veganmarathon

aus dem laufalltag eines turtlerunners


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Leistung, Laktat und lange Läufe

In einem der letzten Posts hab ich euch erzählt, dass ich den Leistungsdiagnostiker meines Vertrauens angeschrieben und um Unterstützung gebeten habe. Donnerstag abend kam dann die – überraschende – und tolle Nachricht: Als Belohnung für meine 25-kg-Abnahme schenkt er mir eine neue Leistungsdiagnostik. So haben wir die aktuellen Werte und darauf basierend kann mein Trainingsplan optimiert werden.

Den Termin haben wir kurzfristig auf gestern nachmittag festgesetzt. Ich weiß ja vom letzten Mal noch, dass es recht anstrengend ist. Aber an diese Tortur konnte, oder wollte, ich mich scheinbar nicht erinnern. Zum Laufbandtraining hatte ich ein ärmelloses rot-pinkes Top an. Nach den 20 Minuten, mit Maximalpuls 187, nahm meine Gesichtsfarbe erstaunliche Ähnlichkeit mit der Farbe des Tops an. Vom gepiekten Ohr wollen wir mal gar nicht sprechen … hübsch lila wurden dann auch die Abdrücke der Saugnäpfe, die an Brust und Rücken festgemacht waren.

Vor mir am Spiegel war die BORG-Skala festgepinnt – und alle 3 Minuten wurde das Tempo erhöht und ich durfte dann einschätzen wo auf der Skala ich mich momentan befinde. Von 0 – 20 ist alles möglich. 0 ist keine Anstrengung und 20 war dann die Maximalanstrengung. Die erste Runde mit 5 km/h Gehen schloss ich mit einem gefühlten 2-3 ab. Was in etwas mit „leicht, nicht anstrengend“ übersetzt werden kann. Zweite Runde mit 6 km/h, langsames Joggen. 3 Minuten, die sich für mich wie 30 Minuten anfühlten. „Wo liegst du jetzt auf der Skala?“ Ich schnaufte und überlegte kurz. „14 – 15“, keuchte ich. Die Antwort darauf war ein Grinsen. „Echt jetzt?“ Ja, natürlich! Genau das ist mein Problem. Es ist entweder total einfach und nicht anstrengend oder sehr anstrengend. Dazwischen gibt’s nix.

Nach einer halben Stunde war alles überstanden. Und auf meine Frage, ob ich denn die Chance habe, irgendwann mal eine richtige Läuferin zu werden, bekam ich eine positive Antwort. „Klar wirst du eine Läuferin!“

Abends bekam ich die Ergebnisse per e-Mail: Laufen nur noch 1 x die Woche mit Maximalpuls 161. Wenn der Puls drüber geht, einen Gang zurück und 2-3 Minuten walken. Die restlichen Einheiten 3-4 x pro Woche (so oft ich Lust habe) walken mit Puls zwischen 110 – 147 Schlägen. Einmal pro Woche gerne eine lange Walkingeinheit, die auch locker 2 Stunden dauern darf. Die Laufeinheit wurde deswegen auf 1 x / Woche reduziert, damit meine Hüfte geschont bleibt und nicht wieder anfängt zu zicken.

Heute morgen habe ich so die erste Walkingeinheit absolviert mit Mops Oscar im Schlepptau, der – endlich – lernt, an der Leine brav mitzulaufen. Ein guter Begleiter, muss ich sagen. Oscar ist konzentriert bei der Sache, hat die 5 Kilometer ohne Murren gepackt – er hätte auch noch weiter gekonnt und gewollt. Aber ich dachte mir, wir übertreiben es jetzt erst mal nicht. Schließlich sind wir zum ersten Mal gemeinsam in diesem flotten Tempo gelaufen. Heute abend dann Runde 2 mit Tori und Oscar gemeinsam.

Ich nutze meine Laufeinheiten, in doppeltem Sinne: um mich fit zu machen und um meine Hunde zu angenehmen Laufbegleitern zu machen. Gut tut es uns allen.

Hier die letzten Tage als Fotostrecke – inklusive Vegan for Fit-Essen:

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7 + 4 = richtig viele Kilometer

Endlich wieder Internet! 2 Tage ohne aufgrund technischer Probleme – das war für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Ich bin ein Online-Kind und brauche meine täglichen Informationen aus dem Internet. Oder zumindest bilde ich mir das ein.

Seit heute nachmittag funktioniert es wieder und so kann ich doch noch erzählen, was heute so gelaufen ist. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich bin gelaufen. Heute morgen Schuhe an, 2-3 EL Müsli (ich mag nicht auf ganz nüchternen Magen laufen) und dann los. Mein Ziel waren 7 Kilometer. Wieder kombiniert Walken/Laufen. Je nach Puls.

