veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners


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Es läuft wieder! Und ich auch.

Überraschungs-Mops-Training am 27.9.2013 um 18.40 Uhr

Dauer: 50 min. bei bewölktem Himmel
Art: Laufen mit kurzen Geh-Phasen
Pinkelpausen: 133 (für den Mops, nicht für mich)
Schmerzen: keine!
Glücksgefühle: ungefähr 10.000 davon

Die Überraschung daran war, dass ich laufen konnte. Denn eigentlich war eine Walking-Einheit geplant. Aber ich lief plötzlich einfach so los, ohne nachzudenken (es ging einen Hügel runter, da hat es sich angeboten – bremsen wäre anstrengender gewesen). Mops Oscar war auch ziemlich erstaunt, trabte aber munter mit.

Und heute wurde es sogar noch besser!
Ich habe meine PBZ geknackt.

Training am 28.9.2013

Dauer: 60 min. im Herbstnebel
Art: Laufen mit Fahrtspiel und Minimal-Walking-Phasen
Pinkelpausen: keine (kein Mops, keine Pause)
Schmerzen: Express-Seitenstechen (kurz vorbeigeschaut und gleich wieder verschwunden)
Halleluja-und-ich-liebe-euch-alle-Rufe: 2
Flugphasen & Terminator-Style-Running: 3
Ergebnis:  Meine Persönliche BestZeit:  5 Kilometer in 44 min. 25 sec. – und in 60 Minuten 6,91 km (die letzte Zeit lag bei 1 Stunde 10 min. für 7 Kilometer).

Ich bin glücklich und sollte nicht der andere Fuß noch beschließen, sich etwas anzutun, werde ich am Sonntag laufen. Ob ich joggen werde, mache ich abhängig von der Tagesform und von meinem Fuß. Wenn ich in der Zwischenzeit eins gelernt habe, dann dass ich auf meinen Körper hören kann – und es auch tun sollte. Noch 8 Tage bis zum Viertelmarathon …

Es läuft!


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Geteiltes Glück

Wochenlang habe ich mich auf das Glücksgefühl gefreut, wenn ich durch das Ziel laufe.
Und heute habe ich es bekommen. Nein, ich bin natürlich nicht selber gelaufen – der Arzt hätte mich vermutlich eigenhändig einweisen lassen, wenn ich es getan hätte mit einer frisch angeknacksten Zehe (aber es soll solche Hardliner geben und ehrlich: ich bewundere sie – ich bin dafür viel zu wehleidig).

Was habe ich also getan? Habe für meine Schwester, die für mich heute beim Linder Frauenlauf einsprang und meine Freundin, die ohne mich laufen musste ein Proviantrucksäckchen geschnürt, für Wasser gesorgt und mich um die Startnummern gekümmert. Nebenbei konnte ich mir beim Ummelden meines Namens in den meiner Schwester vom Ummelde-Mann anhören „Veganer? Das sind doch die, die nichts Ordentliches zu essen kriegen, oder?“ Ich hab mir dann auf mein Bäuchlein geklopft (ja, ein kleines ist noch da und ich mag es echt gern) und gesagt: „Genau! Deswegen sind wir auch alle so mager.“ Der Mann war etwas perplex und wußte nicht was er antworten sollte. Ha, wieder einer sprachlos – ich mag das.

Der Start war total aufregend und ich finde, diese Momente haben einfach was Magisches. Das ist so eine Aufregung, die alle gleichzeitig überkommt, wenn der Countdown gezählt wird – beinahe hätte ich den Arzt einen guten Mann sein lassen und meine blaue Zehe vergessen und wär einfach mitgerannt, so fasziniert und motiviert war ich. Aber stattdessen hab ich meine Mädels beim Start gefilmt und dann brav gewartet.

