das Laufband um 1 km/h schneller gestellt. (Anm.: in Wirklichkeit waren natürlich beide, Rainer und Markus, sehr nett :))

Bei 9 km/h meinte Markus: „Da hast du letztes Jahr das Handtuch geworfen. Aber heut geht schon noch was, oder?“ Ja, aber wie da noch was geht, keuchte ich in Gedanken. Und rannte. Versuchte, dabei noch halbwegs elegant auszusehen.

Bei 10 km/h war mir das dann schon nicht mehr ganz so wichtig.
Bei 11 km/h fragte ich mich, wen zum Teufel es interessierte, wie man beim Laufen aussah.
Bei 12 km/h war mir klar: mich nicht!

Denn da war Ende. Zum ersten Mal für mich eine Schallmauer durchbrochen. Laufen im 2-stelligen km/h-Bereich. Das Endergebnis so toll wie Geburtstag und Zieleinlauf zusammen. Sämtliche Pulsschwellen haben sich nach oben verschoben. Puls ruhiger, Laktatwerte verbessert.

Und als Markus dann nach meiner Zielzeit für den 10-km-Frauenlauf fragte (ich habe mal ganz euphorisch 1h 10 min. angegeben), meinte er: „Ich seh mir dann dein Ergebnis ganz genau nochmal an – und wenn das nicht zwischen 55 – 60 Minuten liegt, dann aber!“

Ja klar, stresst mich auch nur unwesentlich, so eine Ansage. Wohl zuviel Zeit auf dem Laufband verbracht – ich, quasi die Erfinderin des Turtlerunnings, soll 10 Kilometer in einer Stunde oder weniger laufen? Niemals! „Doch, du kannst das. Deine Werte zeigen, dass das machbar ist. Mit einem dementsprechenden Training.“

AAAAAH! HILFE! ICH MUSS LAUFEN. ALSO SO RICHTIG.

Ich gebe zu, ich bin saumäßig stolz auf diese Entwicklung gleichzeitig schiebe ich totale Panik. Was, wenn in Zukunft die Natur nur noch so an mir vorbeifetzt, quasi in „Blurred Lines“ und ich so schnell werde, dass ich viel längere Laufstrecken suchen muss, weil die alten nicht mehr ausreichen, was, wenn ich meinen Mann abhänge, was, wenn das Laufen plötzlich total anstrengend wird für mich, was, wenn … ach, Blödsinn! Ich übertreibe mal wieder maßlos und eigentlich mach ich doch nur Quatsch, denn wir wissen doch alle, dass das sehr wahrscheinlich nicht so schnell passieren wird. Denn auch wenn ich mich enorm gesteigert habe, reicht es bestenfalls für Turtlerunning 2.o. – ob ich irgendwann mal jenseits der 10km/h-Marke laufen werde steht noch in den Sternen und auch wenn, dann passiert das nicht von heute auf morgen. Es ist eine Entwicklung. Wie die Reise zum heutigen Tag und der heutigen, tollen Bestandsaufnahme.

Ich habe gelernt: Dranbleiben lohnt sich. Langsam laufen lohnt sich. Weitermachen, durchhalten, bei jedem Wetter laufen – lohnt sich. Auch wenn du selbst die Mini-Fortschritte gar nicht so erkennst, es gibt Menschen, die das für dich tun. Das sind dann die, die zu dir sagen: „He, jetzt ist aber mal gut mit Abnehmen“, wenn du schon seit 6 Monaten dieselbe Zahl auf der Waage siehst und denkst, es tut sich nix mehr. Oder die, die am Ende einer Leistungsdiagnostik zu dir sagen: „Wahnsinn, deine Entwicklung. Einfach Wahnsinn! Du bist eine richtige Läuferin geworden, eine richtige Wettkampfläuferin.“

Das schönste Kompliment, das ich seit langem gehört habe (sorry, Schatz, aber da kannst du echt nicht mithalten 😉 !

Und das ist nicht der einzige Grund, wieso ich Fan davon bin, sich hin und wieder der Tortur einer Leistungsdiagnostik zu unterziehen – inklusive hochrotem Kopf und dunkelrot-lila verfärbtem Ohrläppchen. Die nächsten Tage gibt’s auf meiner Website (www.judithriemer.com) einen Artikel über die wichtigsten Gründe, wieso ihr das unbedingt mal mitgemacht haben müsst. Und wer mag, besucht Markus und Rainer mal auf Facebook oder ihrer Website – da findet ihr einiges an Infos, Preisen und Hintergrundwissen zum Thema Laktat & Co.

 


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4 Dinge, die ich (fast) täglich verwende

Seit ich laufe, trainiere und sonst viele nette Dinge mache, an die ich vor zwei Jahren noch nicht im Traum gedacht hätte, haben sich ein paar Dinge verändert.

Ich kann Hosen anziehen, die seit 8 Jahren im Schrank auf mich warteten (ist eigentlich noch jemand außer mir so seltsam und bewahrt Klamotten so lange auf, für den Fall, dass man doch mal wieder schlank wird?), ich esse merkwürdige Dinge zum Frühstück (heute zum Beispiel Misosuppe und Vollkornreis mit Spitzkohl, weil es anscheinend für ein gutes Bauchgefühl den ganzen Tag sorgen soll – das muss ich natürlich testen) und ich habe ständig und überall an den verschiedensten Stellen meines Körpers Schmerzen.

Und auf die bin ich richtig stolz. Die sind hart erarbeitet. Muskelkater vom Berglauf, Muskelkater vom Bergablauf, Muskelkater vom Stabi-Training, Muskelkater vom Yoga, Muskelkater vom Wadenheben mit dem eigenen Gewicht (Mein Mann will mich ständig dazu überreden, noch Gewichtsscheiben draufzumachen, aber wozu? Habe ja mit meinem eigenen Körpergewicht schon genug zu tun) und sonst tut auch noch so dies und das hin und wieder mal weh.