Geschafft in 1 Stunde und 6 Minuten. Ich musste viel walken, da der Puls einfach zu hoch ging – zumindest auf dem Hinweg. Später habe ich festgestellt, dass ich auf dieser Strecke rauswärts immerhin über 120 Höhenmeter zurücklege, was erklärt, wieso die erste Hälfte der Strecke so mühsam ist und der Rückweg dann fast von selbst läuft. Ich brauch eine andere Strecke … so wird das nie was mit 7 oder 12 Kilometer am Stück laufen. Oder doch?

Heute zwackte es dann wieder ordentlich links und rechts oberhalb der Hüftknochen in der Muskulatur. Gibt es da eigentlich ein Geheimrezept? Etwas, mit dem man sich zur Regeneration einreiben kann? Wäre auch für meine Knie und Füße schön. Falls jemand einen Vorschlag hat, bitte melden! Und ich bitte um vegane Vorschläge 🙂 Um  meine Sehnen und Bänder zu unterstützen nehme ich seit gestern Schüssler-Salz Nr. 1 Calcium Fluoratum ein – in Globuli-Form, laktosefrei. Mal sehen, ob es was hilft – schaden tut’s bestimmt nicht und vielleicht dankt es mir die Hüftsehne oder gerne auch jede andere Sehne, die sich davon angesprochen fühlt.

Pflanzlichen Treibstoff gab’s natürlich auch ausreichend (alle Rezepte aus Attila Hildmanns „Vegan for Fit“):

  • Morgens: Banane-Schoko-Erdnuss-Müsli
  • Mittags: Moussaka Reloaded mit Auberginen, Süßkartoffeln und Tofu-Bolognese
  • Abends: Seidentofu-Zimt-Shake

Zwischendrin grünen Tee und literweise Leitungswasser, das ich am liebsten nicht ganz kalt trinke.

Nachmittags im Büro dann ein netter Kommentar zu meinem Aussehen: „Du siehst aus, als hättest du den ganzen Tag Zeit, in der Sonne rumzuliegen.“ „Mein werter Herr Kollege – ich liege nicht in der Sonne rum. Ich laufe. Mit und ohne Hund, ca. 2 Stunden am Tag. Das erklärt die gesunde Hautfarbe.“

Die restlichen 4 Kilometer (um auf die 11 zu kommen), bin ich dann gemeinsam mit Mann & Hund heute nachmittag gelaufen. Morgen bestimmt wieder. Ich hoffe, ihr hattet einen ähnlich bewegten Donnerstag!


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Musik, Sonnenschein & immer dieselbe Frage

Heute viele Walking-Phasen, mal wieder zu hoher Puls (für’s Laufen), zum ersten Mal mit neuer Playlist und viel guter Musik unterwegs, Traumwetter und viel Sonne, insgesamt 6 Kilometer in knapp 56 Minuten. Ergebnis für mich ok, da viele Walking-Einheiten dabei waren, Gefühl sehr gut.

Natürlich plagt mich wieder die Frage – es ist immer dieselbe – Werde ich jemals 12 Kilometer am Stück joggen können, wo ich mir momentan bei 100 Metern schon schwer tue?

Und ich beantworte mir die Frage dann meist so:

Wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich es niemals rausfinden.

Also laufe ich weiter. Irgendwas tut sich immer. Außerdem habe ich mich irgendwie schon dran gewöhnt wieder jeden 2. Tag unterwegs zu sein in der Natur und ich möchte es nicht mehr missen. So oder so tut es gut. Und die 7 Kilometer beim Frauenlauf werde ich auch irgendwie überstehen.

Ich wünsche euch allen einen bewegten Dienstag! 

Heute 6 Kilometer geschafft!


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Recreation-Monday

Als bekennender Montags- und Morgenmuffel halte ich mich heute ganz kurz.

Montag ist mein Pausen- und Erholungstag. Was nicht zwangsläufig bedeutet, dass ich mich nicht bewege. Aber ich mache nur das, worauf ich Lust habe. Wenn es ein Spaziergang ist – ok. Oder ein bisschen Gymnastik – ok. Oder einfach mal Füße hochlegen und gar keinen Sport machen.

Außerdem drei weitere Neuigkeiten:

  • habe mich für den Linder Frauenlauf am 22.9.2013 angemeldet (7 km)
  • werde meine Waage für mind. 14 Tage vor mir verstecken (bin notorische Mehrfachtäglich-Wiegerin)
  • habe das Leistungsdiagnostikzentrum meines Vertrauens angeschrieben und um Hilfe bei meinem JoJo-Puls gebeten

Ich wünsche euch einen entspannten Montag! 

