veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners

Unter Beobachtung.

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Die Welt ist entsetzt, dass Frau Merkels Handy abgehört wird und unsere e-Mails nicht sicher sind. Aber ich sag euch mal was: Nachbarn sind viel schlimmer! Da kann die NSA einpacken. Aber alle miteinander.

Ich habe letzte Woche angefangen, das Lauf-ABC in mein Training einzubauen. Lustige, seltsame Übungen, die mir helfen sollen, schneller zu werden, meinen Laufstil zu verbessern (hab ich sowas?) und überhaupt einfach gut sind. Nun hüpfe und springe ich also 1 x wöchentlich im Hopserlauf durch die Gegend, ziehe die Knie beim Laufen hoch und laufe seitlich überkreuz. Was tut man nicht alles, um aus der Turtlerunner-Klasse auszusteigen?

Bisher lief ich immer kurz vor der Dämmerung – wenn’s halt keiner sieht. Vor ein paar Tagen nicht.

Ein kurzer Szenen-Wechsel. Ein Haus am Waldesrand mit Blick auf einen nicht asphaltierten Wanderweg. Drei ältere Herren sitzen zusammen, trinken ihr Bier und schauen aus dem Fenster. „He! Das da ist meine Tochter“, ruft der eine und zeigt aus dem Fenster. „Ach, echt?“, meint der andere und beugt sich weiter zum Fenster. „Was tut sie denn da?“ fragt der Dritte stirnrunzelnd. „Keine Ahnung. Joggen, oder?“ „Nein, schau mal was die macht!“ Helle Aufregung. „Die bewegt sich so komisch!“ „Hat die irgendwas?“ Die beiden Männer sind total entsetzt und schauen den Dritten fragend an: „Ja sag mal, hat die vielleicht einen Knall?“ „Sieht ein bisschen so aus, als hätte sie nicht mehr alle Latten am Zaun“, grinst einer der beiden.

Der Dritte, übrigens mein Vater, ergreift dann für mich Partei: „Ich weiß nicht, was sie da macht – aber Herrschaftszeiten jetzt hat sie 30 Kilo abgenommen, das ist doch wohl eine Leistung!“ Betretenes Schweigen und dann langsam murmelnde Zustimmung. „Soviel Disziplin! Das ist schon eine Leistung …“ Darauf wird dann beim nächsten Bier angestoßen.

Und was lerne ich daraus? Du stehst immer irgendwo von irgendwem unter Beobachtung. Und man hat zwei Möglichkeiten: entweder im Dunkeln laufen oder sich nicht darüber aufregen, dass es Menschen gibt, die denken, du bist nicht ganz normal.

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Autor: Judith Riemer

Ehemals diätgeschädigte Jo-Jo-Expertin mit einer riesigen Abneigung gegen Sport und Bewegung aller Art. Der Schrecken aller Turnlehrer und zuverlässige Einnahmequelle der Diätindustrie. Bis sich 2012 über Nacht alles änderte. Ein Bild im Traum und die Reise begann. Ich begann zu laufen, stellte meine Ernährung um und verlor im Laufe der Zeit rund 30 Kilo Übergewicht. Erfahrungsgemäß gehe ich als eine der letzten Läuferinnen ins Ziel, was mir den Spitznamen "Turtlerunner" einbrachte. Nach wie vor bin ich untalentiert in Sachen Sport, aber inzwischen liebe ich es, mich zu bewegen. Und weil du das auch kannst, schreibe ich hier und helfe dir, wo ich kann.

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