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aus dem laufalltag eines turtlerunners

Mutationen im Fitness-Studio

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Ich musste heute an diesen grünen Muskelmann denken, als ich meinen Matcha-Shake (giftgrün) trank. Hulk, heißt das Männchen, das aussieht als würde es im Fitness-Studio wohnen. Möglicherweise hat der auch Badelatschen an. Hat jemand von euch schonmal auf das Schuhwerk von Hulk geachtet?

Egal, heute war jedenfalls wieder Studio-Tag, wie eigentlich jeden Sonntag. So wie Mops Oscar beim schnellen Walken mein Pacer (quasi mein Schrittmacher) ist, ist es mein Mann im Fitness-Studio. Sehr praktisch, ich geh einfach hin und er sagt mir was ich zu tun habe – ganz im Gegenteil zum sonstigen Alltag.

Heute hatte er sich lauter nette Besonderheiten ausgedacht: unter anderem eine Beinpresse, die ein wenig anders funktioniert, als die herkömmliche. Und damit meine ich nicht, dass sie einfacher wäre. Man belädt dieses Teil nämlich eigenhändig mit Hantelscheiben, um das Gewicht draufzupacken, mit dem man trainieren möchte. Quasi das Training vor dem eigentlichen Training. Gut, ich will ehrlich sein: hat mir mein Mann abgenommen, ich musste mich nur hinsetzen. Und dann ging’s los. Ich dachte ja eigentlich, dass meine Beine durch die ständige Lauferei ziemlich gut in Form sind. Jaha…. weit gefehlt! Ist natürlich auch ein anderer Bewegungsablauf und nicht vergleichbar.

Ich trainierte also mit wahnsinnigen 10, 20 und 25 kg in 3 Sätzen. Aber der Hammer kam danach. Als ich fertig war, die Beine wie Gummi (es lief grad Bob Marley auf meinem iPod mit „Could you be loved“, da fiel zumindest mir der Wackelgang gar nicht so auf), begann ich die Hantelscheiben zurückzuhängen. Bin schließlich eine ordentliche Studiobesucherin in Turnschuhen. Dass die Badeschlappen-Fraktion die Scheiben nicht zurückhängt ist klar, denen könnte ja was auf die Füße fallen.

Und mit dieser 15-kg-Hantel in der Hand mutierte ich dann. Ich lief grün an, meine Muskeln explodierten förmlich und ich lief breitbeinig zu dem Ständer. So muss sich also Hulk fühlen! Es ist tatsächlich ein richtig gutes Gefühl, wenn man solche schweren Eisenteile rumschleppt (nein, bitte keine Angebot von Metall-Firmen, die noch Eisenschlepper suchen – das funktioniert nur im Fitness-Studio). Man fühlt sich so stark und sportlich wie selten. Habe meinen Mann gezwungen, ein Foto von mir zu machen. Er hat mich im Gegenzug dazu gezwungen, die schwerere Hantelscheibe zu nehmen (ich konnte sie genau 10 sec. halten – gottseidank war der Kameraauslöser flott).

Und weil’s so schön war, zwang er mich dann noch, mit in die Folterkammer zu gehen.  Da geh ich sonst nie rein, da sind nur die bulligen Eisenschmeißer drin (und mein Mann), die sich besonders stark vorkommen. Aber heute war grad leer und er meinte: „Mach doch noch ein paar Kniebeugen!“ Ja, logisch. Hab ja heute für die Beine noch nichts getan. Die 5 Stufen zur Folterkammer schaffte ich mit Ach und Krach. Die Kniebeugen ehrlicherweise nur für’s Foto. Ich in Position, gehe in die Knie – er mit der Handy-Kamera ruft „Geh runter!“ – ich: „Ich kann nicht mehr, mach endlich das Sch… Foto!!!“ So sieht der Tatsachenbericht hinter den wunderbaren Fotos aus.

Zur Belohnung durfte ich dann mit 4-kg-Hanteln noch was für den Bizeps tun („Willst du nicht noch was für die Arme tun?“ „Hallo? Wir sind seit über einer Stunde hier!“ „Ja, macht nix – die 5 Minuten packst du auch noch.“) Ok, ich mutiere im Fitness-Studio mental zum grünen Matcha-Hulk. Mein Mann dagegen zum Drill-Sergeant. Ich frag mich grad, was besser ist …

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Autor: Judith Riemer

Ehemals diätgeschädigte Jo-Jo-Expertin mit einer riesigen Abneigung gegen Sport und Bewegung aller Art. Der Schrecken aller Turnlehrer und zuverlässige Einnahmequelle der Diätindustrie. Bis sich 2012 über Nacht alles änderte. Ein Bild im Traum und die Reise begann. Ich begann zu laufen, stellte meine Ernährung um und verlor im Laufe der Zeit rund 30 Kilo Übergewicht. Erfahrungsgemäß gehe ich als eine der letzten Läuferinnen ins Ziel, was mir den Spitznamen "Turtlerunner" einbrachte. Nach wie vor bin ich untalentiert in Sachen Sport, aber inzwischen liebe ich es, mich zu bewegen. Und weil du das auch kannst, schreibe ich hier und helfe dir, wo ich kann.

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