veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners

Die richtige Einstellung.

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Himmelherrschaftszeiten! Heute lief aber auch irgendwie alles total schief. Eigentlich fing es schon gestern Abend an, als ich nach dem Lauf-ABC meine Kontaktlinsen herausnehmen wollte. Ich spürte im Auge einen unangenehmen Schmerz und bei der Suche nach der Ursache stellte ich fest, die Linse ist mal wieder verschwunden! Beim letzten Mal habe ich sie in meinem Dekolleté wiedergefunden. Dieses Mal nicht. Sie hatte sich nämlich getrennt – von ihrer besseren Hälfte. Wie auch immer ich das geschafft habe, das Ding war in 2-3 Teile zerrissen. In meinem Auge. Daraus resultierte ein Kontaktlinsen-Trauma, das mich zu dem Entschluss bewegte, heute ohne Kontaktlinsen laufen zu gehen. Quasi halbblind. Das war der erste Fehler.

Der zweite Fehler war der Entschluss, eine neue Strecke auszuprobieren, die ich 85 Minuten gemütlich entlang joggen wollte. Nicht beachtet habe ich dabei, dass die Strecke über Stock und Stein ging, Treppen hoch und runter, Wald, Wiese, Straße – einfach alles!

Der dritte Streich war dann, dass mein Brustgurt plötzlich kein Herzsignal mehr empfangen wollte. Weil er via Bluetooth mit dem Handy des Göttergatten statt mit meinem verbunden war. Merkte ich erst, nachdem wir schon fast 1 Kilometer gelaufen waren. Verflixte Technik!

Also lief ich größtenteils bergauf, bei ziemlich mieser Sicht (was nicht am Wetter lag, das war herrlich!) und fehlendem Pulssignal. Grantig war ich ohne Ende und plötzlich meinte meine bessere Hälfte: „Du hast dich nicht wirklich auf den Lauf eingestellt, oder?“ Da es gerade bergauf ging, konnte ich zwecks akuter Atemnot nicht sofort eine bissige Erwiderung entgegenschleudern à la „Was soll denn das bitte heißen?“.  Bergläufe haben den Vorteil, dass man keine Luft zum Sprechen übrig hat – denken funktioniert aber wunderbar. Also dachte ich nach.

Ja, es stimmte. Ich war überhaupt nicht eingestellt auf den Lauf. Ich hatte müde Beine vom gestrigen Training. Außerdem hatte ich heute morgen in der Schule bei der Probe-Matura echt was versemmelt, ich war hungrig (sehr gefährlich!) und ganz dringend hätte ich mal für kleine Läuferinnen gemusst. Alles in allem keine guten Voraussetzungen für einen fast 1,5 Stunden dauernden Lauf.

Wenn ich aber auf die richtige Einstellung und die richtigen Umstände gewartet hätte, dann wäre ich heute den ganzen Tag nicht gelaufen. Und auch wenn es während des Laufens teilweise zäh und anstrengend war: Das Gefühl danach ist einfach unbezahlbar. Fazit: Einfach laufen, nicht lang nachdenken. Wenn es im Kalender steht (das tut es bei mir), dann wird gelaufen. Das ist – meiner Erfahrung nach – die beste Einstellung!

Seit heute habe ich übrigens auch einen youtube-Kanal. Mein Videotagebuch vom heutigen Lauf ist bereits online!

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Autor: Judith Riemer

Ehemals diätgeschädigte Jo-Jo-Expertin mit einer riesigen Abneigung gegen Sport und Bewegung aller Art. Der Schrecken aller Turnlehrer und zuverlässige Einnahmequelle der Diätindustrie. Bis sich 2012 über Nacht alles änderte. Ein Bild im Traum und die Reise begann. Ich begann zu laufen, stellte meine Ernährung um und verlor im Laufe der Zeit rund 30 Kilo Übergewicht. Erfahrungsgemäß gehe ich als eine der letzten Läuferinnen ins Ziel, was mir den Spitznamen "Turtlerunner" einbrachte. Nach wie vor bin ich untalentiert in Sachen Sport, aber inzwischen liebe ich es, mich zu bewegen. Und weil du das auch kannst, schreibe ich hier und helfe dir, wo ich kann.

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