Knapp 41 Minuten später kam meine Schwester ins Ziel geflogen. Eine tolle Zeit, wie ich finde! Sie bekam eine Rose (fand ich sehr nett von den Veranstaltern) und sie holte für mich das Finisher-Shirt. Es war so toll! Dann hieß es, weiter warten auf meine Freundin. Wir sind in etwa auf demselben Level was Tempo & Kondition angeht. Ich rechnete damit, dass sie ca. 1 Stunde und 5 Minuten braucht. Setzte mich also derweil auf die Steinstufen des Stadions um zu warten, als ich sie plötzlich um die Ecke biegen sehe! Eine Viertelstunde früher als gedacht. Ich war soooo aufgeregt, als wär ich selber gelaufen – am liebsten wär ich die letzten paar Meter mitgejoggt.

Selber laufen und ins Ziel kommen ist sicher das Tollste, was ich mir vorstellen kann was meine sportliche Karriere angeht – aber sich für jemand anderen mitfreuen ist fast genauso schön! Alles in allem hatten wir einen superschönen Tag mit einigen Erfolgen und vor lauter Fotos und Videos machen und neue Läufe suchen (da gab’s so viele Flyer mit Laufterminen) war ich gar nicht so traurig, dass ich nicht selber laufen konnte. Denn ich hab schon wieder ein neues Ziel: Vollmondlauf. Dazu später mehr.


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Stoffwechsel-Zeit.

Wer jetzt denkt, ich berichte hier über metabolische Vorgänge im Körper, hat sich gründlich getäuscht. Denn unter Stoffwechsel verstehe ich ganz was anderes. Nämlich: neue Laufklamotten!

Da ich so ganz und gar kein Modefan bin und vermutlich zu den wenigen Frauen auf dieser Welt gehöre, die Schuhe kaufen abgrundtief verabscheuen (es sei denn, es handelt sich um Laufschuhe), hatte ich damit bisher eher weniger am Hut. Doch nach mittlerweile 28 abgeworfenen Kilos und kühler werdenden Tagestemperaturen macht es doch Sinn, über eine Erweiterung der hauseigenen Laufhosen-Palette nachzudenken. Zumal diese Palette bei mir aus gerade mal 2 Stück besteht – in 3/4 – Länge.

Ich erinnere mich daran, einer dieser Hosen bei Tchibo gekauft zu haben – diese tollen, teuren Puma-Adidas-venicebeach-skinfit-und-wie-sie-alle-heißen-Marken waren mir einfach zu teuer und außerdem gab es sie selten in meiner Größe (hat sich mittlerweile geändert: ich passe jetzt in „normale“ Größen, was immer das bedeuten mag, denn wer bestimmt schon, was normal ist – und außerdem haben die meisten Marken nun auch im Sportbereich „große Größen“ im Angebot).

Ihr seht, ich geh nicht besonders oft zum Klamotten einkaufen – die Tchibo-Hose ist locker 5-6 Jahre alt. Nun entwickle ich mich ja weiter und habe mir überlegt, welche Anforderungen die neue Hose und das neue Langarm-Shirt (es ist Herbst!) erfüllen müssen:

  • bequem müssen sie sein
  • gut aussehen müssen sie
  • gut sitzen müssen sie
  • was aushalten müssen sie
  • vegan sollen sie sein
  • fair produziert sollen sie sein
  • Produktion am besten in Europa 

Die letzten beiden Punkte sind mir mittlerweile ein Anliegen – denn spätestens seit den Bränden in Bangladesh achte ich darauf, wo meine Klamotten herkommen, denn da wurden mir die Augen geöffnet. Also suchte ich nach einem Hersteller, der alle diese Kriterien erfüllt. Denn die meisten dieser bekannten Marken erfüllen zwar die ersten vier Kriterien – bei der Frage nach der Produktion ist dann allerdings Schluss. So bin ich bei meiner Suche auf die Marke „thoni mara“ gestoßen. Das ist ein kleines Label, das im Erzgebirge produziert mit ca. 35 Mitarbeitern. Hab die netten Menschen dort angeschrieben und nachgefragt und es wird alles erfüllt, was ich mir wünsche (siehe meine Kriterien). Probebestellung abgeschickt und heute ist das Paket angekommen.

