veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners


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Going raw. Zumindest hin und wieder.

Lange hat’s gebraucht, bis ich mich zu einer Rezension und einem Urteil über „Going raw“ von Judita Wignall hinreißen lassen konnte. Ich bekam das Buch vor ein paar Wochen und gewohnheitsmäßig hab ich es gleich am ersten Tag verschlungen (natürlich nicht das Buch im wörtlichen Sinne). Und dann war ich enttäuscht.

Wieso? 

Ich habe festgestellt, dass diese Art Rohkost-Ernährung wie Judita sie in ihrem Buch darstellt für mich viel zu aufwändig und zu teuer ist. Es fing schon mal damit an, dass in jedem 2. Rezept ein Dörrapparat verwendet wird. Nach kurzem Googlen stellte ich fest: geht ab 200 Euro aufwärts los. Für mich zuviel Geld, um etwas mal nur auszuprobieren.

Dann der nächste Schock: Beinahe in jedem Rezept muss irgendwas eingeweicht werden – und zwar stundenlang vorher. In Kombination mit dem Dörrapparat kann dann so ein toller Gemüsewrap schon mal 2 x 6 Stunden Vorbereitungszeit brauchen.

Tja, und da steig ich aus. Denn ich bin nämlich der Typ, der, wenn er Hunger hat, SOFORT etwas zu essen braucht. Sonst gibt es – zumindest – leicht Verletzte.

Trotzdem ließ mich das Thema einfach nicht los. Ich hab einfach zuviel Tolles darüber gelesen: Wehwehchen verschwinden, man ist fitter, die Haut ist schöner, man nimmt ab, die Energie nimmt zu  … Herrschaftszeiten! Das will ich doch auch! Also nochmal nachgerechnet und mitten in der Nacht beschlossen, ich bestell mir einen Dörrapparat. Denn ohne geht’s ja scheinbar nicht. Dann nochmal nach Juditas neuem Buch „Raw and Simple“ (der Titel klang ja vielversprechend) gegoogelt und Leseprobe angefordert. Gibt’s derzeit nur auf englisch, aber das kommt mir grad recht, die Englisch-Matura will ja auch vorbereitet werden, da schadet so ein wenig englisches Küchen-Know-How bestimmt nicht.

Dann nachts um 1.30 Uhr den erlösenden Satz gelesen: „There’s no need for a dehydrator!“ In ihrem neuen Buch sind alle Rezepte ohne Dörrapparat und alle auch ziemlich einfach gehalten. Habe also meine Ausgaben von über 200 Euro auf 13,50 Euro reduziert und ihr neues Kochbuch als e-Book runtergeladen.

Und nun?

Nun habe ich bereits 2 Tage danach gelebt. Mit folgenden Ergebnissen:
Meine Waage, das Miststück, sagt endlich mal wieder etwas, was ich hören wollte. Nachdem ich wochenlang (keine Übertreibung) an der 72,2 kg festgetackert war – ich dachte schon, das ist ist eine Fixeinstellung der Waage – rückte sie nach dem ersten Rohkosttag tatsächlich runter. Somit bin ich meinem ersten Ziel, unter die 70-kg-Grenze zu kommen ein ganzes Stück näher gekommen. Ich fühlte mich satt – abends bin ich allerdings mit leichtem Hungergefühl ins Bett gegangen, da ich nur eine Gurkensuppe geschlürft habe mit Avocado und Tomaten dazu, aber ich fand es sehr angenehm, am Abend nur noch leicht zu essen. Und das ist auch kein Muss – theoretisch kann man sich abends auch den Bauch vollschlagen, wenn man das unbedingt möchte. Aber bitte aufpassen:

Wenn ihr in die Rohkost einsteigt, nehmt vielleicht nicht zu Beginn die Kohl-Rezepte. Das hab ich nämlich getan und bin mit rohem, püriertem Blumenkohl durchgestartet. Inklusive Magenschmerzen.