Pause machen.


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Alles mit Maß und Ziel.

Dieser Spruch gilt vermutlich für viele Bereiche des Lebens. Natürlich auch für Essen und Sport. Und da muss ich mich selber an der Nase fassen: Ich habe oft die Tendenz zu übertreiben. Ob es nun darum geht zuviel zu essen oder zuviel Sport zu treiben, das Thema „Maß halten“ fällt mir grundsätzlich schwer.

Das habe ich diese Woche gemerkt: 4 Laufeinheiten – 2 davon sehr anstrengend, bei denen ich an mein Limit gegangen bin (das ehrlicherweise sehr schnell erreicht ist, aber deswegen trainiere ich ja). Eine Einheit Muskelaufbautraining mit dem eigenen Körpergewicht und am Freitag noch eine Runde Yoga. Und eben dieses Yoga brachte mich zum Nachdenken. Ich hatte am nächsten Tag einen unglaublichen Muskelkater an Stellen, die normalerweise selten schmerzen, wie zum Beispiel die Rückseite des Oberschenkels und die Muskulatur rund um die Taille.

Bei der nächsten Laufeinheit spürte ich das bei jedem Schritt. Es war nicht wirklich angenehm. Eigentlich hätte heute der längste Lauf der Woche werden sollen, bei dem ich nochmal versuche mein Tempo zu verbessern. Kurzerhand habe ich heute morgen beschlossen: Länge ja, Power nein. Ich war über 1 Stunde unterwegs, habe zwischendurch Balance-Übungen auf Steinen im Bach gemacht und es fühlte sich besser an, mich etwas zurückzunehmen, gemütlicher zu laufen bzw. zu walken und nicht schon wieder alles von mir selbst abzuverlangen.

Jetzt muss ich nur noch mit dem kleinen, schlechten Gewissen klarkommen, dass sich schon wieder meldet und sagt: Da wär doch noch mehr gegangen heute!

Nein, eben nicht … manchmal ist ein Gang zurück genau richtig. Ich wünsche euch einen schönen, entspannten Sonntag!

P.S. Habe heute noch spontan einen Mini-Protein-Shake kreiert mit puddingartiger Konsistenz. Wer mag, probiert’s!


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(M)ein Blog und (m)eine Geschichte

Eben stolperte ich via Facebook auf den Blog von Alexandra Steiner, die zu einer Blogparade aufruft. Mit dem Thema „Erzählen Sie mir Ihre Bloggeschichte“. Das hat mich dazu veranlasst zu überlegen, wieso ich das mache. Gab ja mal ursprünglich einen Grund, der zwischendrin in Vergessenheit geraten ist. Wer bin ich, was tue ich und warum.

Geschrieben habe ich schon mit 8 Jahren gerne … bereits in der Volksschule konnte ich mich nicht zurückhalten und veröffentlichte dort meine 6 DIN-A4 Seiten-lange Geschichte über einen Fantasiewald mit Wichteln und Zwergen. Das waren sozusagen die Anfänge. Lange Zeit konnte ich mit dem Wort Blog gar nix anfangen. Ich dachte mir, wozu sollte ich meine Gedanken ins Internet stellen, sie öffentlich zugänglich machen. Was habe ich davon?

Dann hatte ich letztes Jahr im April die Idee zu meinem Projekt „veganmarathon„. Der Plan war, innerhalb kürzester Zeit meine Ernährung auf Pflanzenkost umzustellen,  meine 30 Kilo Übergewicht loszuwerden und so ganz nebenbei von der Couchpotatoe zur Läuferin zu avancieren. Mit dem Ziel im Herbst 2012 an einem Viertelmarathon teilzunehmen.

Ein Riesenthema bei diesem Projekt war die Motivation. Ich kann mich wunderbar einen ganzen Nachmittag lang selbst motivieren. Aber was ist am nächsten Tag? Und am übernächsten? So kam ich auf den Gedanken, meine Geschichte öffentlich zu machen. Natürlich nicht so richtig (mit Namen und Fotos), aber doch ein bisschen öffentlich. Denn wenn ich offiziell im Web mit meinem Projekt bin, dann wäre es peinlich das Ganze abzubrechen – so mein Gedankengang.

Es gab im letzten Jahr viele Tiefen auf sportlicher Ebene, unter anderem eine Sehnenentzündung mit anschließendem Lauf- und Teilnahmeverbot am Marathon. Einige Wochen und Monate überlegte ich mir, den Blog und die dazugehörige Facebook-Seite stillzulegen. Teilweise ließ ich sehr lange Zeit nichts von mir hören.