Meine ersten Laufklamotten aus Deutschland. Der erste Pluspunkt: die Größen. Eine 40 ist tatsächlich noch eine 40. Und eine 42er Hose ist mir sogar angenehm weit. Normalerweise brauche ich die gar nicht erst probieren, die letzte 42 aus Billigstoff führte zu Schnappatmung und akutem Sauerstoffmangel. Der Stoff fühlt sich super an – anders als alle Laufklamotten, die ich bisher in der Hand hatte. Bequemlichkeit hat einen Namen: thoni mara. Ich möchte die Sachen gar nicht mehr ausziehen. Die Farben sind der Knaller und die Optik ist einfach besonders. Total praktisch ist bei der Laufhose, dass man sie auf der Rückseite zusammenschnüren kann (nicht wie üblich, vorne), so sind die Bändel nicht im Weg. Da hat jemand mitgedacht! Die Tasche für Schlüssel, Münzen etc. fällt im Gegensatz zu anderen Modellen riesig aus – da hat endlich mal ein richtiger Autoschlüssel Platz! Somit sind alle meine Wünsche & mehr erfüllt und ich werde zukünftig nur noch in thoni mara laufen und nach und nach den Stoff wechseln.

Das lässt mich beinahe vergessen, dass ich derzeit nicht laufen kann und darf. Aber wen juckt schon ein gebrochener Zeh, wenn man so tolle Laufklamotten hat? Da wird der doch quasi von selbst wieder gesund und in der Zwischenzeit zieh ich die Sachen zu allen möglichen anderen Anlässen an: zum Spazierengehen, zum Einkaufen, zum Schlafen, zum Kochen, …

Für alle Österreicher: thoni mara bekommt ihr unter www.outdoorfit.at (sogar mit Rabatten) und die Leser aus Deutschland etc. finden hier ihre Bezugsquellen www.thonimara.de


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The same procedure as …

… every year! Es scheint zu einer Tradition zu werden. Zu einem ungeschriebenen Gesetz. Letztes Jahr um diese Zeit kristallisierte sich die Hüftsehnenentzündung heraus. Das Aus für den Viertelmarathon 2012 und 6 Monate Laufverbot.

Dieses Jahr war ich besser vorbereitet. Fast 30 Kilo leichter, gut im Training und knapp 3 Wochen vor dem Viertelmarathon sind es immerhin nur noch grob geschätzte 6 Wochen Laufverbot. Diagnose: eine gebrochene, kleine Zehe.

Vielleicht schaffe ich es, in 2014 mit 6 TAGEN Laufverbot auszukommen. Da wäre dann noch alles drin!

Für Sonntag habe ich immerhin eine Ersatzläuferin gefunden: meine große Schwester läuft für mich! So komme ich vielleicht doch noch zu meinem Finisher-T-Shirt, auch wenn es mir rechtmäßig nicht zusteht. Aber hey – zählt die Vorbereitungszeit gar nichts? Doch, ich habe es verdient!

Der Viertelmarathon in 2 Wochen, tja … wer weiß, was bis dahin ist. Vielleicht kommt ja noch was dazu. Oder ich lege eine Express-Heilung aufs Parkett, an die heute noch niemand glauben mag. Fakt ist: ich werde von meinem Körper und äußerst unfairen Umständen (was hat so ein Balkonpfeiler eigentlich mitten auf der Terrasse zu suchen???) in eine Pause gezwungen.

Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, wie ich damit umgehe.