Ich glaube, man muss das Rohkost-Thema langsam angehen – der Körper muss sich da erst dran gewöhnen. Die Suppen sind gut verträglich, da hab ich gar nix gemerkt. Die Frühstücke wie zB Chia-Schoko-Pudding sind auch super verträglich und bekömmlich.

Absolutes Highlight: selbstgemachte Hanfsamen-Cashew-Milch. Ich glaube, ich kauf mir nie mehr fertige Pflanzenmilch. Das hier schmeckt um Längen besser!

Ich werde mit Sicherheit kein 100%-Rohköstler und ich finde, dass muss auch nicht sein. Aber hin und wieder ein paar Mahlzeiten umstellen oder mal einen Rohkosttag einlegen – wieso nicht?

Wichtigstes Equipment ist meiner Meinung nach: ein guter Mixer und ein Pürierstab. Alles andere hat man eh zuhause: Messer, Schneidbrett etc.

Ins Geld geht natürlich die Erstanschaffung von den sogenannten Superfoods wie Chia-Samen, Goji-Beeren, Nüssen, etc und das alles in Rohkost-Qualität. Ich wusste auch nicht, dass es da Unterschiede gibt. Ich nutze im Moment nach wie vor meinen 08/15-Agavensaft aus dem Supermarkt, weil ich mir den Rohkost-Agavensaft erst zulege, wenn der leer ist. Also so ganz 100% halte ich mich auch (noch) nicht dran, aber ich dene, so nach und nach werde ich mir ein paar Lebensmittel zulegen. Einen Shop dazu findet ihr übrigens beim Keimling. Muss man natürlich alles nicht kaufen – man könnte ja auch von Gurkenscheiben, Tomaten und Salat leben. Aber ehrlich: bisschen langweilig, oder?

Schließlich will man ja auch noch alle Nährstoffe zu sich nehmen und da ist es wichtig, nicht zu einseitig zu werden.

Fazit: Planung, ordentliche Küchengeräte und ein paar Superfoods und das Ding läuft!

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Mutationen im Fitness-Studio

Ich musste heute an diesen grünen Muskelmann denken, als ich meinen Matcha-Shake (giftgrün) trank. Hulk, heißt das Männchen, das aussieht als würde es im Fitness-Studio wohnen. Möglicherweise hat der auch Badelatschen an. Hat jemand von euch schonmal auf das Schuhwerk von Hulk geachtet?

Egal, heute war jedenfalls wieder Studio-Tag, wie eigentlich jeden Sonntag. So wie Mops Oscar beim schnellen Walken mein Pacer (quasi mein Schrittmacher) ist, ist es mein Mann im Fitness-Studio. Sehr praktisch, ich geh einfach hin und er sagt mir was ich zu tun habe – ganz im Gegenteil zum sonstigen Alltag.

Heute hatte er sich lauter nette Besonderheiten ausgedacht: unter anderem eine Beinpresse, die ein wenig anders funktioniert, als die herkömmliche. Und damit meine ich nicht, dass sie einfacher wäre. Man belädt dieses Teil nämlich eigenhändig mit Hantelscheiben, um das Gewicht draufzupacken, mit dem man trainieren möchte. Quasi das Training vor dem eigentlichen Training. Gut, ich will ehrlich sein: hat mir mein Mann abgenommen, ich musste mich nur hinsetzen. Und dann ging’s los. Ich dachte ja eigentlich, dass meine Beine durch die ständige Lauferei ziemlich gut in Form sind. Jaha…. weit gefehlt! Ist natürlich auch ein anderer Bewegungsablauf und nicht vergleichbar.

