veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners

Laufen mit rohem Pflanzentreibstoff

4 Kommentare

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich zu Übertreibungen neige?

Meist – nicht mehr immer, denn ich versuche, es mir abzugewöhnen – bin ich ein 100%-Mensch. Ein Ganz-oder-Gar-Nicht-Typ. Die Entweder-Oder-Fraktion.

Das ist toll für deinen Arbeitgeber. Und auch für deinen Lebenspartner. Möglicherweise noch für deinen Autoverkäufer, der sich sicher sein kann, dass auch der nächste Wagen wieder bei ihm gekauft wird, denn schließlich identifizierst du dich mit der Marke.

Nicht ganz so toll ist es, wenn du mit Übergewicht anfängst 5x die Woche zu joggen. Oder, wenn du ohne Vorlaufphase, einen Rohkosttag einlegst an dem Tag, an dem du den längsten Lauf deiner bisherigen Karriere eingeplant hast. Könnte im ersten Fall zu einer Hüftsehnenentzündung führen, die ein mehrmonatiges Laufverbot nach sich zieht. Im zweiten Fall könnte es zu bösen Bauchschmerzen führen, die den Lauf zur Qual machen – und zwar 70 min. lang.

Ich möchte mich heute etwas kürzer fassen als gewohnt, denn mein Magen ist immer noch böse auf mich. 2 Dinge möchte ich euch aber mitteilen:

1. Keine grünen Smoothies 60 min. vor dem Lauf, wenn ihr den Stoff nicht gewohnt seid.
2. Es bringt nichts, den Körper zu überfordern. Wenn nix mehr geht, dann geht nix mehr. Wenn du das ignorierst, wird bald für sehr viel länger nichts mehr gehen. 

Ansonsten gibt es heute nicht mehr viel zu sagen – außer dass der grüne Smoothie und ich keine Freunde werden. Auch ohne Bauchschmerzen nicht. Ich bleibe bei Bananen-Nektarinen-Smoothies mit Cacao-Nibs. Und ich habe heute einen Rohkost-Blog entdeckt, der das Potential zum Lieblings-Blog & zur Rezeptschatzkiste hat – „Nordisch Roh“. Heute habe ich daraus den „Coleslaw“-Rohkostsalat gemacht. Alleine das Dressing ist ein Gedicht! Ob ihr jetzt vegan seid oder nicht, Rohköstler oder nicht – völlig egal: MACHT DIESES DRESSING! Hier geht’s zum Rezept. 

Und wenn ihr die Möglichkeit habt: Esst frische Feigen! Esst sie einfach. Sie machen glücklich.

Advertisements

Autor: Judith Riemer

Ehemals diätgeschädigte Jo-Jo-Expertin mit einer riesigen Abneigung gegen Sport und Bewegung aller Art. Der Schrecken aller Turnlehrer und zuverlässige Einnahmequelle der Diätindustrie. Bis sich 2012 über Nacht alles änderte. Ein Bild im Traum und die Reise begann. Ich begann zu laufen, stellte meine Ernährung um und verlor im Laufe der Zeit rund 30 Kilo Übergewicht. Erfahrungsgemäß gehe ich als eine der letzten Läuferinnen ins Ziel, was mir den Spitznamen "Turtlerunner" einbrachte. Nach wie vor bin ich untalentiert in Sachen Sport, aber inzwischen liebe ich es, mich zu bewegen. Und weil du das auch kannst, schreibe ich hier und helfe dir, wo ich kann.

4 Kommentare zu “Laufen mit rohem Pflanzentreibstoff

  1. Schöner Artikel! Und mit deinen Ratschlägen hast du vollkommen recht. Ich habe mich selbst auf ein paar Marathons vorbereitet und bin ambitionierter Läufer. Mit einem hohen Raw Food Anteil in meiner Vorbereitungsphase habe ich einen meiner besten Marathonläufe absolviert. Hatte sonst ab Kilometer 40 oft mit Krämpfen zu kämpfen. Heißt, ich hatte eine gute Zeit musste aber stehen bleiben, weil meine Beine krampften. Das war mit Raw Food weg . 🙂 Außerdem sinkt die Regenerationszeit in der Vorbereitungszeit. Und Laufen bringt über einen langen Zeitraum mehr Spaß. Aber du hast vollkommen Recht, wenn du zu schnell umsteigst oder unbedacht mit Rohkost umgehst kann es nach hinten losgehen. Es geht das gleiche Motto wie bei Marathon: „Lass es ruhig angehen.“
    Ich wünsch dir ganz viel Erfolg bei deinem Lauftraining und deinen zukünftigen Wettkämpfen.
    Gruß Achim

    • Achim, danke für dein Feedback! Es ist immer toll von anderen Läufern zu hören und zu lernen. Ich könnte mir nämlich schon vorstellen, dass die Form der Ernährung gut tut, auch und im speziellen im Hinblick auf’s Laufen. Aber ich muss das wirklich langsam angehen. Nur weil man 100g Salat als Salat essen kann ohne Probleme heißt das noch lange nicht, dass man es im grünen Smoothie auch einfach so trinken kann und verträgt. Das durfte ich gestern und auch heute schmerzlich feststellen. Denn ich liege heute immer noch flach. Mein Magen ist wirklich beleidigt. Ich denke, ich werde die Rohkost langsam einbauen und sehen, wo die Grenzen sind. Und ich werde mir hin und wieder Rezepte bei euch klauen – denn ihr seid so schön kreativ! Das gefällt mir! Bist du komplett auf Rohkost umgestiegen – oder gibt es noch einen Teil gekochtes/erhitztes Essen bei dir?

      • Gerade schon! Also wir machen ein 100% Experiment über drei Monate. Hat bis jetzt super gut geklappt. Auch das Training lief bis jetzt sehr gut. Höhepunkt des Rohkostfasten wird ein 10 km Wettkampf sein. Danach lassen wir es uns wieder offen, ob wir roh oder gekocht essen. Je nachdem wie wir uns fühlen. Ich für meinen Teil werde aber versuchen mit 75% Rohkost weiterzumachen. Allein deshalb, weil ich seit zwei Monaten keinen Heuschnupfen mehr habe.
        Eine ganz große Bitte übertreibe die Rohkost nicht, wenn du in 28 Tagen einen Marathon laufen willst. Der Körper braucht mindestens zwei Monate, um sich auf Raw Food einzuschießen. Viele Früchte und Gemüse gehören aber auf jeden Fall zu einer guten Marathonvorbereitung.
        Gute Ernährungspläne gibt es auch von Brendan Braizer, ein veganer Triathlet. Er hat sehr gute Ernährungsbücher. Vegan, viel Raw Food und gute Tipps für Nahrungsergänzungsmittel. Ich bin von ihm ziemlich überzeugt, wenn man sich richtig gut vegan ernähren will.

  2. Oh, keine Sorge! Vom Marathon bin ich noch kilometerweit entfernt – ich starte diesen Herbst mit dem Viertelmarathon (12 Kilometer). Am 22.9. kommt erst noch ein 7-km-Lauf. Die 12 km am 6. Oktober sind schon die absolute Grenze meiner Leistungsfähigkeit. Ich schätze, der Marathon wird dann frühestens 2015 stattfinden können.
    Aber das mit eurem Experiment klingt sehr gut! Und danke für die Tipps – ich denke, das werde ich beherzigen können. Von Brendan Brazier lese ich gerade sein Thrive-Diet-Buch. Allerdings auf englisch, weswegen ich mit den Mengenangaben nicht immer so klarkomme. Aber die Mischung zwischen gekocht und raw gefällt mir sehr gut!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s