Variante 1: rumjammern, und in „es soll nicht sein, das ist ein Omen“-Gedanken verfallen
Variante 2: aktiv pausieren, meine Muskeln trainieren (das Training für den kleinen Zeh fällt vorübergehend aus) und mir einen neuen Lauf suchen, für den ich mich anmelden kann

Ich nehme Variante 2 und melde mich dann vorsichtshalber schon mal für den Viertelmarathon 2014 an. Oder nein! Vielleicht ist es ja doch ein Omen und es liegt am verflixten Viertelmarathon. Ich sollte auf Nummer sicher gehen: ich melde mich für den Marathon an! Oder? Ach herrje, diese Entscheidungen! Ich werde nochmal in mich gehen.

Und auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen stelle ich heute noch ein Foto meines wunderbaren kleinen Zeh’s ein (danke lieber Zeh, dass es dich gibt – das nächste Mal legst du dich bitte nicht mit einem viel stabileren Holzpfeiler an – dies nur am Rande!). Blau war schon immer meine Lieblingsfarbe:

Diesen Herbst trägt man BLAU!


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Abwarten und Tee trinken.

Eigentlich sind’s ja nur noch 5 Tage bis zum ersten offiziellen Lauf.
Eigentlich lieg ich voll gut im Training.
Eigentlich mag ich nicht rumjammern.

Ich tu’s trotzdem.

Heute habe ich mir, trotz Hausschuhen, meinen Zeh angeschlagen. So richtig deftig am Holzpfeiler des Balkons. Als ich auf der Jagd nach meinem Hund war. Aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls hat es weh getan. An und für sich nichts Ungewöhnliches, passiert mir öfter. Normalerweise 30 min. Schmerzen und dann ist wieder gut.

Heute nicht.

Nach 2 Stunden immer noch massive Schmerzen, nach 3 Stunden dann geschwollen und bläulich verfärbt. Ich kann kaum auftreten. Und im Moment weiß ich nicht, was schlimmer ist. Die Schmerzen – oder die Wut? Noch weiß ich nicht, wie schlimm die Verletzung ist. Vielleicht bin ich nur extrem wehleidig. Aber irgendwie fühlt es sich nicht so an.

Ich werde den morgigen Tag abwarten und wenn’s nicht massiv besser ist, dann muss ich zum Arzt. Alles völlig nebensächlich. Das Einzige was für mich zählt ist: Kann ich am Sonntag laufen? Und wenn nicht – wie komme ich verdammt nochmal an mein Finisher-Shirt? Schließlich war das ein Hauptgrund, wieso ich mich für diesen Lauf angemeldet habe.

Foto gibt’s heut keins. Bin damit beschäftigt, wütend auf meinen Zeh zu sein. Und auf meinen Hund. Und auf mich selbst. Und auf die Gesamtsituation.


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Es war einmal …

… eine Replay-Jeans aus dem Jahr 2005. Diese Jeans war sehr stolz und das war auch ihr Preis. Ich habe mich damals in sie verliebt, gekauft, gehegt und gepflegt. Getragen wurde die Jeans max. 2-3 x. Danach begann eine Zeit der zunehmenden Körperfülle. Diese sollte viele Jahre anhalten. Die Jeans verbrachte diese Jahre in Gesellschaft einiger anderer Lieblingsstücke verpackt in einem Karton. Einmal pro Jahr kam sie ans Tageslicht, wurde probiert und enttäuscht wieder zurückgelegt.

Doch vor kurzem geschah etwas Besonderes: die Jeans wurde – wie jedes Jahr – aus dem Karton genommen und genoss das Tageslicht. Sie machte sich schon darauf gefasst, dass sie bald wieder ins Dunkle verbannt werden würde. Aber nichts geschah. Sie durfte am Licht bleiben. Alle paar Tage wurde sie wieder anprobiert und sie spürte selbst, dass sich was verändert hatte. Früher war bei den Knien Schluss, mittlerweile wurde sie wöchentlich höher noch oben gezogen.

Und gestern war es dann soweit:  8 Jahren hat es gedauert – und heute wurde sie zum ersten Mal wieder zugeknöpft! Leise stieß die Jeans einen kleinen Juchzer aus – denn das hieß nichts anderes, als dass sie nun endgültig die dunklen Kartonzeiten hinter sich lassen konnte.