Ich trainierte also mit wahnsinnigen 10, 20 und 25 kg in 3 Sätzen. Aber der Hammer kam danach. Als ich fertig war, die Beine wie Gummi (es lief grad Bob Marley auf meinem iPod mit „Could you be loved“, da fiel zumindest mir der Wackelgang gar nicht so auf), begann ich die Hantelscheiben zurückzuhängen. Bin schließlich eine ordentliche Studiobesucherin in Turnschuhen. Dass die Badeschlappen-Fraktion die Scheiben nicht zurückhängt ist klar, denen könnte ja was auf die Füße fallen.

Und mit dieser 15-kg-Hantel in der Hand mutierte ich dann. Ich lief grün an, meine Muskeln explodierten förmlich und ich lief breitbeinig zu dem Ständer. So muss sich also Hulk fühlen! Es ist tatsächlich ein richtig gutes Gefühl, wenn man solche schweren Eisenteile rumschleppt (nein, bitte keine Angebot von Metall-Firmen, die noch Eisenschlepper suchen – das funktioniert nur im Fitness-Studio). Man fühlt sich so stark und sportlich wie selten. Habe meinen Mann gezwungen, ein Foto von mir zu machen. Er hat mich im Gegenzug dazu gezwungen, die schwerere Hantelscheibe zu nehmen (ich konnte sie genau 10 sec. halten – gottseidank war der Kameraauslöser flott).

Und weil’s so schön war, zwang er mich dann noch, mit in die Folterkammer zu gehen.  Da geh ich sonst nie rein, da sind nur die bulligen Eisenschmeißer drin (und mein Mann), die sich besonders stark vorkommen. Aber heute war grad leer und er meinte: „Mach doch noch ein paar Kniebeugen!“ Ja, logisch. Hab ja heute für die Beine noch nichts getan. Die 5 Stufen zur Folterkammer schaffte ich mit Ach und Krach. Die Kniebeugen ehrlicherweise nur für’s Foto. Ich in Position, gehe in die Knie – er mit der Handy-Kamera ruft „Geh runter!“ – ich: „Ich kann nicht mehr, mach endlich das Sch… Foto!!!“ So sieht der Tatsachenbericht hinter den wunderbaren Fotos aus.

Zur Belohnung durfte ich dann mit 4-kg-Hanteln noch was für den Bizeps tun („Willst du nicht noch was für die Arme tun?“ „Hallo? Wir sind seit über einer Stunde hier!“ „Ja, macht nix – die 5 Minuten packst du auch noch.“) Ok, ich mutiere im Fitness-Studio mental zum grünen Matcha-Hulk. Mein Mann dagegen zum Drill-Sergeant. Ich frag mich grad, was besser ist …


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Wie findet man die Zeit für soviel Sport?

Diese Frage wurde mir letztens von der lieben Kathrin auf Instagram gestellt. Sie schrieb mir, dass sie rund 40 Stunden im Büro sitzt, dort naturgemäß nicht allzuviel Bewegung hat und sich weder vor noch nach der Arbeit zum Sport aufraffen kann. Sie fragte mich, wie ich das mache. Also habe ich begonnen zu rechnen:

Ich jogge 2 x pro Woche rund 45 – 60 min. Macht gerundet 2 Stunden.
Dazu kommen 2 x Fitness-Studio mit jeweils 60 Minuten. Macht weitere 2 Stunden.
Dann noch eine längere Walkingeinheit mit ca. 1,5 – 2 Stunden.

Alles in allem komme ich auf rund 6 Stunden. Vier Stunden davon fallen auf die Tage Freitag – Sonntag. Bleiben 2 Stunden übrig, die ich unter der Woche einbaue. Teils am Vormittag, teils am Abend – z.B. laufe ich jeden Dienstag regelmäßig mit einer Kollegin.

So gesehen, finde ich es nicht schwer, die 6 Stunden unterzubringen. Aber klar, es braucht die Motivation das zu tun. Ich könnte auch 6 Stunden vor dem Fernseher oder vor dem PC sitzen (was ich übrigens auch viel zu häufig und zu lange tue – ich könnte locker jeden Tag weitere 1,5 Stunden Sport machen, wenn ich Facebook & Co. den Laufpasse geben würde).

