veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners

Going raw. Zumindest hin und wieder.

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Lange hat’s gebraucht, bis ich mich zu einer Rezension und einem Urteil über „Going raw“ von Judita Wignall hinreißen lassen konnte. Ich bekam das Buch vor ein paar Wochen und gewohnheitsmäßig hab ich es gleich am ersten Tag verschlungen (natürlich nicht das Buch im wörtlichen Sinne). Und dann war ich enttäuscht.

Wieso? 

Ich habe festgestellt, dass diese Art Rohkost-Ernährung wie Judita sie in ihrem Buch darstellt für mich viel zu aufwändig und zu teuer ist. Es fing schon mal damit an, dass in jedem 2. Rezept ein Dörrapparat verwendet wird. Nach kurzem Googlen stellte ich fest: geht ab 200 Euro aufwärts los. Für mich zuviel Geld, um etwas mal nur auszuprobieren.

Dann der nächste Schock: Beinahe in jedem Rezept muss irgendwas eingeweicht werden – und zwar stundenlang vorher. In Kombination mit dem Dörrapparat kann dann so ein toller Gemüsewrap schon mal 2 x 6 Stunden Vorbereitungszeit brauchen.

Tja, und da steig ich aus. Denn ich bin nämlich der Typ, der, wenn er Hunger hat, SOFORT etwas zu essen braucht. Sonst gibt es – zumindest – leicht Verletzte.

Trotzdem ließ mich das Thema einfach nicht los. Ich hab einfach zuviel Tolles darüber gelesen: Wehwehchen verschwinden, man ist fitter, die Haut ist schöner, man nimmt ab, die Energie nimmt zu  … Herrschaftszeiten! Das will ich doch auch! Also nochmal nachgerechnet und mitten in der Nacht beschlossen, ich bestell mir einen Dörrapparat. Denn ohne geht’s ja scheinbar nicht. Dann nochmal nach Juditas neuem Buch „Raw and Simple“ (der Titel klang ja vielversprechend) gegoogelt und Leseprobe angefordert. Gibt’s derzeit nur auf englisch, aber das kommt mir grad recht, die Englisch-Matura will ja auch vorbereitet werden, da schadet so ein wenig englisches Küchen-Know-How bestimmt nicht.

Dann nachts um 1.30 Uhr den erlösenden Satz gelesen: „There’s no need for a dehydrator!“ In ihrem neuen Buch sind alle Rezepte ohne Dörrapparat und alle auch ziemlich einfach gehalten. Habe also meine Ausgaben von über 200 Euro auf 13,50 Euro reduziert und ihr neues Kochbuch als e-Book runtergeladen.

Und nun?

Nun habe ich bereits 2 Tage danach gelebt. Mit folgenden Ergebnissen:
Meine Waage, das Miststück, sagt endlich mal wieder etwas, was ich hören wollte. Nachdem ich wochenlang (keine Übertreibung) an der 72,2 kg festgetackert war – ich dachte schon, das ist ist eine Fixeinstellung der Waage – rückte sie nach dem ersten Rohkosttag tatsächlich runter. Somit bin ich meinem ersten Ziel, unter die 70-kg-Grenze zu kommen ein ganzes Stück näher gekommen. Ich fühlte mich satt – abends bin ich allerdings mit leichtem Hungergefühl ins Bett gegangen, da ich nur eine Gurkensuppe geschlürft habe mit Avocado und Tomaten dazu, aber ich fand es sehr angenehm, am Abend nur noch leicht zu essen. Und das ist auch kein Muss – theoretisch kann man sich abends auch den Bauch vollschlagen, wenn man das unbedingt möchte. Aber bitte aufpassen:

Wenn ihr in die Rohkost einsteigt, nehmt vielleicht nicht zu Beginn die Kohl-Rezepte. Das hab ich nämlich getan und bin mit rohem, püriertem Blumenkohl durchgestartet. Inklusive Magenschmerzen.

Ich glaube, man muss das Rohkost-Thema langsam angehen – der Körper muss sich da erst dran gewöhnen. Die Suppen sind gut verträglich, da hab ich gar nix gemerkt. Die Frühstücke wie zB Chia-Schoko-Pudding sind auch super verträglich und bekömmlich.

Absolutes Highlight: selbstgemachte Hanfsamen-Cashew-Milch. Ich glaube, ich kauf mir nie mehr fertige Pflanzenmilch. Das hier schmeckt um Längen besser!

Ich werde mit Sicherheit kein 100%-Rohköstler und ich finde, dass muss auch nicht sein. Aber hin und wieder ein paar Mahlzeiten umstellen oder mal einen Rohkosttag einlegen – wieso nicht?

Wichtigstes Equipment ist meiner Meinung nach: ein guter Mixer und ein Pürierstab. Alles andere hat man eh zuhause: Messer, Schneidbrett etc.

Ins Geld geht natürlich die Erstanschaffung von den sogenannten Superfoods wie Chia-Samen, Goji-Beeren, Nüssen, etc und das alles in Rohkost-Qualität. Ich wusste auch nicht, dass es da Unterschiede gibt. Ich nutze im Moment nach wie vor meinen 08/15-Agavensaft aus dem Supermarkt, weil ich mir den Rohkost-Agavensaft erst zulege, wenn der leer ist. Also so ganz 100% halte ich mich auch (noch) nicht dran, aber ich dene, so nach und nach werde ich mir ein paar Lebensmittel zulegen. Einen Shop dazu findet ihr übrigens beim Keimling. Muss man natürlich alles nicht kaufen – man könnte ja auch von Gurkenscheiben, Tomaten und Salat leben. Aber ehrlich: bisschen langweilig, oder?

Schließlich will man ja auch noch alle Nährstoffe zu sich nehmen und da ist es wichtig, nicht zu einseitig zu werden.

Fazit: Planung, ordentliche Küchengeräte und ein paar Superfoods und das Ding läuft!

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Autor: Judith Riemer

Ehemals diätgeschädigte Jo-Jo-Expertin mit einer riesigen Abneigung gegen Sport und Bewegung aller Art. Der Schrecken aller Turnlehrer und zuverlässige Einnahmequelle der Diätindustrie. Bis sich 2012 über Nacht alles änderte. Ein Bild im Traum und die Reise begann. Ich begann zu laufen, stellte meine Ernährung um und verlor im Laufe der Zeit rund 30 Kilo Übergewicht. Erfahrungsgemäß gehe ich als eine der letzten Läuferinnen ins Ziel, was mir den Spitznamen "Turtlerunner" einbrachte. Nach wie vor bin ich untalentiert in Sachen Sport, aber inzwischen liebe ich es, mich zu bewegen. Und weil du das auch kannst, schreibe ich hier und helfe dir, wo ich kann.

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