Dann gab es aber auch die Höhen meines Projekts. Ich habe es geschafft, mittlerweile 25 Kilo abzunehmen und ich bin seit fast 1,5 Jahren ein reiner Pflanzenesser und liebe diese Art der Ernährung, weil sie mir so dermaßen gut tut!

Und plötzlich war das Feuer wieder da. Die Überlegung, dass ich – zumindest den Viertelmarathon – vielleicht doch noch in Angriff nehmen kann. Aber heimlich und leise im stillen Kämmerlein? Nein, das ist nichts für mich. Ich brauche Motivation von außen. Ich brauche Menschen, die mich unterstützen – die umgekehrt von mir unterstützt werden, in dem sie bei  mir mitlesen. Sich von meiner Geschichte motivieren lassen. Denn es geht nicht immer nur geradeaus. Manchmal muss man Umwege in Kauf nehmen. Das ist aber kein Grund aufzugeben. Im Gegenteil. Nach einer Pause kann man mit neuem Schwung weitermachen und nicht das Handtuch werfen.

Das möchte ich hier vermitteln. Egal, ob es darum geht 5, 10 oder 20 kg abzunehmen, an einem Marathon teilzunehmen oder nur endlich den Spaziergang rund ums Haus zu schaffen. Es geht mir auch nicht darum meine Leser zum veganen Leben zu bekehren (auch wenn es mich freut, wenn sich durch meine Geschichte jemand angesprochen fühlt, es selbst auszuprobieren, denn es ist einfach toll!) – ich denke, jeder hat seine persönliche Herausforderung im Bereich Ernährung, Körper und Sport – ob die nun vegan sind oder nicht macht keinen Unterschied für denjenigen.

Ich möchte mit meinem Blog den Lesern MUT machen. Nicht aufgeben. Weitermachen. Irgendwas geht immer. Klar stellt man sich hin und wieder die Frage, wenn einen der Muskelkater plagt,  der Magen knurrt oder die Waage mal wieder einen auf Stillstand macht:

Ist es das wert?

Die Antwort ist ganz einfach: Ja, ist es.
Ich weiß wovon ich spreche.
Sich in seinem Körper zuhause zu fühlen, eins mit sich selbst zu sein – das ist es wert.
Immer.

veganmarathon


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Mein Körper, mein Freund.

Gerade eben komme ich von einer Runde Yoga zurück. Weit muss ich dafür nicht gehen, nur ein Stockwerk höher in mein, nennen wir es mal „Büro-Kinderzimmer-Sportraum-Gruschtkammer“. Seit längerer Zeit habe ich kein Yoga mehr gemacht. Wieso eigentlich nicht? Andere Interessen, zuwenig Zeit (denkt man ja meist), mehr Lust auf Muskelaufbau-DVD’s, lieber laufen, … und so weiter.

Aber heute – eigentlich Ruhetag – dachte ich mir, ich leg mal eine Runde „Harter Hund“ ein. So heißt die anstrengendste Sequenz in Susanne Fröhlich’s erster Yoga-DVD. Dieser harte Hund machte mir von Anfang an zu schaffen, denn der ist nicht ohne. Im herabschauenden Hund zu stehen und dann noch ein Bein gestreckt nach hinten zu heben (das nennt sich dann Taube), war für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Bis heute.

Heute lief das ohne gröbere Schwierigkeiten. Und dann kam das Ende. Nämlich der Schulterstand. Sowas wie eine Kerze – kennt ihr vielleicht noch aus dem Turnunterricht (wie ich das gehasst habe). Seit 1,5 Jahren habe ich nun dieses DVD. Den Schulterstand konnte ich nie mitmachen. Zuwenig Bauch- und Rückenmuskulatur und auch sonst zuwenig von allem was man so dafür braucht. Heute also zum Schluss wieder Schulterstand: ich probierte es zumindest. Langsam hob sich mein Körper in die Höhe und tatsächlich schaffte ich einen – ich vermute in etwa halben – Schulterstand, der dem schiefen Turm von Pisa glich.

Kann euch kaum sagen, was für ein sensationelles Gefühl das ist. Nein, es war gar nicht nur ein Gefühl. Es waren gleich mehrere: Erschrecken, Freude, Verblüffung, Faszination, Überraschung … noch viel mehr und vor allem eins: Stolz.

Stolz auf meinen Körper, der nach jahrelanger Jojo-Tortur immer noch zu mir hält. Der immer noch in der Lage und gewillt ist, sich zu verändern. Mitzumachen bei dem, was ich vorhabe. Der so wandelbar ist, dass ich es nie geglaubt hätte. Der nicht perfekt ist, aber der beste – und der einzige – den ich habe. Ja, darauf bin ich wirklich stolz!

Ich & mein Körper im Juni 2013