Also woran liegt es, dass so manch einer sich einfach nicht aufraffen kann? Wirklich an der Zeit? Oder doch an der Disziplin? Sind es Ausreden?

Ich erinnere mich in dieser Situation gerne an das Zitat: „Wer nicht will, findet eine Ausrede – wer will, findet einen Weg.“ Oder so ähnlich. Das heißt nicht, dass ich kein Verständnis für jemanden habe, der es einfach (noch) nicht schafft. Lange Zeit war ich selber so. Sehr lange Zeit – und ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass es von Anfang an Spaß gemacht hat. Nein, das war nicht so. Ich habe mich gezwungen rauszugehen – und meine Hunde tun ihr übriges. Ich habe nicht die Wahl zu sagen: Ich hab heute keine Lust. Mit den Hunden muss ich so oder so (die sind bei den 6 Stunden übrigens nicht mit eingerechnet) – die Frage stellt sich also nicht. Und wenn ich sowieso schon draußen bin, dann kann ich gleich noch eine Runde in meinem Tempo ohne Hund dranhängen.

Nein, auch jetzt geht es noch nicht immer ohne Murren und ist Freude pur. Manchmal ist es eine Qual, manchmal hab ich einfach keine Lust, manchmal regnet es, manchmal würde ich lieber Schokolade mampfend auf der Couch sitzen und amerikanische Serien anschauen. Ja, und?

Ich gehe trotzdem. Ganz einfach, weil das jetzt zu meinem Leben dazu gehört. Ich habe ein Ziel. Und ich werde dieses Ziel nicht erreichen, wenn ich auf der Couch sitze. Kathrin hat mich dann noch gebeten, wenn ich Strategien für A****-Tritte für sie hätte, soll ich sie ihr mitteilen. Mir fiel dann die Motivationsseite von „Fitneco – your daily dose of fitness motivation“ ein. Die habe ich Facebook und Instagram abonniert, denn jeden Tag kommt ein Spruch, der einfach wahr ist und der mir und anderen hilft, den Hintern vom Sofa zu heben, die Laufschuhe anzuziehen und einfach zu laufen. Ist mittlerweile ein bisschen wie Zähneputzen. Macht man täglich, man strahlt nicht jedes Mal vor Freude dabei – aber das Gefühl danach ist doch sehr angenehm, oder?


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Rezepte für eine bessere Welt

Gestern auf Facebook noch kurz davon gesprochen – mitten in der Nacht – heute geht’s schon los: Abgesehen vom Lauf- und Essrausch in dem ich  mich bereits seit einer Weile befinde, habe ich noch eine andere Leidenschaft (wieder)entdeckt. Das Lesen.

Das Schöne ist, ich lese derzeit Bücher, von denen ich gar nicht gedacht hätte, dass sie interessant sein könnten. Mit Themen wie eben das Laufen an sich und natürlich Essen. Da musste ich mir früher schon bei der Vorstellung daran ein Gähnen unterdrücken. Wer hätte gedacht, dass solche Bücher spannender sein könnten als der neue Krimi vom Kluftinger?

Vor einigen Tagen habe ich ein Buch hervorgekramt, dass ich mir vor ca. 2 Jahren gekauft habe und das maßgeblich daran beteiligt war und ist, dass ich heute vegan lebe. Es heißt „Meine Rezepte für eine bessere Welt – bewusst genießen, schlank bleiben und die Erde retten“ von Alicia Silverstone, die auch schon als Batgirl über die Leinwände dieser Welt gesaust ist. Eine sehr hübsche Frau, die mit einer Schüssel Gemüse auf dem Coverbild sitzt und nebenbei die Welt rettet. Und mal ehrlich: wer möchte das nicht?