Ein Happy End. 

… und für diejenigen, die mich ständig fragen, wann denn jetzt endlich mal Schluss mit Abnehmen ist („jetzt ist dann aber gut, oder?“ – „Hör auf damit!“)  – das hier war Schritt 1. Meine Replay kann ich wieder anziehen. Das war der Plan und ich habe es geschafft, auch wenn sich auf der Waage seit Tagen, Wochen, Monaten, Jahren (ok, ich übertreibe) nichts mehr tut. Aber es gibt noch einen Schritt 2. Und den redet mir keiner aus. Es geht um meinen Ehering. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

Noch 8 Tage bis zum Frauenlauf …

Meine Jeans & Ich. Glücklich vereint. Happy End.


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Low-Carb-Rohkost-Basenüberschüssige-Supernahrung, oder was?

Vor lauter Euphorie über meinen 10-km-Lauf hab ich wohl vergessen, dass auch angehende Läufer zwischendurch was essen sollten. Mein Kühlschrank war leer. Bis auf eine Portion Reis, ein bisschen Obst, eine halb zerdrückte Paprika und eine Sojasahne, die verschlossen und mit eiserner Miene seit Monaten auf ihren Verzehr wartete, war nicht allzuviel vorrätig.

Da stellte sich mir dann doch die Frage: wie ernähre ich mich überhaupt? Klar, in jedem Fall vegan, aber gibt es einen Trend? Bin ich ein Rohköstler? Esse ich kohlenhydratreduziert und bin ein Low-Carbler? Oder doch eher ein Clean Eater? Achte ich auf meinen Säure-Basen-Haushalt? Gibt es ein Konzept nach dem ich lebe?

Eigentlich gab es jahrelang immer irgendein Konzept nach dem ich lebte. Mal war es Weight Watcher’s fröhliches Punktezählen oder ich hielt metabolische Balance. Mal wurde ich schlank im Schlaf (was irgendwie nie so richtig funktionierte, obwohl ich extra viel geschlafen habe – denn dann kann man schon nicht essen), mal trennte ich die Speisen auf meinem Teller in Kohlenhydrate und Fette und Eiweiß. Eine Zeit lang war das auch alles ganz LOGIsch. Aber immer kam nach ein paar Wochen der Punkt, an dem ich alles in Frage stellte. Und vor allen Dingen hatte ich irgendwann keine Lust mehr, einem Konzept zu folgen. Vor allem, wenn es nicht mein eigenes war. Immer aufschreiben, was du isst? Immer alles grammgenau abwiegen? Abends keine Kartoffel, wenn alles was du auf dieser Welt haben willst, genau diese eine Kartoffel ist?

Zum ersten Mal bin ich nun seit einigen Tagen konzeptlos und ohne Aufschreiben unterwegs. Einerseits ist das sehr befreiend. Andererseits seltsam. Ich weiß oft nicht, was ich essen möchte und experimentiere viel – und nein, es ist nicht alles toll! Ihr kriegt nur die tollen Sachen zu sehen – die nicht so tollen kriegt mein Mann zum Probieren, dessen Urteil meist eintönig ausfällt. „Hm.“

Ich kämpfe mich also durch die Konzepte, suche meinen eigenen Weg durch den veganen Ernährungsdschungel und kann zumindest ein paar Dinge zusammenfassen, die mir für meine Ernährung wichtig sind und passen:

  • meine Ernährung ist vegan
  • meine Ernährung besteht zu einem wachsenden Teil aus Rohkost, derzeit etwa 40-50%
  • meine Ernährung mag ich oft basisch (d.h. vorrangig Obst & Gemüse, kleine Portionen Nudeln, Reis, etc.)
  • meine Ernährung besteht aus möglichst unverarbeiteten Lebensmitteln
  • meine Ernährung kommt gut ohne herkömmlichen Zucker und Weißmehl aus

So sieht es momentan aus. Ich glaube, wenn ich ein Konzept oder einen Namen dafür bräuchte, trifft es am ehesten der Begriff „Clean Eating“. Aber ich glaube, das ist auch mehr eine Art der Ernährung als ein Konzept. Von mir aus auch ein Lifestyle. Ich mag mich selbst ja auch am liebsten natürlich und ungeschminkt. Warum sollte mein Essen dann anders sein?