Und wegen all dieser wunderbaren Neuerungen in meinem bewegten Leben, komme ich nicht umhin, heute aufzuschreiben, was mir kürzlich aufgefallen ist. Es gibt nämlich seither ein paar Dinge, die beinahe täglich bei mir im Einsatz sind und möglicherweise, kann der ein oder andere von euch, diese Dinge auch gut gebrauchen – oder mir Tipps geben, wie ich diese Liste erweitern könnte.

1. Meine neue App für’s Stabilisations-Training

Anfangs war mein Mann meine App. Ich habe ihn dazu gezwungen, mir für 4 Übungen à 3 Runden die Stoppuhr zu drücken – je 20 Sekunden pro Übung. Und vermutlich würden wir das auch heute noch so machen,  wenn ich nicht dahinter gekommen wäre, dass er mich betrügt. Mit der Stoppuhr! Als ich letztens keuchend in dieser Bauchstütz-Planken-Haltung war und kurz vor dem Exitus gehaucht habe „Wieviel noch?“, sagt der doch glatt: 30 Sekunden sind jetzt vorbei. Ich brach auf der Matte zusammen und erklärte ihm dann mit hochrotem Kopf, dass der Unterschied zwischen 20 Sekunden und 30 Sekunden vielleicht nicht gravierend ist, wenn man auf der Couch sitzt und fern sieht. Wohl aber, wenn man auf Zehenspitzen und Ellenbogen, lang ausgestreckt, versucht, sein Balance zu halten. Das war der Anfang vom Ende und ich beschloss, mir eine App zu holen. Fündig wurde ich bei Gymboss – kostet genau gar nichts und ich kann meine Intervalle genauestens programmieren, sowie die Pausen dazwischen und wieviele Durchgänge ich machen möchte. Perfekt! Mindestens 2 x die Woche im Einsatz. Gibt’s auch für Android, wenn ich es richtig gesehen habe.

2. Traumaplant – Schmerzsalbe

Manchmal, wenn ich es mal wieder übertrieben habe, und 500 Meter bergab gelaufen bin, kann es sein, dass meine Knie etwas mehr Zuwendung brauchen. Dann massier ich eine kleine Portion Traumaplant ein und gönne ihnen etwas Ruhe. Bisher hat es noch bei jedem Wehwehchen geholfen. Mehrmals wöchentlich im Einsatz bei mir.

3. Blackroll – die Rolle des Schreckens

Ich möchte jetzt hier gar nicht lang erklären, was das ist, denn das können andere viel besser. Am besten ihr googelt einfach mal nach dem Wort „Blackroll“ und dann seht ihr gleich wovon ich spreche. Im Grunde genommen, kann man sich damit selbst massieren und ich tue das mehrmals pro Woche. Wenn ich es nicht vergesse. Denn manchmal würde ich es gern vergessen. Es tut nämlich weh. Zumindest bei mir. Die meisten Leute, mit denen ich mich darüber unterhalten habe, sagen, es wird besser, wenn man es ein paarmal gemacht hat. Bei mir nicht. Ich könnte jedesmal heulen vor Schmerzen. Scheinbar geht es um „verklebte Faszien“, was an sich schon total gruslig klingt. Und mit der Blackroll kann man die wieder fein fluffig rollen, damit nix mehr klebt. Das Gefühl während des Rollens ist ziemlich „bäh“. Aber danach fühlt man sich wirklich gut! Gut durchblutet, warm und entspannt. Beugt auch Verletzungen vor. Also, Augen und Mund zu (am besten geknebelt wegen der Schmerzensschreie) und durch!

4. Pferdebalsam

Erst war ich skeptisch. Schließlich bin ich Veganerin. Da schmier ich mir doch keinen Pferdeextrakt auf die Beine. Heutzutage weiß man ja nie, wo was drin ist. Aber dann habe ich entdeckt, dass der Balsam so heißt, weil er ursprünglich für Pferde entwickelt wurde. Das heißt, die lieben Vierbeiner wurden damit eingerieben. Wozu? Gute Frage, das habe ich noch nicht recherchiert, war mir aber an und für sich auch egal, wenn ich ehrlich bin. Der Mensch nutzt es dazu, schmerzende Muskeln, erschöpfte Beine, Gelenke, die weh tun und andere nette Dinge, damit einzureiben. Es riecht kräutrig-frisch, ist  kühl und zieht sehr schnell ein. Tut gut vor dem Laufen und auch danach. Meinen Balsam hab ich bei DM gekauft – aber Hersteller gibt es Tausende, wenn man so das www durchforstet.

Und dann gibt es heute noch ein paar Empfehlungen & Links, die mir grad wichtig sind: 

Anke und Timo haben eine vegane Suchmaschine realisiert und helfen damit, schneller Produkte im Dschungel des WWW zu finden. Ich finde, eine Hammer-Idee. Zu finden unter www.vegansuche.de 

Außerdem wurde ich doch glatt von einem englischsprachigen Blog interviewt zu meiner Geschichte. Die Chance habe ich mir natürlich nicht nehmen lassen. Schließlich grad in Englisch maturiert, gute Gelegenheit, dranzubleiben. Nachzulesen unter runinspired!

Außerdem hab ich mal wieder einen Podcast aufgenommen – zum Thema Superheldentraining. Vielleicht wollt ihr ja was auf die Ohren 🙂 Viel Spaß beim Anhören!

Superhelden-Podcast