Im Original-Titel heißt das Buch übrigens: A kind diet. Frei übersetzt in etwa „eine freundliche Ernährung“. Und genauso ist das Buch geschrieben: freundlich. Es ist so nett zu lesen, was sie schreibt und wie sie es schreibt, dass man nicht drum rumkommt zu denken, Veganer sind nette Menschen – vielleicht weil sie nette Dinge essen, ich weiß es nicht. Es ist ein Buch, dass dich beruhigen kann, wenn du nervös bist. Wieso auch immer. Auf mich hat es jedenfalls diese Wirkung. Und natürlich sind da Rezepte drin. 120 an der Zahl. Eingeteilt in die Rezepte für Veganer und in die Rezepte für Superheros.

Superhero? Superheld? Da kommt vermutlich der Batman-Einfluss wieder ein wenig durch bei Alicia. Superheros sind bei ihr diejenigen, die relativ ungesüßt und makrobiotisch essen und vor allem Dinge, die einfach sind. Da gibt es keine umständlichen Würzmischungen und 5-erlei Gewürze die rankommen. Ein bisschen Meersalz, hier und da 3-5 Tropfen Shoyu (spezielle Sojasoße) – ansonsten viel Getreide, Reis und Gemüse.

Bisher hab ich noch nicht viel draus gekocht – ich war noch nicht soweit für Umeboshi (eingelegte japanische Aprikosen), Nori-Algen, Polenta zum Frühstück und vieles mehr. Doch als ich vor 2-3 Tagen das Buch wieder zur Hand nahm und durchblätterte, dachte ich mir: He! Das hier sieht gut aus und das hier auch … DAS würd ich gern mal ausprobieren!

Gestern dann in den Bioladen gesaust und ein paar der Zutaten gekauft, die ich sonst nicht zuhause habe. Unter anderem Reissirup. Der schmeckt nicht ganz so süß wie andere Süßungsmittel (zB wie Agavensirup, den ich teilweise in rauen Mengen verdrückt habe) und ich hoffe, dadurch aus meiner Süßigkeiten-Spirale rauszukommen. Muss doch auch mal ohne gehen!

Nun sitze ich also hier und kaue mein „Warmes Müsli mit Polenta, Hirse und Mais“. Das übrigens mit nichts gewürzt ist, außer einer Prise Meersalz. Ok, gewöhnungbedürftig. Sehr gewöhnungsbedürftig. Spontan würde ich sagen, da fehlt was. Und zwar so einiges. Würde am liebsten eine halbe Flasche Agavendicksaft darüber kippen. Aber das ist nicht der Sinn der Sache, oder?

Wenn ich eines gelernt habe aus der Umstellung auf veganes Essen, dann das hier: manche Dinge, die dir am Anfang nicht schmecken oder die du dir nicht vorstellen kannst zu essen oder zu tun sind  6 Monate später ein natürlicher und selbstverständlicher Bestandteil deines Lebens. Wenn du dran bleibst. Der Geschmack verändert sich. Und auch wenn dieses Müsli hier grad mehr als nur fad schmeckt, muss ich sagen: Im Bauch fühlt es sich gar nicht so schlecht an. Schön warm und irgendwie „einfach“ – ein zufriedenes Bauchgefühl. Einen Versuch ist es wert.

Und was erwarte ich mir davon?

Ganz einfach: schlank bleiben/werden, freundlich sein/werden und nebenbei will ich die Welt retten (manches davon ist schon erledigt, ich verrat aber nicht was). Ist doch nicht zuviel verlangt, oder?

The kind diet. Ein Versuch.


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Born to run. Oder?

