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aus dem laufalltag eines turtlerunners


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An alle Turtlerunner da draußen – Bericht Vollmondlauf

Vorweg möchte ich euch eines sagen, meine lieben Mit-Turtlerunner: die Welt braucht euch. Jedes Rennen, das in eurer Nähe ausgetragen wird braucht euch.

Für alle, die nicht wissen, was oder wen genau ich meine, hier eine Definition: 
Turtlerunner sind die Läufer, die als letzte durchs Ziel gehen. 
Es sind die, die für dieselbe Strecke doppelt so lange brauchen, wie die richtig guten Läufer. Es sind die, denen nichts geschenkt wird. 
Es sind die, die für eine Halbmarathon-Vorbereitung ein Jahr brauchen, statt drei Monate. Es sind die, deren Puls beim Schuhe zubinden schon über 110 steigt. 
Es sind die, deren Pace beim ruhigen, langen Lauf über 9 Minuten liegt.

Ja, diese Läufer gibt es. Und sie sind sehr wichtig. Ich gehöre auch dazu.

Und wieso sind wir so wichtig? 
Wieso sollten bei jedem Lauf, der irgendwo stattfindet auch die Turtlerunner vertreten sein?

Ganz einfach: Weil wir damit anderen Menschen Mut machen, es auch zu versuchen.
Weil es keine Schande ist, langsam zu sein und das zu zeigen. Weil wir mental um einiges mehr aushalten müssen als die Speedies des Rennens. Wieso das?

Weil wir neben der körperlichen Anstrengung auch noch den psychischen Kraftakt meistern müssen, die letzten zu sein. Als letzte vor dem Fahrradfahrer herzulaufen, der das Feld von hinten aufräumt. Der bremsen muss, weil wir so langsam sind. Vom Sprecher im Ziel als „die letzten“ angekündigt zu werden. Von überholenden Läufern auf die Schulter geklopft zu werden mit einem „Auf geht‘s!“ während wir schon beinahe das Licht am Ende des Tunnels sehen. Wir müssen oft doppelt so lange laufen wie alle anderen, um dieselbe Strecke zu schaffen. Und das tun wir nicht, weil wir so gemütlich laufen, dass wir nebenher noch lustig schwatzen können – nein, wir tun das und sind dabei an unserem Limit. Wir laufen mit 175 – 180 Puls über 10 Kilometer.

Wenn es uns nicht gibt, wenn wir nicht an Rennen teilnehmen, dann werden es immer die „begnadeten“ Leistungssportler oder begabten Hobbysportler sein, die teilnehmen. Ich bin der Meinung, jedes Rennen braucht seine Turtlerunner-Fraktion. Denn so trauen sich vielleicht auch diejenigen mitzulaufen, die bisher immer dachten: „Da sind doch nur die Guten, das wär total peinlich für mich, da mitzulaufen.“

Scheiß auf peinlich!

Jeder Schritt zählt. Mitmachen. Mitlaufen. Spaß haben. Und wenn dir bei Kilometer 5 von 10 mitten im stockfinsteren Wald die Taschenlampe verreckt, dann läufst du weiter. Und du lachst dabei! Du läufst für dich selbst und für die anderen. Du läufst für alle, die sich (noch) nicht trauen mitzulaufen, weil sie für die Allgemeinheit zu langsam sind. Und wenn du dann nur noch 2 Kilometer vor dem Ziel bist und den Sprecher und die Leute schon hören kannst, die am Ziel auf die letzten warten, dann gibst du nochmal Gas. Du spürst zwar die Beine kaum mehr, aber ein bisschen was geht noch. Und wenn dann plötzlich einer der Speedies – die schon 40 Minuten vor dir im Ziel waren – zurückkommt, um dich auf dem letzten Kilometer zu begleiten und zu unterstützen, dann ist das schon eine ziemlich geile Sache! (Danke Thomas – es hat mir sehr viel bedeutet!)

Ich hatte gestern das tollste Rennen, das ich bisher gelaufen bin. Ich bin Vorletzte geworden und stolz darauf. Meine Freundin hat den letzten Platz belegt und darauf bin ich genauso stolz – denn wir haben gekämpft! Und ich wage zu behaupten, dass wir beide mehr kämpfen mussten als die meisten, die in besserer Form sind.