Der Tag heute lief dann wie folgt ab – und den zähle ich teilweise durchaus, zwecks mangelndem Kühlschrank und Vorratsschrank-Inhalt zu den 5 miesen Prozent dazu:

Frühstück: 

Zwetschgen-Banane-Zimt-Smoothie (der war noch 100% genial)
Rest Naturreis angebraten, mit einem Schluck Reissirup und Zimt (ging ja auch noch gerade so …)

Mittags:

Vollkornnudeln mit Paprika und Zwiebel angebraten in Olivenöl, abgelöscht mit der äußerst verschlossenen Sojasahne
– das war für mich schon fast ein bisschen wie Fast Food – machte mich übrigens auch nicht satt.

Und da es so nicht weitergehen konnte, beschloss ich, die umliegenden Obstbauern am Bodensee zu unterstützen und was für meine Vorratshaltung zu tun. Nun habe ich also Erdmandelmüsli im Schrank, das ich nur heiß aufgießen muss, dazu Unmengen an Zwetschgen, Marillen, Äpfel und Pfirsiche. Außerdem frischen Kopfsalat, Zucchinis und Radieschen.

So geht’s dann halt weiter im Lern-Modus: Als jahrelang diätgeschädigte Jojo-Frau musst du das erst mal auf die Reihe bekommen, dass dir keiner sagt, was du essen sollst. Bisher endete das immer in 3-4 Kleidergrößen mehr. Aber diesmal nicht. Denn inzwischen bin ich eine Läuferin.

Und Läufer essen nun mal gute Dinge. Dann wenn sie Hunger haben. Hören auf damit, wenn sie satt sind und wissen genau, was der Körper jetzt braucht – und was er braucht, um 100 Kilometer Ultramarathon durchzustehen. Zumindest bilde ich mir das ein und habe es als Ziel für mich auserkoren, was meinen Speiseplan angeht.

Falls ihr mal was für den süßen Zahn braucht und das verdammt schnell, kann ich übrigens eines wärmstens empfehlen:

1 Medjoule-Dattel
1 TL Mandelmus
– beides in Rohkost-Qualität, wer mag –

Die Dattel halbieren, Kern raus und die Dattel mit dem Nussmus füllen. Gibt fast nix, was besser schmeckt.
Außer vielleicht … die Rohkost-Schokolade-Creme mit Kokosöl, also die ist schon mega … ich glaube, dafür hab ich noch alle Zutaten da. Ich bin dann mal weg!
Mahlzeit.

Pflanzentreibstoff


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Höhenflug beim Fahrtenspiel

Also heute, ihr Lieben, heute war das nix mit Joggen. Das war FLIEGEN!

Der Plan war: 100 min. Laufen in niedrigem Pulsbereich, mit zwischendrin kurzen Beschleunigungen, die ca. 30 Sekunden dauerten. Geschafft hab ich das in den 100 min. (die echt mörderisch lang waren) ganze 4 Mal. Aber die hatten es in sich. Wenn ihr das bis jetzt noch nicht gemacht habt, dann probiert das mal. Es ist Spaß pur!

Ich habe dabei gejuchzt wie ein kleines Kind auf dem Karussell – denn ich bin echt geflogen (um bei der Wahrheit zu bleiben, es war immer noch Turtlerunner-Tempo, aber jeder, wie er kann). Der Puls ging hoch, die Beine bewegten sich von selbst. Wenn mir da einer ein Stück Schokolade vor die Nase gehalten hätte – ich hätte glatt abgelehnt! Und das will doch mal was heißen!