Heute ist Ruhetag. Und das macht mich nervös. Ich weiß, dass Ruhetage wichtig sind. Aber ich fühle mich nicht so, als ich unbedingt Ruhe bräuchte – im körperlichen Sinne. Gestern habe ich eine sehr anstrengende Einheit im Fitness-Studio hinter mich gebracht. Habe die Beinmuskulatur trainiert, sowie Bauch und Rücken. Außerdem bin ich 4 Kilometer gelaufen bzw. gewalkt (schreibt man das so?).  Heute also Erholung angesagt. Trotzdem würd ich lieber laufen. Ist das jetzt normal? Oder eben nicht? Oder Anzeichen einer Störung? Oder einfach nur ein gutes Zeichen, das besagt, dass das Laufen jetzt schon fast wie das tägliche Zähneputzen ist?

Ach, wer weiß das schon. Vermutlich denke ich zuviel nach. Ich glaube, wenn ich laufen möchte, dann sollte ich es auch tun. Den Ruhetag oder einen Teil davon, habe ich genutzt, um „Born to Run“ fertig zu lesen. Einige von euch kennen es vielleicht schon. Ich kannte es nicht. In Kurzform geht es um einen Journalisten, der versucht, das Geheimnis des Laufens zu ergründen. Er selbst kämpft ständig mit Verletzungen und ihm wird vom Arzt mitgeteilt, dass er einfach nicht zum Laufen gemacht ist. Ist er übrigens doch, aber das dauert eine ganzes Buch lang, bis ihm das klar wird. Es ist eine wahre Geschichte und im Laufe der Seiten lernst du unzählig viele Namen und Menschen kennen, die ihr Leben mit Laufen verbringen. Dabei geht es selten um „nur“ Marathondistanzen. Nein, wir reden hier von 80 Kilometern, 100 Kilometern und mehr. Du erfährst von Menschen, die nach 100 Kilometern noch lächelnd ins Ziel laufen, als wenn sie gerade erst losgelaufen wären, Menschen, die 2 x am Tag 30 Kilometer laufen, einfach weil ihnen danach ist … alles in allem ein Buch, das ich auf den ersten Seiten nicht so richtig begreifen konnte.

Langsam entwickelte sich allerdings Faszination und Bewunderung für diese Menschen, die darin vorkommen. Ich weiß auch, dass dieses Buch etwas bei mir im Kopf bewirkt hat. Ich kann es nur noch nicht so ganz greifen. Ich glaube, das Buch wirkt nach. Fällt mir jetzt grad schwer, das begreiflich zu erklären. Aber es ist ähnlich wie mit einem Kinofilm, der euch noch tagelang danach im Kopf herumspukt. Um noch mehr davon zu bekommen habe ich mir gleich mal Scott Jureks (einer dieser faszinierenden Menschen aus Born to Run) Lebensgeschichte „Eat & Run“ gekauft. Im Moment nur auf englisch verfügbar, aber das kommt mir grad recht. Außerdem dachte ich, das Motto passt gut zu meinem Blog.

Von „Going Raw“ kommt dann demnächst mal eine ausführlichere Rezension. Im Moment steh ich noch etwas auf Kriegsfuß damit. Im Bild ist mein momentanes Lieblingsessen auch noch mit drauf: Kürbispommes.

Kürbispommes und mein neuer Lesestoff


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Streckenbesichtigung

Was für ein gutes Gefühl, wenn man gerade eben 15 Kilometer gelaufen ist! Gut, die Füße tun ein bisschen weh und hier und da zwackts ein wenig – aber dennoch das gute Gefühl ist da!

Heute war der Plan, die Viertelmarathonstrecke (11,98 km) mal abzulaufen, die ich im Oktober hoffentlich-vielleicht-werweißdasschon joggen werde. Das Ziel heute: es in 2 Stunden zu schaffen, keinesfalls mehr.