Sollten wir uns jetzt verstecken und nicht mehr mitmachen bei solchen Rennen? Nein, ich finde nicht. Jetzt erst recht! Und ich hoffe, durch unsere Lauf-Zeit traut sich vielleicht der ein oder andere nächstes Jahr auch mitzumachen, weil er sieht, dass da nicht nur Profis und Hobbysportler laufen. Sondern eben auch Turtlerunner.

Und ich verspreche an dieser Stelle eines: sollte ich jemals rauskommen aus der Turtlerunner-Klasse und vielleicht irgendwann mal zu den Speedies gehören, dann wird es mir eine Ehre sein, jährlich an 1-2 Rennen teilzunehmen und einen Turtlerunner in seinem Tempo ein ganzes Rennen lang zu begleiten.


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Noch 7 Stunden!

Dann geht’s los! Um 17.45 Uhr ist Startschuss für den 10-Kilometer-Vollmondlauf in Bad Schussenried. Die Vorfreude und Nervosität steigt minütlich. War eben noch schnell in der Ölmühle meines Vertrauens (ha, wer kann das schon von sich behaupten?) und habe mich mit frischem Kokosmus und Mandelmus eingedeckt.

Essensplan am heutigen Racing Day:

Frühstück: Bananen-Schoko-Smoothie
Mittag: Bananen-Pancakes mit Rohkost-Mandelmus
Vor dem Lauf: Energiepudding à la Brendan Brazier mit – wer hätte es gedacht – Banane, Datteln, Kakao und mehr
Nach dem Lauf: Datteln, getrocknete Mango und zur Abwechslung Banane

Und was dann noch kommt entscheidet mein Appetit, der mit Sicherheit riesengroß sein wird. Ausgerüstet bin ich proviantmäßig  so, dass ich notfalls auch eine Marathon-Strecke laufen könnte. Meine größte Sorge: mitten auf der Strecke vor Hunger umzukippen. Das wird mir nicht passieren!

Rohkostschatz!

 


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Kakaobohnen-Kick!

Heute gibt es mal wieder ein kreativ-chaotisches Rezept für euch. Es entstand gestern Abend, wie üblich, ganz spontan. Frau Veganmarathon hatte Lust auf was Süßes. Auf etwas Schokoladiges. Grundsätzlich habe ich solche Dinge aber gar nicht im Haus (aus gutem Grund). Selbst ist die Frau!

Im Schrank entdeckte ich ein Päckchen rohe Kakaobohnen, die ich kürzlich geschenkt bekam. Was macht man denn eigentlich damit? Google hilft und ich wurde fündig. Und erschauderte vor Ehrfurcht! Diese kleinen, unscheinbaren Böhnchen schienen wahre Kraftstoff- und Vitalpakete zu sein.

  • reich an Magnesium
  • reich an Chrom
  • reich an Antioxidantien
  • reich an Glücksbotenstoffen wie Phenylethylamid und Anadamid
  • reduziert Appetit
  • steigert Energie und Wohlbefinden
  • hilft dabei, sich jung zu fühlen

Na, wer möchte das nicht? Lange Rede, kurzer Sinn – hier mein Rezept, macht es euch am besten gleich zum Frühstück. Ist lecker!

  • 1 kleine Handvoll Kakaobohnen (in einer Kaffeemühle mahlen)
  • 1 Banane
  • 2 getrocknete Feigen
  • 2 getrocknete Datteln
  • 1 EL gemahlener Leinsamen
  • Wasser

Alles zusammen im Mixer pürieren – Wasser soviel zugeben wie ihr es mögt. Wenn ihr nur so 150 – 200 ml dazugebt, wird es ziemlich dickflüssig und ergibt eine Creme zum Löffeln für den Nachtisch. Mit mehr Wasser wird es ein schöner Smoothie, den man gut trinken kann. Reicht für 1 – 2 Personen. Kommt drauf an, wie ungesättigt diese eine Person ist.

Kakao-Kick