Nachtrag: Auf dem Foto unten seht ihr meine Pulswerte und mehr. Bitte lasst euch nicht irritieren: mein Puls war niemals auf 210. runtastic und der Brustgurt hatten in der ersten halben Stunde technische Probleme und sprangen zwischen 180 – 210 hin und her. Deswegen sind die Werte nicht korrekt, die angegeben sind auf dem Bild. 

Bei der Gelegenheit hab ich übrigens festgestellt, dass der Einsatz der Arme zu unglaublichen Temposchüben führt. Macht mal einen auf Terminator (der T-1000 der im 2. Teil so rasant dem Auto nachrennt), wenn ihr das nächste Mal lauft. Vielleicht besser, wenn keiner zusieht 😉


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Laufen mit rohem Pflanzentreibstoff

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich zu Übertreibungen neige?

Meist – nicht mehr immer, denn ich versuche, es mir abzugewöhnen – bin ich ein 100%-Mensch. Ein Ganz-oder-Gar-Nicht-Typ. Die Entweder-Oder-Fraktion.

Das ist toll für deinen Arbeitgeber. Und auch für deinen Lebenspartner. Möglicherweise noch für deinen Autoverkäufer, der sich sicher sein kann, dass auch der nächste Wagen wieder bei ihm gekauft wird, denn schließlich identifizierst du dich mit der Marke.

Nicht ganz so toll ist es, wenn du mit Übergewicht anfängst 5x die Woche zu joggen. Oder, wenn du ohne Vorlaufphase, einen Rohkosttag einlegst an dem Tag, an dem du den längsten Lauf deiner bisherigen Karriere eingeplant hast. Könnte im ersten Fall zu einer Hüftsehnenentzündung führen, die ein mehrmonatiges Laufverbot nach sich zieht. Im zweiten Fall könnte es zu bösen Bauchschmerzen führen, die den Lauf zur Qual machen – und zwar 70 min. lang.

Ich möchte mich heute etwas kürzer fassen als gewohnt, denn mein Magen ist immer noch böse auf mich. 2 Dinge möchte ich euch aber mitteilen:

1. Keine grünen Smoothies 60 min. vor dem Lauf, wenn ihr den Stoff nicht gewohnt seid.
2. Es bringt nichts, den Körper zu überfordern. Wenn nix mehr geht, dann geht nix mehr. Wenn du das ignorierst, wird bald für sehr viel länger nichts mehr gehen. 

Ansonsten gibt es heute nicht mehr viel zu sagen – außer dass der grüne Smoothie und ich keine Freunde werden. Auch ohne Bauchschmerzen nicht. Ich bleibe bei Bananen-Nektarinen-Smoothies mit Cacao-Nibs. Und ich habe heute einen Rohkost-Blog entdeckt, der das Potential zum Lieblings-Blog & zur Rezeptschatzkiste hat – „Nordisch Roh“. Heute habe ich daraus den „Coleslaw“-Rohkostsalat gemacht. Alleine das Dressing ist ein Gedicht! Ob ihr jetzt vegan seid oder nicht, Rohköstler oder nicht – völlig egal: MACHT DIESES DRESSING! Hier geht’s zum Rezept. 

Und wenn ihr die Möglichkeit habt: Esst frische Feigen! Esst sie einfach. Sie machen glücklich.


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Denkst du noch oder läufst du schon?

Herrje! Was für eine stressige Woche. Viele Sorgen, wenig Schlaf. Vor 3 Tagen wurde mein Mops nachts von einer Wespe gestochen, die sich auf der Terrasse versteckt hat. Theoretisch nicht so wild – nur ist der Mops leider allergisch. So verbrachten wir die nächsten 5 Stunden beim Tierarzt und in der Tierklinik, wo die Kleine dann die nächsten 3 Tage um ihr Leben kämpfte.