Morgens Auto in Lindau am Parkplatz abgestellt, zur Schiffsanlegestelle getrabt, um 9.35 Uhr rauf aufs Schiff  und ab nach Bregenz. Um kurz nach 10 Uhr ging es dann in Bregenz los zurück Richtung Lindau und ich trabte so durch Sonne & Schatten. Außerdem durch gefühlte 50.345 Fahrradfahrer – davon 88% Touristen und 102.000 Fußgänger von denen wiederum 98% mit Kinderwagen unterwegs waren – auch mind. 90% Touris. Ja, wir leben an einem schönen Ort. Dieses Erlebnis hat mich dazu veranlasst, den nächsten Lauf auf dieser Strecke mind. 2-3 Stunden vorzuverlegen, wenn die radelnden, kinderwagenschiebenden Touris und deren Omas und Opas noch in der Falle liegen.

Alles in allem hab ich die 12 Kilometer gut gemeistert. Max. 10% der Zeit bin ich gejoggt, da ich unbedingt unter einem Puls von 147 bleiben wollte, um meine Grundlagenausdauer zu trainieren. Dafür war die lange Strecke nämlich bestens geeignet. Nun weiß ich also, dass ich fürs Walking knapp 2 Stunden brauche – wenn ich es also schaffe, bis im Oktober den Großteil zu joggen, sollte eine ordentliche Verbesserung der Zeit drin sein. Hoffe ich!

Zu Essen gab’s natürlich auch was: morgens ordentlich Kalorien in Form vom Erdnuss-Banane-Schoko-Müsli aus Vegan for Fit und nach dem Training dann Wasser, Wasser, Wasser und aufgrund erneuten Hungers eine Portion „orientalische Hirsepfanne“ von alnatura. Das war ein Versuch, ich kannte das bis jetzt noch nicht. Wird nur mit Wasser aufgegossen und ca. 15 Minuten später hat man eine Megaportion Hirsepfanne, dich ich gar nicht geschafft habe. Angegeben sind 2 Portionen – ich hab sie mit meinem Mann geteilt – da hätte aber locker noch Besuch mitessen können. Geschmacklich fast etwas überwürzt, aber ich esse sehr gern würzig. Dennoch einen Tick zuviel. Aber durchaus eine Alternative wenn’s mal richtig schnell gehen muss. Nächstes Mal schneide ich aber noch frisches Gemüse rein und mach vielleicht einen Dip dazu, dann wär’s noch leckerer.

Wer sich wie ich fragt, wohin beim Joggen mit Autoschlüssel, Kleingeld, Taschentuch etc.: Gestern bin ich fündig geworden und das Teil wird schnellstmöglich gekauft, da es anscheinend nicht stört beim Laufen. Schaut euch den Spibelt hier mal an – da soll sogar ein iPod reinpassen und alles Mögliche andere … die Beschreibung klingt und ein paar virtuelle Laufkollegen haben ihn auch bereits an anderer Stelle empfohlen.

Die letzten 3 km (um auf die anfangs erwähnten 15 km zu kommen) waren übrigens Hundekilometer. Da wird heute auch noch der ein oder andere dazu kommen. Und diese besagten 3 Kilometer bin ich einfach nur in FlipFlops gelaufen und grad schön war’s – zwischendurch raus und barfuss auf dem Waldboden – es war eine Wohltat für die Füße! Kann ich nur empfehlen: zieht einfach mal die Schuhe aus.


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Fitness, Fun und falsche Anzeigen

So, meine Lieben! Zeit für ein kurzes Update (vor lauter Sport und Essen komm ich gar nicht mehr hinterher mit dem Schreiben).

Seit Montag trainiere ich also zusätzlich im Fitness-Studio. Und mal abgesehen davon, dass ich mit badelatschentragenden Muskelmännern absolut nichts anfangen kann, gefällt es mir dort ganz gut. Die Sache mit den Badelatschen verstehe ich übrigens nicht so wirklich. Was spricht gegen Turnschuhe? Aber gut, es scheint eine neue Generation zu sein.