In den Tagen daheim, als wir warteten und hofften, bin ich viel laufen gegangen, um mich abzulenken und den Kopf frei zu bekommen. Meist walken. Aber heute eben auch joggen. Auf meinem Trainingsplan standen 50 Minuten Lauftraining im Pulsbereich bis 161 Schläge. Ich lief auf meiner Hausstrecke, die nicht ganz eben ist – sondern durchaus ein paar fiese Hügel aufweist und außerdem eine permanente Steigung, die minimal aber ziemlich anstrengend ist.  1 Stunde vor dem Lauf bekam ich zum Glück den Anruf der Tierklinik, dass wir Cleo heute abend abholen können. Sie hat das Ärgste überstanden. So ging ich relativ frei im Kopf zum Laufen. Dachte ich.

Die ersten 10 Minuten waren so das Übliche: Puls steigt, steigt, steigt. Pendelt sich dann irgendwo zwischen 140 – 145 ein. Dann kommt der erste Hügel – wir schießen mal locker über die 150 hinaus, bewegen uns Richtung 160. Tempo liegt bei ca. 6,5 km/h. Ich verlangsame so sehr, dass ich das Gefühl habe, auf der Stelle zu treten. Puls geht leicht runter.

So nach einer halben Stunde bin ich warmgelaufen und es beginnt Spaß zu machen. Naja, eigentlich nicht wirklich. Aber es läuft halbwegs. Mir tut nichts weh, ich bewege mich einigermaßen fließend und die Sonne knallt mir auf den Kopf. Die Wanderer und Fahrradfahrer, die mir begegnen schauen mich komisch an, manch einer grinst und ich versuche, an nichts zu denken.

Aber das klappt nicht. Ich denke so Sachen wie
„Grins noch mal so unverschämt, und ich kicke dich von deinem Fahrrad!“
„Was – erst 3,5 Kilometer? In 4 Wochen bist du beim Bodensee-Marathon – da ist das nicht mal 1/3 der Laufstrecke … das geht niemals!“
„Mein Kopf ist so heiß, vielleicht sollte ich doch besser gehen statt laufen, das kann ja nicht gesund sein“
„Wie war das nochmal – 4 Schritte einatmen, 4 Schritte ausatmen, 4 Schritte … Mist, ich schaff aber nur 2 Schritte einatmen! Ich kann nicht mehr atmen. Ich krieg keine Luft mehr. Ich sollte aufhören.“
„Wie jetzt? Pace 9:24 min? Wozu jogge ich eigentlich – mehr Luft kriege ich mit Walken und der Pace ist auch nicht schlechter.“

Nach 15 Minuten gehe ich mir selber so dermaßen auf die Nerven, dass ich mir wünsche, ich hätte meine Kopfhörer mitgenommen für die Musik, auf die ich eigentlich gar keine Lust habe.

Aber wer weiß? Vielleicht muss man das Denken während des Laufens auch trainieren. Bzw. das Nicht-Denken. Oder es kommt irgendwann von selbst. In einem der Bücher, die ich grad lese, stand ein Satz, den ich mittlerweile gut nachvollziehen kann: wenn du einen Ultra-Marathon läufst, bist du sehr lange Zeit mit dir allein unterwegs. Wenn du also einen Ohrwurm hast, dann bete drum, dass es ein verdammt guter ist! 

Gut, ich laufe keinen Ultra (noch nicht … hahaha) aber es fühlt sich trotzdem wie eine Ewigkeit an. Ach, ich üb das einfach weiter. Vielleicht werde ich noch ein OM-Läufer. Bei dem nichts im Kopf ist als Ruhe und Frieden. Und wenn dann nochmal jemand was sagen sollte von wegen ich wäre zu langsam, dann werde ich ruhig und friedlich erklären, dass sich das meditatives Laufen nennt und er besser daran täte, sich aus dem Staub zu machen, bevor meine Meditation zu Ende ist.