Ich habe es geschafft mit einer Steigung von 0% auf dem Laufband ganze 35 Minuten am Stück im genehmigten Pulsbereich zu laufen und ich kann euch nicht sagen, was für ein erhebendes Gefühl das war! Nur Fliegen ist schöner – zumindest wenn man schwindelfrei ist. Ich bin es nicht.

Heute war ich dann wieder dort – die Badelatschenträger auch, vielleicht wohnen die ja dort oder gehen nur zum Duschen hin, das würde die Latschen erklären – und habe mich an ein paar Kraftmaschinen versucht. Da kriegt der Begriff „etwas schwach auf der Brust sein“ eine völlig neue Bedeutung, wenn du am Butterfly-Gerät sitzt und das 10-kg-Gewicht mit viel Ächzen und kurz vor dem Nerven- und Muskelzusammenbruch gerade mal 8 x bewegen kannst! Liebe Güte, ich hab wirklich  noch viel zu tun. Ein Wunder, dass ich aufrecht gehen kann, bei der unterentwickelten Muskulatur – aber der Fairness halber muss ich auch gestehen: ich laufe ja nicht mit meiner Brustmuskulatur. Ab Bauchnabel abwärts bin ich schon ziemlich stark. Naja, ok. Ziemlich stark im Verhältnis zur Oberkörpermuskulatur. Lassen wir dieses Thema und widmen wir uns schöneren Dingen: meiner Waage.

Ich hasse sie. Die meisten Menschen hassen die Waage, weil sie ihnen die nackte Wahrheit zeigt. Ich hasse meine Waage, weil sie sie mir vorenthält und mich verwirrt, bis ich nicht mehr weiß, was nun richtig ist. Meine Waage ist ein richtiges Miststück. Gestern war Wiegetag. Ich morgens früh, unbekleidet wie Gott mich schuf und voll mit guter Laune auf die Waage gehüpft: 71,6 – 71,7 kg (sie konnte sich nicht ganz einigen, aber wen jucken schon 100g?). Das ist Tiefststand seit … keine Ahnung. Seit Menschengedenken oder zumindest meinem. Und was macht Frau veganmarathon anlässlich so eines Feiertages?

Sie springt die Treppen runter – immer noch unbekleidet – ich hoffe, die Nachbarn waren nicht zuhause, hatte aber keine Zeit, es zu prüfen – und holt ihr Handy. Denn dieser Erfolg muss fotografisch für die Nachwelt festgehalten werden. Diesmal mit Handy auf die Waage draufgehüpft: 72,2 kg. Wie jetzt? Mein Handy wiegt 500 Gramm? Handy weggelegt. Immer noch 72,2 Kilo. Wutentbrannt den Ehemann um Rat gefragt (etwas unhöflicher natürlich, als ich hier schreibe). Batteriewechsel bei der Waage. Ergebnis: 73,1 Kilo. Und anschließend ERROR. In der Zwischenzeit hüpfte ich im Dreieck und war kurz davor die Waage aus dem (geschlossenen) Fenster zu werfen. Aber einen Versuch bekam sie noch. 71,8 Kilo. Na gut, damit gab ich mich zufrieden. Aber wie erklärt sich das? Was wiege ich denn nun eigentlich? Wozu wiege ich mich überhaupt?

Mein Mann beantwortete die Frage ganz nüchtern: „Vermutlich bist du der einzige Mensch auf dieser Welt, bei dem die Gefühle mitwiegen. Je gereizter und grantiger du wirst, umso mehr zeigt die Waage an.“ Na, herzlichen Dank! In dem Fall hilft nur eins: OM. Yoga. Entspannen.

Oder einfach nicht mehr draufsteigen auf das blöde Ding. Wenn ich nur dran denke, wiege ich schon wieder 300g mehr. Das sind die Gefühle. Aaaargh! (oder doch die selbstgemachte Kokos-Schokolade? Ne bestimmt nicht. Denn ich werde beweisen, dass Schokolade essen und Abnehmen kein Widerspruch ist!)